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Presse





Eine Pianistin der leisen Töne

Konzert mit Anna Tyshayeva.

SULZBURG-LAUFEN. Premiere feierte jüngst die Reihe "Weltklassik am Klavier" im Hofgut Güntert im Sulzburger Ortsteil Laufen.

Neben dem Hauptthema "Ave Maria" war "Faust" das Motto, unter das die junge Piansitin Anna Tyshayeva das Programm ihres Klavier-Rezitals gestellt hatte, aber gänzlich unfaustisch begann es: Mit dem ersten Präludium des wohltemperierten Klaviers, von Tyshayeva so subtil artikuliert, dass man das allzu berühmte Stückchen gleichsam neu kennen lernen durfte.

  Anna
   Anna Tyshayeva

Auch in Johann Sebastian Bachs Fantasie und Fuge a-Moll zeigte Tyshayeva ihre Fähigkeit zur nuancierten Durchsichtigkeit fern jeden oberflächlichen Effekts. Überhaupt erwies sie sich als Pianistin der leisen Töne in einem Programm, dessen Schwerpunkt ausgerechnet der "laute" Komponist Franz Liszt ausmachte.

Schon in dessen Liedbearbeitungen nach Schubert und Schumann vertraute Anna Tyshayeva ganz der poetischen Welt der Originale; die Lisztschen Girlanden durften Ornament sein, aber überwucherten nie die Substanz. Nachdem Tyshayeva auch die beiden vorhergehenden Schubert-Impromptus (Es-Dur, Ges-Dur) völlig überzeugend von der lyrischen, nicht von der "modern" zerrissenen Seite her aufgefasst hatte, konnte man auf die Lisztschen Schlachtrösser des Abends gespannt sein, den Ersten Mephisto-Walzer und die h-Moll-Sonate. Und in der Tat blieb Tyshayeva auch hier ihrem Ansatz treu. Statt greller Akkord-Blitze, donnernder Oktavkaskaden, konzentriertem Testosteron vernahm man elegante Brillanz und konnte gut balancierte Klangschichtungen durchhören, und zu stillen ergreifenden Höhepunkten gerieten gerade die ruhigen Themen – kurz: Tyshayeva interpretierte Liszt nicht wie üblich aus der Perspektive Rachmaninovs, sondern aus der Chopins.

Mit drei Zugaben (Stölzel, Bach, Liszt) bedankte sich Tyshayeva für den Applaus des ungewöhnlich konzentrierten Publikums in der vollbesetzten Scheune des Gutshof Güntert. Und neben der Künstlerin wurde dieser sorgsam neu restaurierte und exquisit gestaltete Raum, in dem ein erstes Konzert stattfand, zum zweiten legitimen Sieger des Abends. Der Reihe "Weltklassik am Klavier" kann man zu dieser neuen Bleibe nur gratulieren, den Künstlern und dem Publikum sowieso.

Quelle: Dienstag, 31. Januar 2012 - Badische Zeitung - www.badische-zeitung.de





Virtuoser Auftritt: Sofja Gülbadamova interpretierte Liszt, Brahms, Debussy und Fauré

Balladen – von düster und verhangen bis heiter und harmonisch

Osnabrück. Balladen – da denkt man in der Musik wohl zuallererst an Frédéric Chopin. Doch den hatte Sofja Gülbadamova trotz des Titels „Balladen der Romantik“ nicht auf ihr Programm im Ameos-Klinikum gesetzt.

  Sofja Gülbadamova
   Sofja Gülbadamova

Sie beginnt ihr Konzert in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ gleich mit Franz Liszt, und das erweist sich als kluger Einstieg. Mit der enorm virtuosen Ballade Nr. 2 in h-Moll zeigt sie nicht nur, wie mühelos sie mit technischen Schwierigkeiten fertig wird, sondern kostet auch die lyrischen Episoden intensiv aus und nimmt so schnell für sich ein.

Gleich fünf Balladen von Johannes Brahms folgen, darunter die vier Balladen op. 10. Alle sehr bekannt, doch zumindest im Konzert eher selten als kompletter Zyklus aufgeführt.

Das hat seinen Grund, denn er ist schwere Kost. Die einzelnen Stücke eher düster und verhangen, ist der gesamte Zyklus einigermaßen sperrig und daher schwer zu interpretieren. Sofja Gülbadamova wählt meist eher rasche Tempi und einen stets vorwärts drängenden Zugriff, um diesem Problem zu begegnen. Unterwegs beleuchtet sie dennoch viele Details. So glänzt der Mittelteil der dritten Ballade in mildem Licht, nachdem der Beginn zackig und eruptiv daherkam.

Der Schluss greift das Material des Anfangs wieder auf. Eindrucksvoll zeigt Sofja Gülbadamova, wie der Zorn und die Kraft, die den Anfang bestimmen, in sich zusammenfallen und schließlich der ausgeglichenen Ruhe der vierten Ballade weichen, die bei ihr in epischer Breite dahinströmt.

„Viel heiterer und harmonischer“ solle die zweite Hälfte des Konzerts werden, meint die Pianistin nach der Pause. Zunächst erklärt sie in einem starken Plädoyer, warum sie Gabriel Fauré für unterschätzt hält, und beginnt sogleich mit dessen sehr unbekannter Ballade Fis-Dur op. 19. Fauré, dem immer wieder mal dernicht sonderlich originelle Ehrentitel „französischer Brahms“ verliehen wird, erweist sich in diesem Werk viel sonniger als sein deutscher Kollege. Technisch ist die ziemlich lange Ballade kaum weniger virtuos angelegt als die Werke Liszts, dessen Lob sie auch ernte-te.

Liszts erste Ballade in Des-Dur bildet nach einem kurzen Frühwerk von Claude Debussy auch den Abschluss des Programms, sodass Sofja Gülbadamova in der zweiten Konzerthälfte noch einmal vor allem als Virtuosin glänzen kann.

Quelle: EMS-Zeitung - http://www.noz.de/lokales/60440593/balladen--von-duester-und-verhangen-bis-heiter-und-harmonisch - 29.01.2012





Ein Konzertprogramm zum schwindelig werden im Birkenfelder Schloss

Birkenfeld - Einen fulminanten Auftakt zur Saisoneröffnung der diesjährigen Reihe "Weltklassik am Klavier" im Schloss Birkenfeld bot die Pianistin Sarah Soyeon Kim. Schon bei näherer Betrachtung des Konzertprogramms konnte einem schwindelig werden: Mit Ravels "Gaspard de la Nuit", Brahms Paganini-Variationen op. 35 und Liszts Dante-Sonate hatte sich die preisgekrönte Pianistin gleich drei hochvirtuose Stücke ausgesucht, die der Titel "Romantik pur" nicht unbedingt hätte erwarten lassen.

  Sarah Soyeon Kim
   Sie setzte Maßstäbe im Birkenfelder Schloss: Die südkoreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim spielte einige der größten Herausforderungen der Klavierliteratur mit Bravour und herausragender Technik. (Foto: Reiner Drumm)

Die 29-jährige gebürtige Südkoreanerin begann noch verhalten mit Franz Schuberts Impromptu op. 142 Nr. 3, auch bekannt als "Rosamunde-Variationen". Mit der Liszt‘schen Transkription des Schubert-Liedes "Auf dem Wasser zu singen" gewährte sie einen ersten Einblick in ihre virtuose Spieltechnik, wenngleich der geschulte Hörer wie schon im Impromptu eine prononciertere Darstellung einiger interessanter harmonischer Verbindungen vermisste.

Höhepunkt des ersten Teils war Maurice Ravels "Gaspard de la Nuit", das unter Pianisten als eine der größten Herausforderungen der Klavierliteratur gilt. Ravel hat mit der Komposition insbesondere des dritten Satzes "Scarbo" erklärtermaßen das schwierigste Solostück der Klaviermusik überhaupt schaffen wollen. Den ersten Satz "Ondine", benannt nach der mythologischen Nixe, prägt vor allem die Darstellung des in der Dämmerung glitzernden Wassers mit seinen schnellen unregelmäßigen Akkordtremoli, die nicht leise genug sein können. Sarah Soyeon Kim schaffte es, hier eine gespannte erwartungsvolle Atmosphäre im Saal zu erzeugen, die leider durch einen deplatzierten Applaus am Ende des Satzes etwas verloren ging. So dauerte es bis zur Mitte des "Le Gibet" - dem Galgen -, bis sie diese Stimmung wieder aufbauen konnte. Dem Publikum ist hier kein Vorwurf zu machen, denn das äußerst spärliche Programmheft ließ sowohl jeden erklärenden Hinweis auf die gespielten Werke als auch die Satzfolge des "Gaspard" vermissen.

In diesem zweiten Satz, der den Blick auf einen Erhängten im roten Sonnenuntergang eröffnet, wusste die Pianistin einen runden, typisch impressionistischen Sfumato-Klang zu erzeugen. "Scarbo", der gefürchtete dritte Satz, gelang ihr dank herausragender Technik bravourös, auch wenn man sich diesen umtriebigen, schlaflose Nächte bereitenden Kobold noch grotesker und unheimlicher hätte wünschen können.

Brahms‘ Paganini-Variationen op. 35, die von Clara Schumann auch als die "Hexen-Variationen" bezeichnet wurden, standen nach der Pause auf dem Programm. Die 2 mal 15 wahrlich teuflisch schweren Veränderungen der letzten Paganini-Caprice meisterte Kim mit technischer Brillanz und Leidenschaft und machte sie damit uneingeschränkt zum Höhepunkt des Abends. Das Publikum war zu Recht hingerissen, hätte aber danach eine kleine akustische Verschnaufpause gebraucht.

Kim hingegen war der direkt im Anschluss an dieses Hammer-Werk noch gespielten Fantasia quasi Sonata "Après une Lecture de Dante" von Franz Liszt - die sich auf Dante Alighieris "Divinia Commedia" bezieht - konditionell durchaus gewachsen. Auch hier konnte sie (abgesehen von der Einleitung, wo der bezeichnende Tritonus als Intervall des Teufels noch mehr Gewichtung verdient gehabt hätte) ebenso wie in der Zugabe - die Paganini-Etüde "La Campanella" von Franz Liszt - ihre überragende Virtuosität unter Beweis stellen. Das war ein Maßstäbe setzender Auftakt dieser anspruchsvollen Konzertreihe.

Quelle: www.rhein-zeitung.de - 17. Januar 2012 - Kathrin Isabelle Klein





Bewerbung zum "Tag der Norddeutschen"

Kathrin Haarstick reiste als Managerin durch die Welt. Nun hat sie sich ein anderes Leben in Ostfriesland aufgebaut. In ihrem Gutshof veranstaltet sie Klavierkonzerte.

Hier stellen wir euch einige der zahlreichen Bewerber für unser Projekt "Der Tag der Norddeutschen" vor.

Übrigens: Ab dem 16. Januar beginnt das Voting von NDR.de und NDR Kultur. Alle anderen Hörfunkprogramme sowie die Fernsehsendungen starten am 13. Februar.

Infos: NDR - Klavierkonzerte im Wohnzimmer unter:
http://www.ndr.de/unterhaltung/der_tag_der_norddeutschen/dasvoting/tdn247.html





Dynamisch, virtuos, emotional

Dynamisch, virtuos, emotional: Stehende Ovationen für Anna Tyshayeva - gelungene Premiere für "Weltklasse am Klavier" in der Orangerie von Schloss Velen.

VELEN. Die in vielen anderen deutschen Städten bereits eingeführte Reihe „Weltklassik am Klavier“ feierte am Sonntag Premiere im Sportschloss Velen mit der Pianistin Anna Tyshayeva, die in Odessa (Ukraine) geboren ist und in Frankfurt am Main lebt.

  Anna Tyshayeva
   „Weltklasse am Klavier“: Anna Tyshayeva spielte zum Auftakt der Reihe in Velen. (Foto: Schürmann)

„Weltklassik“ bedeutete hier: weltberühmte Komponisten und Werke, also durchaus Populäres, wie es auch der programmatische Titel des Konzerts „Schubert – Ave Maria!“ versprach.

Zum Auftakt hatte die junge Künstlerin Johann Sebastian Bachs Präludium C-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier“ gewählt, sowie Fantasie und Fuge a-Moll: etwas eigenwillig interpretiert, mit mehr Akzentuierungen als nötig.

Dann folgten die Impromptus Nr. 3 und 2 von Franz Schubert aus op. 90 (D899). Hier hörte man schon sehr deutlich Tyshayevas Faible für die Romantik, auch wenn der kleine Flügel mit ihrem herzhaften Anschlag vor allem im Bass etwas überfordert schien.

Mit seiner mehrstimmigen Bearbeitung von Schuberts weltberühmtem „Ave Maria“ für Klavier hat Franz Liszt durchaus eine Herausforderung für den Pianisten komponiert. Der Solistin gelang das Werk gleichsam spielend, immer sorgfältig auf die Klarheit der zentralen Melodie bedacht.

Auch Robert Schumanns Liedkomposition „Widmung“ hat Liszts Interesse gefunden, der daraus eine hochkomplizierte Bearbeitung geschaffen hat – für Anna Tyshayeva kein Problem.

Mit Liszts „Mephisto-Walzer“ endete der erste Teil des Konzerts: ein dynamischer, virtuoser, emotionaler Höhepunkt. Nicht verwunderlich der starke Beifall.

Nach der Pause bot Tyshayeva noch einmal Liszt, nämlich die Sonate h-Moll, einem ebenso großen wie typischen Werk des Komponisten und der romantischen Klaviermusik überhaupt, das höchste Ansprüche stellt. Sie wurden von der Pianistin souverän eingelöst. Immer blieb spürbar die innere Verbundenheit mit Liszts Komposition, die Selbstverständlichkeit der komplizierten Harmonik und Rhythmik, alles gelang Tyshayeva perfekt. So konnten die zahlreichen Zuhörer ihre Begeisterung mit stehenden Ovationen bekunden, für die sich Tyshayeva mit zwei weiteren kleinen Werken Liszts bedankte.

Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt für diesen neuen Versuch, noch mehr internationale Musik-Kultur ins Westmünsterland zu bringen.

Quelle: www.borkenerzeitung.de - 17. Januar 2012 - Autor: Birgit Jüttemeier





Wechsel vom Grandhotel ins familiäre Ambiente

"Weltklassik am Klavier" jetzt im Laufener Gutshof Güntert.

SULZBURG-LAUFEN (mps). "Weltklassik am Klavier" heißt seit vielen Jahren eine Konzertreihe mit Pianisten, die kurz vor dem Sprung an die Weltspitze stehen. Gaben sie ihr musikalisches Stelldichein bisher in Badenweiler, so wechselt nun der Veranstaltungsort ins beschauliche Laufen zum Gutshof Güntert. Das erste Konzert findet dort am 22. Januar statt.

  
   Organisieren Weltklassik-Klavierkonzerte in Laufen (von links): Albrecht Hofmeister mit Edda und Johannes Güntert. (Foto: Volker Münch)

Die Geburtsstunde der Reihe reicht rund zehn Jahre zurück. Damals organisierte Musikliebhaberin Kathrin Haarstick das erste Klavierkonzert in Norddeutschland. In den vergangenen fünf Jahren entwickelten sich daraus bundesweit Jahr für Jahr 450 Veranstaltungen. Damit die Qualität dem ambitionierten Motto "Weltklassik am Klavier" gerecht wird, haben namhafte Musikprofessoren wie Goetzke von der Hochschule Hannover und Raekallio von der Juillard School New York die Schirmherrschaft übernommen, die entsprechenden Talente für die bundesweite Reihe gesichtet und nach strengen künstlerischen Kriterien ausgesucht. "Das ist das Erfolgsgeheimnis unserer Konzerte", betonte der regionale Organisator Albrecht Hofmeister aus Lahr. Er selbst ist im Hauptberuf Facharzt für innere Medizin und ein begeisterter Fan exzellenter Klaviermusik. Die Förderung junger Talente, die auf dem Sprung auf die Bühnen der Welt sind, liege ihm ebenso wie Kathrin Haarstick am Herzen.

Bisher fanden die Konzerte im Hotel Römerbad in Badenweiler statt. Aus verschiedenen Gründen – unter anderem war man auf der Suche nach einer intimeren Atmosphäre – entschied sich Hofmeister für den Gutshof Güntert in Laufen. "Ein ausgezeichnetes Instrument, die tolle Atmosphäre in der aufwändig restaurierten Scheune und das Engagement des Ehepaars Güntert haben mich überzeugt", sagt Hofmeister mit Vorfreude auf die Premiere in dem stilvollen Konzertsaal, in dem etwas mehr als 100 Zuhörer Platz finden werden.

"Die Klaviermusik passt hierher", betont Edda Güntert. Die fast familiäre Atmosphäre wird ihrer Überzeugung nach den zehn geplanten Konzerten eine besondere Note verleihen. Schon die Betreuung der Künstler wird sehr persönlich und umfassend sein. Aber auch Zuhörer, die vorab Plätze reserviert haben, finden ihre Namen auf den Programmen.

Zur Premiere wird die ukrainische Pianistin Anna Tyshayeva im Guthof Güntert erwartet. Sie wird unter anderem ihr aktuelles Schubert-Programm präsentieren. Ferner gibt es Bachs C-Dur Präludium und Liszts h-Moll-Sonate zu hören. Die ukrainische Pianistin studierte am Musikgymnasium für Hochbegabte und am staatlichen Konservatorium in Odessa bei Professor Nikolaj Kryzhanovsky. In Deutschland setzte sie ihre musikalische Ausbildung an den Musikhochschulen in Frankfurt, Nürnberg und Trossingen fort. Ihr Können zeigte sie bei zahlreichen Konzerten, renommierten Wettbewerben, Konzertreihen und Festivals. Dafür erhielt sie ausgezeichnete Kritiken.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de - 14. Januar 2012 - von: mps





Konzerteihe "Weltklassik am Klavier" beginnt Sonntag, den 15.01.2011, in Velen

Die Pianistin Anna Tyshayeva wird am 15.01.2011 die Konzertreihe mit dem Programm "Schubert - Ave Maria" eröffnen. "Weltklassik am Klavier!" findet einmal sonntags im Monat um 17:00 Uhr in der Orangerie vom Sportschloss Velen statt.

   Anna Tyshayeva
   Anna Tyshayeva - Weltklassik am Klavier

Die kleine, aber feine monatliche Reihe von Klavierkonzerten gelangt inzwischen an 35 Standorten zur Aufführung. "Weltklassik am Klavier!" steht unter der Schirmherrschaft der Professoren Bernd Goetzke und Vladimir Krainev † von der im Fach Klavier weltweit führenden Hochschule für Musik und Theater Hannover. Die Pianisten, die bei "Weltklassik am Klavier!" auftreten, zeichnen sich durch gewonnene internationale Wettbewerbe und besondere Persönlichkeit aus. Sie kommen u.a. aus China, Deutschland, England, Israel, Japan, Korea, Italien, Polen, Russland, Südafrika und der Ukraine. Bevorzugt präsentiert werden Klavierwerke des Barock, der Klassik und der Romantik. Komponisten wie Bach, Beethoven, Chopin, Haydn, Liszt, Mendelssohn, Mozart, Schumann und Schubert stehen im Vordergrund.

Weitere Informationen zu den Konzerten und den Künstlern finden Sie unter:

www.weltklassik.de oder www.sportschlossvelen.de

Eintritt Erwachsene: 20.00 Euro; Studenten: 15.00 Euro;
Kinder / Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei
Den Eintritt bezahlen Sie direkt an der Tageskasse,
Reservierung unter 04927 / 18 79 49 oder info@weltklassik.de.


Stefan Wiemann - www.velen.de - 13.01.2012





Elfentrippeln zu vier Händen

Orchestermusik für Klavier

LAHR/OFFENBURG. In den Jahrzehnten um 1900 waren Transkriptionen bekannter Orchesterwerke für Klavier beliebt. Im Gegensatz zu heute wurde man damals nicht bei jeder Gelegenheit mit Konserven-Musik zugedudelt. Musik hören war nur möglich, wenn jemand sie "live" spielte. Orchester spielten nun mal nicht alle Abende. Ein Klavier hingegen stand in vielen bürgerlichen Salons. Entsprechend en vogue waren Klavierbearbeitungen klassischer "Evergreens". Ein solcher ist die Ouvertüre von Mozarts Zauberflöte nach wie vor, und mit ihr begannen Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom ihr Programm bei den jüngsten "Weltklassik am Klavier"-Konzerten in Lahr und Offenburg. Die Sache machte Vergnügen, zeigte aber die Grenzen.

  Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom
   Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom (Foto: Archiv)

Die fugierenden Streicher der Zauberflöten-Ouvertüre sind wie geschaffen für Klavier zu vier Händen. Die filigranen pam-pam-pam-pam-Achtel huschen hin und her, das Duo – mehrfache Preisträger bei Vierhand-Wettbewerben – macht das toll, fein ziseliert, die Mozartsche Lebendigkeit springt einem geradezu entgegen. Problematisch wird es immer da, wo das Klavier Bläser "darstellen" muss. So bei den drei Fanfarenstößen des Beginns der Ouvertüre. Man schlägt die Tasten möglichst kraftvoll an und lässt den Ton ausschwingen – aber der ebbt halt ab. Bei der Zauberflöte klingt das trotzdem gut, und auch die Ouvertüre zu Mendelssohns "Sommernachtstraum" ist vergnüglich zu hören. Das Elfentrippeln, die grotesken Gnomentänze, auch die schwelgerischen Passagen – das klingt launig. Der Vergleich aus dem Gedächtnis mit dem Original sorgt für zusätzliches Vergnügen.

Bei Schumanns "Ouvertüre, Scherzo und Finale", opus 52, von 1841 – zu Lebzeiten des Komponisten eines seiner beliebtesten Werke überhaupt, hakt die Sache dann aber. Insbesondere im Finale schreitet das Werk mit Pathos und Tam-Tah in die Glorie. In der Klavierfassung dröhnen die Akkorde, aber es fehlen die Klangfarben, das Blech, welche das beabsichtigte Gefühl doch am ehesten zu transportieren vermag. Schwierig ist diesbezüglich auch Liszts "Les Preludes" mit seinen gewaltigen Fanfaren. Allerdings besteht dieses Liszt-Werk aus weit mehr, und da macht es wieder Spaß. Das Duo lässt Arpeggien rauschen, Bässe grollen, entfaltet Pathos und dunkle Ahnungen, dass es eine Lust ist. Zum Schluss dann die Tannhäuser-Ouvertüre, eine eigene Bearbeitung, mit fein herausgearbeiteten Stimmungen.

Quelle: Badische Zeitung - von: rob - 13.01.2012 - - http://www.badische-zeitung.de





Hand an Hand perfekt aufeinander abgestimmt

ESSLINGEN: Duo Tsuyuki und Rosenboom blättern bei „Weltklassik am Klavier“ die Welt der Oper auf

  Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom
   Mit Eleganz und Charme präsentierten Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom im Bürgersaal ein Konzert, das in sich stimmig war bis ins Detail, auch was die Kombination und Dramaturgie der ausgewählten Stücke betrifft. Foto: Eberle

Vor rund fünf Jahren gründete Kathrin Haarstick die Reihe Weltklassik am Klavier. Gespielt wird mittlerweile an 35 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Pro Jahr kommen mehr als 400 Konzerten zusammen. Jeden ersten Freitag im Monat finden auch im Alten Rathaus in Esslingen diese Weltklasse-Konzerte statt. Im Bürgersaal gastierte am Freitagabend das Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom. Die beiden Pianisten blätterten mit brillantem Spiel und bekannten Ouvertüren die Welt der Oper auf.Erst seit dem Jahr 2009 spielen die Japanerin Chie Tsuyuki und der aus Emden stammende Michael Rosenboom als Duo zusammen. Sie sind miteinander verheiratet und überzeugten bereits bei mehreren internationalen Wettbewerben. Ausgezeichnet wurden sie etwa bei der Londoner International Music Competition und der International Pianoduo Competition in Tokio. Sie legten beide außerdem ein Konzertexamen als Solo-Pianisten an der Musikhochschule in Hannover ab. Und sie engagieren sich in der Nachwuchsförderung als Dozenten an der Musischen Akademie in Braunschweig. Auch als Juroren sin sie gefragt beim Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Zum Auftakt spielten sie die Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“. Schon in diesem ersten Stück zeigten sie die Brillanz und Ausgewogenheit ihres differenzierten Spiels. Ihr Zusammenspiel ist nahezu perfekt aufeinander abgestimmt, ihre Interpretationen sind frisch, und sie spielen die unterschiedlichen Tempi und Themen mit sicherer Prägnanz und gleichzeitig zauberhafter Leichtigkeit. Dramaturgische Spannungsbögen fächern sie gekonnt auf, und Brüche inszenieren sie mit großer Eleganz. Gelegentlich übertrafen sie mit ihrer Virtuosität allerdings die Möglichkeiten des Konzertflügels.Beim zweiten Stück, Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“, zeigten sie mit den klar herausgearbeiteten, feinen Nuancen auch interpretatorisches Gespür und Geschick.
Die Ouvertüre zum Opus 52 von Robert Schumann inszenierten sie nicht wuchtig, sondern sanft perlend, mit feinen Staccato-Klängen, getragen von einer inneren Dynamik und einem perfekten Spannungsbogen. Nicht umsonst entlockte das „Scherzo“ mehreren Zuhörern ein begeistertes „schön“. Nach der Pause zeigten sie mit „Les Préludes“ von Franz Liszt und vor allem mit der Ouvertüre zu Richard Wagners „Tannhäuser“ noch einmal ganz andere Facetten von Weltklasse-Musik, pracht- und prunkvoller, aber nicht weniger differenziert.

Freier Eintritt für Kinder

Ein Feuerwerk war vor allem der „Tannhäuser“, er forderte höchste Virtuosität vor allem von Tsuyuki. Aber auch hier begeisterte das Miteinander der beiden Pianisten, getragen von beeindruckender und vollkommener Harmonie. Mit Eleganz und Charme präsentierten die beiden ein außergewöhnliches Konzert, in sich stimmig bis ins Detail, auch in der Kombination und Dramaturgie der ausgewählten Stücke.

Eines ihrer Ziele, so erläuterte Haarstick vor einiger Zeit in einem Interview, sei es, Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranzuführen. Deshalb ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zu diesen Konzerten auch prinzipiell frei.
Informationen zum Jahresprogramm unter www.weltklassik.de.


Quelle: Von Elke Eberle - Artikel vom 09.01.2012 © Eßlinger Zeitung




Tastenkönigin spielt Weltklassik

Mit einem Klavierkonzert der internationalen Klasse beginnt das neue Stiftskonzerte-Jahr.

  Anna Tyshayeva
   Anna Tyshayeva

Die ukrainische Konzertpianistin Anna Tyshayeva aus Odessa ist am Sonntag, 5. Februar, um 18 Uhr im Konzertsaal des Stiftsgebäudes, Kirchplatz 2, zu Gast. Die in Frankfurt lebende Pianistin ist eine international konzertierende Solistin. Von der Presse wurde sie als „ Tastenkönigin“ mit „vollendeter Darbietung“ gelobt.

In der Reihe „Weltklassik am Klavier“ bestritt sie in Osnabrück das Silvesterkonzert 2011. Mit der technisch extrem anspruchsvollen Sonate h-moll von Franz Liszt ließ sie es an Silvester richtig krachen. Anna Tyshayeva ist regelmäßig Gast renommierter Konzertreihen und Musikfestivals. Sie gewann den 1. Preis beim Internationalen „A. Scriabine“ Wettbewerb in Paris und den ersten Preis und Publikumspreis beim Wettbewerb der „Da Ponte“ Stiftung.


Quelle: Hellweger Anzeiger - 04.01.2012 - www.hellwegeranzeiger.de




Weltklassik am Klavier mit Kathrin Haarstick

Ein Beitrag für KulturZeit MK von Thomas Brenck (4.1.2012)

Brenck: Heute Kathrin Haarstick, Klaviermusik in Altena auf Burg Holtzbrinck 12-mal Sonntag um 17 Uhr. Ich spreche mit der Organisatorin, die die Saiten für dieses Jahresprogramm aufzieht. 12-mal Klassik am Klavier. Herzlich willkommen Frau Haarstick. Wie kann man so was machen, 12- mal Musik in Altena und - wenn man genau hinschaut - nicht nur in Altena, an anderen Orten auch.

  Kathrin Haarstick
   Kathrin Haarstick

Haarstick: An erster Stelle steht natürlich die Liebe zur Klaviermusik. Weltklassik am Klavier ist aus der Idee geboren, Spitzenpianisten, die noch bezahlbar sind, in die Erreichbarkeit von jedermann zu bringen, also auch in kleinere Orte und dort auch Kinder und Jugendliche anzuziehen.

Brenck: Wenn Sie Ihr Programm machen, brauchen Sie Verbindungen, Sie brauchen Ideen für Programme, Sie brauchen aber vor allem Ideen, welche Künstler, welche Künstlerin lade ich ein. Wo finden Sie Ihre Solistinnen und Solisten?

Haarstick: Es gibt auf der Welt viele Pianisten und Hochschulen für Klavier. Es gibt allerdings drei Spitzenuniversitäten. Die sind in Moskau, New York und Hannover. Ich habe begonnen mit der Reihe, indem ich Kontakt aufgenommen habe zu Hannover und mir dort einen der weltweit führenden Professoren der Soloklasse Klavier, Herrn Professor Bernd Goetzke, als Schirmherr zu gewinnen und Herr Professor Goetzke und auch Herr Professor Raekallio an der Juilliard School in New York helfen mir bei der Auswahl der Pianisten. Es bewerben sich pro Woche ca. 2 Pianisten bei mir.

Brenck: Wir sitzen jetzt nicht in einem Büro in einem Hochhaus, in einer großen Konzertagentur oder am Marktplatz in Hannover, sondern wir sitzen hinter einem Stall, hinter einer Scheune in Rysum und den Hörerinnen und Hörern kann man sagen, das ist ein kleiner Ort auf einer Warft auf Krummhörn, ganz im Nordwesten Deutschlands. Wie sind Sie hierher gekommen? Wie kann man von hieraus ein Programm für so viele Spielorte organisieren?

Haarstick: Ich bin ganz bewusst hier an das Ende der Welt gegangen - in einem Kilometer Entfernung ist die Nordsee zur einen und zur anderen Seite ist es die Ems - um zu beweisen, dass man mit diesem Niveau an klassischer Klaviermusik Publikum regelmäßig anzieht und in meiner kleinen Scheune, die Sie kennen, ist es eben jeden Monat mit ca. 100 Personen ausgebucht. Ich selber bin hierher gegangen, nachdem ich 20 Jahre die steile Karriere verfolgt habe, mit 80 Stunden die Woche und in Paris, London, New York und Chicago gewohnt habe und mir dann einfach gesagt habe: so jetzt machst du ein zweites Leben und da das Klavier in der Scheune stand, hatte es dann auch was mit Klavier zu tun.

Brenck: War Ihr Interesse an Musik oder insbesondere an Klaviermusik schon früh entwickelt?

Haarstick: Ich habe mit 5 Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Ich spiele allerdings nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber wir sind mit unseren Eltern regelmäßig in Bayreuth und regelmäßig in Salzburg gewesen. Bei uns lief den ganzen Tag Wagner - wissen Sie: auf diesem Plattenstapel, der dann so endlos runterkracht - und der wurde dann gewendet, sodass ich heute eigentlich noch nicht weiß, was ist aus Lohengrin und was ist aus Parzival. Aber wir sind sehr frühzeitig mit Musik in Kontakt gekommen, und deshalb lege ich auch so viel Wert darauf, dass Kinder in unser Konzert kommen. Deshalb haben wir Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Brenck: Sie haben in Altena einen sehr schönen Ort gefunden für Ihre Klavierreihe um 17 Uhr an jedem 3. Sonntag in jedem Monat des Jahres ohne Sommerpause. Und der Rahmen - fast eines englischen Landhauses - mit einer Grünfläche hinter dem Haus hat schon einen besonderen Reiz. Dazu die Schlichtheit des Raums, der auch eine gute Akustik zu bieten hat. Sie haben aber viele andere Orte gesucht.

Haarstick: Altena ist übrigens einer der Orte in der Burg Holtzbrinck, der aus Pianistensicht zu einem der Besten gehört. Natürlich ist auch die Klavier-Qualität an den einzelnen Orten unterschiedlich. Die sind natürlich alle besser als das, was Mozart und Beethoven je kennen gelernt haben, aber das Anspruchsniveau ist natürlich unglaublich gestiegen. Die Pianisten spielen heute alle besser als die 5 Stars vor 40 Jahren. Die anderen Orte sind genau so schön. Sie kennen die Scheune hier in Rysum (den Rysumer Fuhrmannshof), Burg Holtzbrinck in Altena, es gibt die wunderschöne kleine Klosterkirche in Remscheid, es gibt das alte Rathaus in Esslingen.
Die Reihe zeichnet sich also eigentlich dadurch aus, dass wir die Spitzenkonzerte haben in kleinem Rahmen. Es sollen wenige Gäste sein. Es geht uns nicht um die Quantität. Es geht um das Strahlen in den Augen der Gäste, vor allen Dingen aber auch der Kinder. Und was die Menschen auch lieben ist das Ambiente, ein schöner, ein besonderer Ort und das Persönliche. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir unsere Gäste immer mit Handschlag begrüßen und wenn möglich auch ein kleines Kerzchen anzünden, bevor wir sie begrüßen. Es soll einfach angenehm und schön sein. Wir sind das Gegenteil von einem Callcenter.

Brenck: Kathrin Haarstick heute zum Thema Weltklassik am Klavier in Altena auf Burg Holtzbrinck. Ich spreche mit ihr über die Konzertreihe und ich muss Sie jetzt einfach mal fragen: Frau Haarstick warum machen Sie sich die Mühe, Pianisten in so ein altes Gebäude zu bringen? Die Leute können sich doch zuhause ohne weiteres 'ne CD auflegen, das gibt es doch alles - wunderbar eingespielt.

Haarstick: Also, wer perfekte Musik möchte, der soll genau das bitte tun, denn bei uns gibt es Live-Konzerte zum Anfassen. Da ist auch mal ein Kind dabei. Kinder haben übrigens noch nie gestört, wenn etwas gestört hat dann waren das hustende Erwachsene.
Ich habe ein Anliegen und das Anliegen bezieht sich auf das Glück in den Augen der Gäste. Also für mich ist es das Schönste, wenn ich am Ausgang stehe und sage jedem mit Handschlag auf Wiedersehen und sehe dann wirklich, dass sie bewegt sind, gerührt sind und dankbar sind, ob es kleine Kinder sind oder ältere Damen. Also das Glück der Gäste ist das eine Anliegen. Das andere Anliegen ist aber, diese Hochkultur zu erhalten, die besteht aus Bach, Beethoven, Mozart, Brahms, Schumann, Schubert, Chopin, Liszt. Wir spielen keine Moderne, weil ich persönlich da allergische Reaktionen habe. Wir spielen - wie ich sage - nur diese Höhepunkte der Musik. Es ist ein wenig wie in der Literatur: Es ist unbestritten, dass auf einem ganz großen Berg von literarischen Werken Goethe als Spitze thront von einigen anderen großen Klassikern umgeben und daran hat auch gar keiner Zweifel und in der Musik ist das genau so ja. Ein Bach ist auch nicht aus dem Nichts entstanden, sondern aus einer 100-köpfigen Familie, die alle musiziert haben, eben der große Meister - wie wir heute sagen - das alte Testament der Musik.
Wenn Sie sich die heutige Musik anhören, man kann die mögen oder nicht mögen, aber den Respekt vor der unglaublichen kompositorischen Leistung aus Barock, Wiener Klassik und Romantik, den kann eigentlich niemand verleugnen. Nur, wir müssen ihn erhalten und dafür müssen wir etwas tun, um das zu erhalten. Es gibt teilweise Schulen, an denen das überhaupt nicht mehr gelernt wird; Kinder, die nicht mehr wissen, wie man Mozart buchstabiert, das ist mein zweites Anliegen.
Noch ein drittes - wenn Sie soviel Zeit haben: Das sind die Pianisten. Diese Pianisten durchlaufen eine unglaublich harte und perfektionistische Schule mit ganz wenigen Zukunftsaussichten. Wie viele große Hallen gibt es denn auf der Welt? Kann man an einer Hand abzählen oder zwei. Wenn wir aber ganz viele kleine Orte haben, wo es überall einen schönen Flügel gibt, ja dann haben die ganz viele Spielmöglichkeiten! Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was beispielsweise ein Pianist macht, um ein Konzertprogramm von einer Stunde, 2 mal 'eine halbe Stunde, zu erarbeiten, wenn er noch relativ jung ist, selbst wenn er schon Wettbewerbe gewonnen hat, von den renommierten. Nur diese Pianisten nehmen wir, die in den vielleicht 20 weltweit bekanntesten Wettbewerben reüssieren. Wenn sie ein neues Programm erstellen, dann müssen sie 10 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, 3 Monate üben…. wie im offenen Strafvollzug: Also ich sag mal, da steht ein Flügel, da ist eine Wand drum herum, da ist ein Raum drum herum. Es ist nicht so, dass es dunkel ist, aber es ist wirklich was anderes als gemütlich Betriebswirtschaftslehre im Garten zu lesen. Sie arbeiten und sie dürfen keinen Fehler machen. Sie sind absolut perfekt. Und um diesen jungen Pianisten Spielmöglichkeiten zu geben, deshalb veranstalte ich Weltklassik am Klavier!

Brenck: Kathrin Haarstick zur Reihe Weltklassik am Klavier und das ja jeden Monat in Altena. Frau Haarstick wie kann das klappen, wenn man Konzerte macht mit einer Publikumserwartung, die zwischen 40 und 80 Personen liegt, was ja ein Kammerkonzert ist, keine Veranstaltung in einem großen Haus. Wie kann so was überhaupt hinhauen?

Haarstick: Der Magnet für die Pianisten, bei uns zu spielen, ist nicht die Größe des Saals oder die Anzahl der Gäste. Es ist hauptsächlich die Gelegenheit, sich vor Publikum in der Bühnenpräsenz zu üben oder es ist auch ganz allgemein Erfahrung im Konzertieren zu sammeln oder sich vorzubereiten auf große Wettbewerbe. Bei 450 Konzerten im Jahr können die Pianisten bei uns auch an den verschiedenen Orten das gleiche Programm spielen. Das ist natürlich auch ökonomisch, weil es weniger Vorbereitungszeit ist.
Ansonsten leben wir alle, alle Beteiligten, die Pianisten, die Paten und Weltklassik, die Programmgestaltung, die Werbung macht, Internet macht, leben wir alle nur vom Strahlen der Augen der Gäste. Das heißt: Wenn viele Gäste kommen und die Gäste zufrieden sind, dann gibt es viel Einkommen und aus den Erlösen eines Abends beziehen wir alle drei Beteiligten unser Einkommen. Das schafft einen klaren Fokus auf die Zufriedenheit des Publikums, dass man auch Stücke auswählt, von denen man weiß, das Publikum möchte das gerne hören: eine Campanella, eine Mondscheinsonate oder Clair De Lune.
Da muss man sich sehr auf den Kunden fokussieren und das gefällt mir ganz besonders gut aus einem weiteren Grunde: Ich bin vollkommen unsubventioniert. Es gibt niemanden der uns irgendwie Geld schenkt und trotzdem rechnet sich das, rechnet sich diese Reihe. Das wollte ich auch ganz gerne beweisen, dass es auch ohne "Stütze" geht, dass diese fantastische Musik tolles Produkt genug ist.
Ich halte ja immer eine ganz klitzekleine Rede wenn ich mein Publikum begrüße: Herzlich willkommen bei Weltklassik am Klavier. Letztes Mal habe ich erzählt, ich bin fremdgegangen. Ich war in Baden- Baden. Ich habe mir ein Klavierkonzert angehört von Zimermann, Christian Zimermann, er hat wunderschön Chopin gespielt und ich sag´ mal, was der Unterschied war: Erstmal waren die Karten 5 mal so teuer wie bei mir, zweitens habe ich nachgerechnet, die Gäste ca. 20mal so weit weg von dem Pianisten und seinem wunderschönen Spiel gesessen, drittens klatschen die Leute in die Sätze (das anspruchsvolle Publikum bei Weltklassik nicht mehr), viertens kam das Bravo vor dem letzten Ton, fünftens sind dann etwa zwei Drittel der Gäste aufgesprungen und ins Parkhaus gelaufen und sechstens, die wir noch fleißig bis zum Ende applaudiert haben, weil er wunderschön gespielt hat, standen dann eine Stunde lang im Parkhaus bis wir draußen waren.

Brenck: Eine Geschichte zum Thema Pianisten, Umgang und Erfahrung:

Haarstick: Plötzlich klingelte vor dem letzten Ton der Pathétique, natürlich im langsamen Satz, ein Handy. Und der Pianist Denys Proshayev, ein absoluter Profi, Gewinner des ersten Preises des ARD Wettbewerbes, drehte sich um zu dem Gast und sagte: "Gehen sie ruhig dran, es ist sicher wichtig!"

Brenck: Kathrin Haarstick, Weltklassik am Klavier und ihre Erfahrung mit jungen Pianistinnen und Pianisten, die bei ihr ein Podium gefunden haben.

Haarstick: Die große Freude ist natürlich, dass sie uns gefallen und wir ihnen auch. Sie kommen wieder und wieder und wieder und möchten überall und auch im nächsten Jahr wieder bei uns spielen. Aber es gibt natürlich auch einige, die uns verlassen und zwar aus erfreulichem Grunde. In einem Fall Claire Huanci, sie spielte bei der Olympiade-Eröffnung in China, vor dem amerikanischen Präsidenten und danach eben in den großen Häusern, oder Frau Professor Gesa Lücker habe ich hier in Rysum als weibliches Küken kennen gelernt, inzwischen Professor an der Uni Köln und weitere Pianisten wie Yi Van Chang werden Professor in Taiwan und Motoi Kawashima in Tokio. Das sind ganz erfreuliche Abschiede, die wir dann haben.

Brenck: Weltklassik in Altena liegt im Alphabet ganz vorne, ist aber nicht der einzige und auch nicht der erste gewesen. Wie kommen Sie an die inzwischen über 35 Spielorte an denen Weltklassik am Klavier zu hören ist.

Haarstick: Eigentlich ist es Mund- zu- Mund- Beatmung. Es ist immer so gewesen: bei allen Orten, die sich entwickelt haben, das sind innerhalb von 4 Jahren 35 , dass ein Gast im Konzert war und sagt: Oh, ist das schön, ich hätte das doch auch so gerne bei mir zuhause. Und dann war unsere Antwort immer: Nennen Sie uns einen Raum mit Flügel und wir bringen Ihnen Weltklassik am Klavier vor die Tür- und so ist es entstanden.

Brenck: Herzlichen Dank, Kathrin Haarstick, und viel Erfolg mit Weltklassik am Klavier!

Haarstick: Ich bedanke mich bei Ihnen, Herr Brenck.

Quelle:
Tobias Brenck - www.radio-iserlohn.de - 04.01.2012





"Weltklassik am Klavier" jetzt auch in Velen

Leidenschaftlich und sensibel

„Weltklassik am Klavier“: Neue Konzertreihe in der Orangerie von Schloss Velen. Zur Premiere am Sonntag, 15. Januar, 17 Uhr, gastiert die Pianistin Anna Tyshayeva.

   Anna Tyshayeva
   Spielt bei der Premiere der Konzertreihe in der Orangerie von Schloss Velen: Anna Tyshayeva.

VELEN (pd/git). Musikalische Qualität, bekannte Werke berühmter Komponisten, familienfreundliche Eintrittspreise und Aufführungsorte fast vor der Haustür: Vor allem diese Bausteine haben der „Weltklassik am Klavier“ zum Erfolg verholfen. Jetzt öffnet Schloss Velen seine Türen für die kleine, aber feine Reihe exzellenter Klavierkonzerte. Was in 35 Orten deutschlandweit bereits regelmäßig nicht nur ausgewiesene Klassik-Fans erfreut, ist auch in der Orangerie geplant: Zwölf klassische Klavierkonzerte, die künftig am zweiten Sonntag des Monats ab 17 Uhr stattfinden.

Zur Premiere am 15. Januar präsentiert die ukrainische Pianistin Anna Tyshayeva ihr aktuelles Programm „Weltklassik am Klavier – Schubert – Ave Maria“.

In der Pressemitteilung heißt es: „Leidenschaft und Fantasie zeichnen das Spiel von Anna Tyshayeva aus.“ Das beweise sie in der ersten Konzerthälfte mit ihren Interpretationen von Bachs C-Dur Präludium und Schuberts Impromptu in Ges-Dur – oft mit dem Begriff „Ave Maria“ assoziiert – und dem allseits bekannten Lied „Ave Maria“ von Schubert, das Liszt für Klavier bearbeitet hat.

In der zweiten Programmhälfte erklingt Liszts h-Moll Sonate – ein Meisterwerk der Romantik von kompositorischer und musikalischer Komplexität.

Anna Tyshayeva stammt aus Odessa/Ukraine. Zunächst studierte sie dort am Musikgymnasium für Hochbegabte und am staatlichen Konservatorium bei Prof. Nikolaj Kryzhanovsky. In Deutschland setzte sie ihre künstlerische Ausbildung an der Frankfurter Musikhochschule in der Klasse von Prof. Irina Edelstein fort. Nach ihrem Abschluss war sie Studentin der Fortbildungsklasse an der Musikhochschule Nürnberg bei Prof. Wolfgang Manz und der Solistenklasse bei Leonid Dorfman an der Musikhochschule Trossingen.

Für die Intensität ihres Ausdrucksvermögens, ihre natürliche Musikalität und spieltechnische Eleganz wurde Tyshayeva laut Pressemitteilung sowohl von Kritikern gelobt als auch von Jurys renommierter Wettbewerbe ausgezeichnet. Die Pianistin sei eine international konzertierende Solistin und Kammermusikerin und regelmäßig Gast bei Konzertreihen und Musikfestivals.

Termin: 15. Januar, 17 Uhr; Kartenreservierungen: Tel. 04927/187949 oder per Email: info@weltklassik.de, www.weltklassik.de; Online-Kartenvorverkauf: www.reservix.de. Preis: 20 Euro; Studenten: 15 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren: Eintritt frei.

Quelle: Birgit Jüttemeier - 03.01.2012 - 16:08 Uhr - mobil.borkenerzeitung.de - 03.01.2012





Klassischer Jahresausklang in Stadtoldendorf

„Weltklasse am Klavier“ im Alten Rathaus begeistert die Zuhörer

Stadtoldendorf (jbo). Einen anspruchsvolleren Jahresausklang hätten sich die Freunde Klassischer Klavierkonzerte in Stadtoldendorf nicht wünschen können. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Weltklasse am Klavier – Romantik pur“ spielte die Südkoreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim Werke von Schubert, Liszt, Brahms und Ravel. Eine erfreulich große Anzahl Klassikliebhaber hatten, trotz des bevorstehenden Jahreswechsels, den Weg ins Alte Rathaus nach Stadtoldendorf gefunden, um den Darbietungen der jungen Künstlerin zu lauschen.

  Sarah Soyeon Kim
   Sarah Soyeon Kim überzeugte im Alten Rathaus durch ihr virtuoses Spiel mit höchstem technischen Können. Foto: jbo

Das außergewöhnliche Talent der in Seoul geborenen Sarah Soyeon Kim wurde bereits sehr früh entdeckt. Im Alter von 16 Jahren wurde sie als jüngste Studentin an der Royal Academy of Music in London akzeptiert. Zahlreiche namhafte Preise und Auszeichnungen wurden ihr in den vergangenen Jahren zuteil. Derzeit besucht Kim die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und betätigt sich mit großem Erfolg als Solistin und Kammermusikerin Europaweit und in den Vereinigten Staaten. Mit ihrem virtuosen Spiel und höchstem technischen Können, zog sie auch die Zuhörer in Stadtoldendorf in ihren Bann.

Dem Thema des Abends „Romantik pur“ perfekt angelehnt, spielte sie unter anderem Variationen von Schubert und die Brahmschen Variationen über ein Thema von Paganini. Besonders beeindruckte Kim mit ihren Interpretationen von Ravels „Gaspard de la Nuit“ und Liszts „Apres une lecture de Dante“. Hatten in der Pause bereits viele Zuhörer anerkennende Worte für die erstklassige Leistung Kims gefunden, erntete sie am Ende des Konzertes lang anhaltenden Applaus und „Standing Ovations“.

Erst nach einer anspruchsvollen Zugabe entließ das Stadtoldendorf Publikum die junge Künstlerin.


Quelle: Täglicher Anzeiger / Kreis Holzminden / MONTAG, 2. JANUAR 2012




Weltklassik am Osnabrücker Gertrudenberg mit Anna Tyshayeva

Osnabrück. Das erste Feuerwerk gab es schon Stunden vor Mitternacht. Keine verfrühten Knallfrösche, sondern die Pianistin Anna Tyshayeva ließ es am Silvesternachmittag ordentlich krachen, und zwar mit Liszts monumentaler Sonate h-Moll.

  
   Ins Werk versunken: Pianistin Anna Tyshayeva aus Odessa.
Foto: Thomas Osterfeld
Anna Tyshayeva stammt aus dem ukrainischen Odessa, wie auch ihre großen Kollegen Emil Gilels und Schura Cherkassky, von denen die Liszt-Sonate häufig und hervorragend gespielt wurde. Man braucht deswegen keinen Vergleich heraufzubeschwören, aber vielleicht kann man darin ein gutes Omen für die junge Pianistin sehen, die das technisch und musikalisch extrem anspruchsvolle Werk trotz zierlicher Statur mit offenbar stahlharten Fingern aus dem Flügel schlug.

Zuvor warb sie auch mit warmen Worten – und ihrer persönlichen Sicht auf das Werk – für den Jubilar des nun vergangenen Jahres 2011.

Doch die Klaviersonate war nicht das einzige Werk, mit dem Anna Tyshayeva ihren letzten Beitrag zum Liszt-Gedenkjahr leistete. Der erste Mephisto-Walzer und einige Bearbeitungen fremder Werke standen in der ersten Hälfte neben Werken von Bach und Schubert auf dem Programm im Treffpunkt für Kunst und Kultur am Gertrudenberg.

Anna Tyshayeva bestritt in dem akustisch für ein Klavierrecital sehr angenehmen Raum das dritte Konzert der Reihe Weltklassik am Klavier. Ihr Johann Sebastian Bach ist herrlich unhistorisch und verströmt eine gewisse Ruhe durch die Klarheit der Struktur. Schubert nimmt sie in nicht übertriebenen, aber sehr freien und flexiblen Tempi, setzt starke, überraschende dynamische Akzente.

Das wirkt ausgesprochen lebendig, mag aber vielleicht etwas zu viel sein für die beiden Impromptus aus op. 90, ein wenig aufgesetzt und dafür nicht sanft und schlicht genug.

Diesen Eindruck wird man auch manchmal nicht ganz los, wenn Liszt Schuberts Lieder für Klavier allein bearbeitet. Anna Tyshayeva interpretiert diese etwas zweifelhaft, aber dennoch irgendwie genial umgedeuteten Werke allerdings äußerst intensiv und mit dem nötigen Gespür für Klangschattierungen.

Schumanns „Widmung“, Schuberts „Ave Maria“ und besonders sein „Auf dem Wasser zu singen“ klingen nicht nur technisch perfekt, sondern entwickeln und entfalten ihre Klänge in wohl- überlegtem Fluss.

Quelle: Autor: Jan Kampmeier - 01. Januar 2012 - 14:11 Uhr - www.noz.de





Virtuosität auf hohem Niveau

Altena. Etüden von Claude Debussy, Wolfgang Amadeus Mozart, Frederic Chopin und Robert Schumann standen beim letzten Konzert des Jahres in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ auf dem Programm, das die Chinesin Lin Chen vor 30 Zuhörern in der Burg Holtzbrinck gestaltete.

Eine Etüde ist in ihrem ursprünglichen Wortsinn ein Musikstück für ein Soloinstrument, das den Ausführenden zu größeren Fertigkeiten auf ihrem Instrument verhelfen soll. Diese „Übungen“ auf dem Klavier hat Lin Chen eigentlich nicht nötig, denn die Chinesin ist bereits eine Meisterin ihres Fachs. Umso leichter konnte sie an ihre Aufgabe, die Stücke einem fachkundigen Publikum darzubieten, herangehen.

  Lin Chen
   Die Pianistin Lin Chen beschloss den Reigen der „Weltklassik am Klavier" für 2011. Foto: Heinz Linke
Seit dem vierten Lebensjahr am Klavier

Die 30-jährige Chinesin spielt seit ihren vierten Lebensjahr Klavier und besuchte in diesen jungen Jahren bereits die Musikschule in Tianjin. 1993 erfolgte ihr Studium am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Seit 2005 studiert die Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe nun an der Hochschule für Musik in Hannover. Von dort kommen die meisten Solisten, die in der Reihe der „Weltklassik“ in der Burg Holtzbrinck über das Jahr auftreten. Lin Chen stand mit ihrer virtuosen Leistung auf dem hohen Niveau der anderen Pianisten , die bisher den Weg in die Burgstadt gefunden hatten. Erstmals stellte sich vor zwei Jahren den Zuhörerinnen und Zuhörern in der Burgstadt vor.

Zwölf Konzerte waren es wieder, die 2011 in der Veranstaltungsreihe stattfanden. Auch im neuen Jahr dürfen sich heimische Musikfreunde auf die Fortführung von „Weltklassik am Klavier“ in der Burg Holtzbrinck freuen. Altena ist einer von 33 ausgesuchten Orten in Deutschland, an denen diese Konzerte durchgeführt werden. Als Aufführungsort hat sich der Veranstalter dafür Burgen und andere historische Bauten ausgesucht.

Beim ersten Konzert in neuen Jahr unternimmt Aleksandra Mikulska einen Streifzug durch die Werke von Frederic Chopin.

Quelle: 20.12.2011 | 18:05 Uhr www.derwesten.de - Heinz Linke





Differenzieren statt protzen

Faszinierende Liszt-Bearbeitungen bei "Weltklassik am Klavier".

LAHR/OFFENBURG. Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Richard Wagner – das sind drei recht unterschiedliche Komponisten, in Stil, Absicht und Wirkung. Bei den jüngsten Konzerten der Reihe "Weltklassik am Klavier" am Wochenende in Lahr und in Offenburg waren sie Teil des Programms, allesamt in Bearbeitungen von Franz Liszt. Der nutzte die Werke von Kollegen gern als Steilvorlage, um seine geniale Art der Tastenbehandlung zu demonstrieren.
  Pianistin Katharina Treutler
   Pianistin Katharina Treutler (Foto: Weltklassik )



Umso überraschender ist es, seine Bearbeitung von Schuberts anmutig-schlichten "Ständchen" zu hören. Dessen Zartheit wird geradezu betont, und die ausgezeichnete Katharina Treutler am Klavier gewinnt den leisen Tönen klare Nuancen ab. Etwa wenn Liszt doch ein bisschen auf den Tasten zaubern muss und einen chromatischen Lauf aufblitzen lässt. Katharina Treutler hebt das dezent heraus. Oder sie betont angemessen eine kleine Dissonanz, zeigt bei einem kurzen Passagengang – Ta-ta-ta-ta-taa! eine Andeutung von schmetternder Fanfare. Es ist fast, als würde die Pianistin versuchen, das Original von Franz Schubert von der Bearbeitung durch Franz Liszt zu trennen.

Derlei Zierrat drängt sich großenteils in der letzten Strophe, doch auch dort rüttelt Liszt nicht wirklich an der Innigkeit, dem zarten Gefühl, der seelenvollen Stimmung. Es scheint, als würde er Schubert sehr mögen. Ganz anders ist die Musik von Giuseppe Verdi. Dessen "Rigoletto" strotzt vor Dramatik, Leidenschaftsausbrüchen, düsteren Absichten/Ahnungen und melodischem Schmelz – alles zusammengefasst im berühmten Quartett des Schlussakts. Und Liszt macht etwas draus, das Verdi gefallen hätte: Oktavendonner, chromatische Läufe, Sechzehntel schießen durch den Saal wie Funken in der Silvesternacht. Dann wieder hören wir feinste, vibrierende Trillerchen, als würde Liszt den Klang von Mandolinen auf dem Klavier imitieren wollen.

Das Gefühl durchschreitet diese Musik wie eine Schar Pilger

Begonnen hatte der Abend mit dem Liebestod aus Wagners "Tristan und Isolde", eine Bearbeitung, mit der Liszt die Werke seines Freundes Wagner bekannt machen wollte. Tremoli, wallende Arpeggien, weit gespannte Melodiebögen, unterlegt von kraftvollen Akkorden, vibrierende Bässe – das sind die Mittel, mit denen Liszt versucht, die Fülle des Orchesterklangs aus dem Klavier zu holen. Im Gegensatz um Rigoletto, wo es rauschhaft zugeht, ist der "Liebestod" eine ganz und gar emphatische Sache. Das Gefühl – überwältigend, innig, verklärt-sehnsüchtig – durchschreitet diese Musik wie eine Schar Pilger.

Originalen Liszt gab es auch: Teils andächtige, teils zerrissen-zerwühlte Impressionen zu Petrarca-Sonetten, und zum Schluss den Mephisto-Walzer. Treutler kann beides. Doch bleibt der Eindruck, das Ausdifferenzieren inniger Stücke bereite ihr mehr Freude als das Protzen. Die gefühlsstarken Werke waren die ganz besonders starken Momente dieses Konzerts.

Quelle: www.badische-zeitung.de - Dezember 2011





Pianistin spielte mit Charme und Brillanz

KULTUR Bravo-Rufe des Publikums nach dem Konzert von Katharina Treutler

Die Musikerin war am Sonnabend mit ihrem Programm „Lisztige Paraphrasen“ im Rysumer Fuhrmannshof zu Gast.

  Pianistin Katharina Treutler
   Pianistin Katharina Treutler

RYSUM - Immer wenn man glaubt, der musikalische Höhepunkt eines Klavierkonzerts im Rysumer Fuhrmannshof sei erreicht, dann kommt da jemand daher, spielt auf dem Flügel das Publikum mit Charme, Eleganz und Brillanz schwindlig und toppt alle bisherigen musikalischen Darbietungen an diesem heimeligen Ort in tiefster ostfriesischer Provinz. Die junge Pianistin Katharina Treutler, bereits mit etlichen internationalen Preisen bedacht, betörte das Publikum am vergangenen späten Sonnabendnachmittag geradezu. Es ist nicht die Mechanik am Flügel, die vielleicht mit Fingerfertigkeit und viel Übung erreichbar ist. Es ist wohl eher der Genius, den mit Talent zu umschreiben zu wenig wäre. Es ist die totale Hingabe zu diesem Musikinstrument, mit der die Künstlerin das Konzert bestreitet. Ohne Noten, quasi auswendig, spielte Katharina Treutler ein Programm, das in Auswahl und Reihenfolge einen interessanten Spannungsverlauf erkennen ließ.

„Liszt-ige Paraphrasen!“ hatte die Erfurter Künstlerin das Konzert genannt, und das war spannend. Die Paraphrasen von Liszt sind häufig Transkriptionen von verschmitzter Verspieltheit. In Richard Wagners „Isoldes Liebestod“ aus der Oper „Tristan und Isolde“ schüttet Liszt eine Menge Zorn aus, der ständig wechselt mit Trauer und – man höre – auch augenzwinkernder Verspieltheit. Die Pianistin schien nicht nur diese Passagen auszukosten, sich in diese Emotion musikalisch hineinzuleben. Auch die Rigoletto-Paraphrase nach Verdi lebte unter den Fingern der Tastenkünstlerin auf, so dass das Publikum sich hörbar begeistert zeigte.

Drei Liszt-Sonette rundeten einen temperamentvollen ersten Teil ab. Schuberts„Ständchen“, „Auf dem Wasser zu singen“ und „Gretchen am Spinnrade“ ließen mehr als nur ahnen, zu welchen Traumsequenzen gefühlvoller Melodien in Harmonie Katharina Treutler den Flügel bringen konnte.

Es war schon ein besonderes Erleben für das Publikum, wenn die Künstlerin mit ihren Händen und ihrem gesamten Körperspiel nahezu beschwörend hypnotisch dem Flügel Klangfolgen ent- lockte, die verzücken konnten. Wie Hämmer dann folgten die Tasten den Befehlen der energischen Hände bei dem „Mephisto-Walzer“. Da gab es noch mal ein furioses Donnerwetter, das umrahmt war von hörbaren Blitzen und fliegenden Fingern, und das schließlich mit Bravo-Rufen aus dem Publikum begeistert quittiert wurde. Eine kurze Zugabe beendete einen furiosen Nachmittag und entließ ein tief zufriedenes Publikum.

Quelle: VON WERNER ZWARTE - 28.11.2011 - Ostfriesen-Zeitung





Karten zu gewinnen
Weltklassik am Klavier

Eindrucksvoller Abend mit Gabriele Leporatti

Assmannshausen. (rf) – „Weltklassik am Klavier“ ist eine Veranstaltungsreihe, die am 19. November im Hotel Krone Assmannshausen begann und die das ganze Jahr 2012 begleiten wird. Damit trägt man dazu bei, die klassische Musikkultur dauerhaft zu erhalten. Unter der Schirmherrschaft von Professoren der Hochschule für Musik in Hannover und der Juilliard School New York finden sich in ganz Deutschland Orte, an denen begnadete junge internationale Ausnahmepianisten Ausnahmepianisten ihren Auftritt haben. Die historische Krone Assmannshausen ist dankbar, dazu zugehören.

  Gabriele Leporatti
   Eröffnete die Reihe „Weltklassik am Klavier“ in der historischen Krone Assmannshausen: Gabriele Leporatti.

Den Anfang der Konzerte machte Gabriele Leporatti mit Werken von Mozart, Janácek, Liszt und Schumann. Leporatti gilt als Meister der Romantik. Höchst sensibles Einfühlungsvermögen, gepaart mit einem nuancierten feinen Anschlag und technischer Brillanz vereinten sich in seinen Interpretationen und lassen sie so zu einem unvergesslichen Hörgenuss werden. Der Italiener führte seine Zuhörerinnen und Zuhörer im „Künstlersaal“ der Krone in ein Reich der Fantasien. Dort wo bereits berühmte Künstler vor vielen Jahren ihre großen Konzerte gaben, ließ nun Gabriele Leporatti mit Gefühl seine Hände über die Tasten des Flügels gleiten. Den Anfang machte Mozarts Fantasie d-Moll KV 397, gefolgt von einer Reihe, die Leos Janácek komponierte: aus „Auf verwachsenem Pfade“, „Unsere Abende“, „Die Friedecker Mutter Gottes“ oder „Sie schwatzten wie die Schwalben“ – von getragen bis heiter unterhaltend. Es folgte „Vallée d’Obermann“ von Franz Liszt und nach einer Pause Schumanns „Fantasie C-Dur op. 17.

Gabriele Leporatti begeisterte sich bereits im frühen Kindesalter für klassische Musik und das Klavierspiel. Inzwischen ist er Preisträger bei mehreren internationalen Wettbewerben.

Am 10. Dezember, um 17 Uhr an gleicher Stelle, darf man sich auf Aleksandra Mikulska freuen. Werke von Frédéric Chopin stehen auf dem Programm. Der Eintritt kostet 25 Euro, Studenten 15 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.

Karten für A. Mikulska

Das Rheingau Echo verlost 3 x 2 Eintrittskarten für das Konzert. Schicken Sie eine Postkarte an:

Rheingau Echo Verlag GmbH
Kennwort:
Weltklassik am Klavier
Industriestraße 22
65366 Geisenheim


Einsendeschluss: Dienstag, 29. November 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden veröffentlicht und stehen auf der Gästeliste der Krone Assmannshausen.


Quelle: Rheingau-Echo, 24.11.2011





Bach ohne Schnörkel und Firlefanz

  Sunghoon Simon Hwang
   Pianist Sunghoon Simon Hwang spielt Bachs Goldberg-Variationenohne Pause.

ISERNHAGEN F.B. Er spielt als Konzertpianist in großen Orchestern, hat viele internationale Preise gewonnen, gibt Meisterkurse am Klavier, und er unterrichtet dieses Instrument als Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim. Am Sonntagnachmittag war Sunghoon Simon Hwang im Isernhagenhof als Solopianist zu hören.

In der Reihe „Weltklassik am Klavier“ hatten etwa 100 Besucher die Gelegenheit, die Virtuosität des 35-Jährigen zu bewundern. „Goldberg- und andere Variationen“, so lautete der Titel des Konzerts. Die 30 Variationen wurden ohne Pause etwa 50 Minuten lang hintereinander gespielt – ohne Noten, wie dies bei Klavierkonzerten längst üblich ist.

Die Zuhörerin Elisabeth Jammel aus Großburgwedel hatte nach eigenerAussage zwar Schwierigkeiten, sich so lange zu konzentrieren, war aber voller Bewunderung für die Leistung Hwongs, der Bach ohne Schnörkel und Firlefanz so intensiv spielte, dass man meinen konnte, er gebäre jede einzelne Variation lust- und schmerzvoll.

Nach der verdienten Pause waren Werke von Mozart, Chopin und Brahms zu hören. Mozart beschreibt ein Menuett von Jean Pierre Duport, dem Hof-Violoncellisten Friedrich-Wilhelm II. Die neun Variationen sind sehr abwechslungsreich, die fünfte, äußerst humorvolle zum Beispiel, imitiert mit ihren Tonrepetitionen das Gegacker eines Huhns.

Die drei Werke, oft leicht und heiter, besonders die Paganini-Bearbeitungen des Romantikers Johannes Brahms, wurden vom Publikum freudig und begeistert aufgenommen, was Hwong zu zwei weiteren Zugaben animierte. zim

Quelle: J. Zimmer - HAZ, 08.11.2011





Hinterzimmer der Komposition

Gesa Lücker zaubert am Klavier.

LAHR. Die "Glöckchenetüde" von Franz Lizst war der Teilchenbeschleuniger, der am Samstag im Lahrer Pflugsaal das berühmte Campanella-Thema von Nicolo Paganini in seine Feuer stiebenden virtuosen Einzelteile zerlegte. Dass zwischen dem pianistisch gerade noch Möglichen, im Grenzbereich jeder Klaviermechanik viel, viel Musik im brausenden, schwungvollen Thema zu hören war, verdankte man der brillanten Gesa Lücker.

Gesa Lücker Die Professorin (Köln) konzertierte auf den Tag genau zum fünften Jahrestag der Reihe Weltklassik am Klavier im Pflugsaal. Schon bei Mozarts Sonate c-Moll KV 457 vertrat Gesa Lücker eine kräftige Architektur, die aber ein Ohr an die kleinen Räume und Hinterzimmer der Musik legte. Ihr Blick, der in Zäsuren und überraschenden Wendungen über den Flügel hinweg, fragend und suchend von einer spielerischen, sehr offenen Herangehens-weise zeugte, ruhte auch auf einem wunderbar einfühlsamem Adagio. Ein Fallenlassen in ein sehr freies und fühlendes Tempo, ohne auseinander zu fallen.

Diesem Weg blieb sie auch bei Liszts "Ave verum de Mozart", einer Transkription aus einem Chorsatz Mozarts und den "Les Jeux d éau à la Villa d’Este" treu. So, wie sie in der Moderation die spirituelle Seite von Liszts Kompositionen hervorhob, bildeten die fließenden Arpeggien im Glanz der tonmalerischen Komposition, quasi im Wassernebel eine Botschaft ab, wie es der Abbé Liszt in einem Bibelwort zur Partitur vermerkt hatte.

Das doppelbödige, hintergründige und übermütige Zirkustreiben, in dem Robert Schuhmann nicht nur seine damalige Verlobte Ernestine von Fricken sondern auch Clara Wieck, Chopin, Paganini, Tänzer, Harlekins und sich selbst in verschiedenen Persönlichkeiten, Eusebius und Florestan auftreten lässt, hatte bei Gesa Lücker ganz den Gestus eines spielerischen Geniestreichs. Sie spielte Schumanns Carnaval op. 9 kräftig, temperamentvoll und doch durchzogen von Geheimnissen (wie auch der Tonfolge A S C H, dem Heimatort von Ernestine von Fricken). Bei diesem Carnaval mit Tiefe, Melancholie und Selbstironie gelang Gesa Lücker ein Glanzstück, eine Charakterschau durch den besonderen Blickwinkel Schumanns. Große Begeisterung im Publikum. Ihre Virtuosität ließ Gesa Lücker als Zugabe ein brüchiges Kleinod aus Schumanns Waldszenen wählen. Im geheimnisvollen Licht: "Der Vogel als Prophet".

Quelle: spö - Badische Zeitung, 08.11.2011 - http://www.badische-zeitung.de/lahr/hinterzimmer-der-komposition--51461584.html





Zwei Virtuosen präsentierten Klassik-Knüller zum Zunge schnalzen

Rysum - Die Weltklassik-Konzerte am Klavier im gediegenen Ambiente des Rysumer Fuhrmannshofes haben sich zu einem Renner entwickelt. So war das Konzert mit dem Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom am späten Sonnabendnachmittag restlos ausverkauft. Auf dem Programm standen allerdings auch Klassik-Knüller zum Zunge schnalzen. Wenn die dann noch vierhändig von zwei Virtuosen präsentiert werden, die weltweit Musikpreise abräumen, erstrahlt Ostfrieslands tiefe Provinz in hellem Licht am Konzerthimmel.

Mit Edvard Griegs "Peer Gynt Suite Nr. 1 op. 48" ging sogleich ein Strahlen über die Gesichter der erwartungsfrohen Zuhörer. Natürlich kannten alle das weltbekannte Motiv der Morgenstimmung, in der die Harmonien sich steigerten und die vier Hände aus der Schauspielmusik zu Ibsens "Peer Gynt" Emotionen des Wohlfühlens schufen. Auch bei Johannes Brahms Walzer op. 39 und den ungarischen Tänzen Nr. 1 bis 5 flogen die Finger in blindem Verständnis der beiden Künstler über die Tasten, um Stimmungen in all ihrer Bandbreite zu entfachen, mal hämmernd, mal streichelnd. Folklore und Natur vermischten sich in einer Weise, dass man vergessen mochte, welche Kunst am Flügel dazu erforderlich war.

Mendelssohn Bartholdys "Duett: Andante und Allegro Assai vivace op. 92" brachte etwas Ruhe in die emotionale Aufgewühltheit der vorangegangenen Stücke. Jetzt floss alles leicht, locker und anmutig, allerdings blieb es auch oberflächlich. Das lag nicht an dem Paar Tsuyuki und Rosenboom, sondern wohl daran, dass das Klavier nicht Mendelssohn Bartholdys Schwerpunkt bei Kompositionen gewesen ist. Ähnlich gemächlich war es bei Mau-rice Ravels Märchen "Dornröschen" und "Die Schöne und das Biest". Zu einfach und offensichtlich wirkte die Motivführung in beiden Stücken, war nicht wirklich mitreißend - aber gekonnt gespielt. Zum Finale dann das, worauf alle gewartet hatten: Smetanas "Die Moldau". Und selbst, wenn man weiß, was einen erwartet, da man es etliche Male gehört hat, so war man in diesem Konzert wieder einmal gefangen von diesem musikalischen Naturereignis. Diese einzigartige Komposition ist im Ursprung für das Klavier geschrieben worden. Die Kraft und Sentimentalität darin entlockte den Zuhörern Bravorufe und langen Applaus. Weltklassik am Klavier in Rysum ist etwas ganz Besonderes.

Quelle: Ostfriesen-Zeitung - Von Werner Zwarte - 31.10.2011





HÖREINDRUCK - (Carsten Dürer, Piano News, Oktober 2011)

Die polnische Pianistin Aleksandra Mikulska legt hier bereits ihre zweite CD vor. Und die Auswahl ist eine ganz persönliche, um die Emotionen und Ausdrücke unterschiedlicher Komponisten, die ihr am Herzen liegen, zu verbinden, wie die Pianistin im Booklet erklärt. Zu einem wirklich eigenen Ausdruck findet sie in Haydns bekannter As- D u r - S o n a t e , kann die freudige Stimmung, aber ebenso das Dramatische behände ausleuchten. Doch weitaus überzeugender gelingen ihr die Präludien von Karol Szymanowski, die sie leuchten und glitzern lässt, immer mit Bedacht auf die feinsinnigen harmonischen Wendungen. Und dass diese Pianistin Chopins Werke brillant und selbstständig zu interpretieren versteht, hat sie schon auf ihrer ersten CD bewiesen. Eine wirklich persönliche, eine wunderbare Aufnahme.

Quelle: Carsten Dürer, Piano News, Oktober 2011





Grandioser Auftakt der Weltklassik-Reihe im Treffpunkt

Osnabrück. Sie habe drei Jahre an der h-Moll-Sonate von Frederic Chopin gearbeitet, bis sie so weit war, diese auf CD aufzunehmen, berichtet Aleksandra Mikulska in ihrer erfrischend natürlich wirkenden Moderation des Konzertprogramms: „Chopin pur!“ hieß es in der neuen Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ im „Treffpunkt für Kunst und Kultur am Gertrudenberg“. Mikulskas Chopininterpretation zeichnet sich sowohl durch einen hohen Grad an intellektueller Durchdringung als auch durch innige und vehemente Empfindungskraft aus.

Wenn man das Aushalten der Polaritäten von individueller Freiheitsliebe, revolutionärem Aufbegehren und Überschwang auf der einen sowie Aufopferung, Großherzigkeit und Schwermut auf der anderen Seite als typisch polnisch bezeichnen mag, so darf man Mikulskas Chopininterpretation als eminent polnisch bezeichnen. Damit stellt sie sich in die Tradition großer polnischer Pianisten.

Gleich zu Beginn zeigt sie mit dem b-Moll-Scherzo ihre pianistische Wandlungsfähigkeit zwischen romantischer Eruptivität eines grandiosen Forte und einer melancholischen Klarheit der Melodieführung, die auch an zarter Klanggebung nichts vermissen lässt. Genauso kompromisslos geht sie die heroisch-nationale As-Dur-Polonaise an: Hier führt sie geradezu pianistische Attacken aus der linken Hand, schleudert furiose Arpeggien und zaubert im geschwindmarschartigen B-Teil Nebenmelodien in den Mittelstimmen, die man sonst nicht zu hören gewohnt ist.

Auch beim Andante Spianato & Grande Polonaise Brilliante in Es-Dur sowie beim Fantasie-Impromptu Op. 66 frappiert Mikulska durch eine enorme Beweglichkeit in Dynamik und Agogik, scharf gestanzte Punktierungen und aberwitzig präzises Figurenwerk. Durchgehend werden hohe Tempi gewählt, die mit sicherer Virtuosität beherrscht werden. Und immer wieder findet man sich überrascht von bislang ungehörten Wendungen und individuellen Zugriffen. Eine beachtliche interpretatorische Leistung.

Bei der h-Moll-Sonate entfesselt Mikulska im Durchführungsteil des Kopfsatzes eine polyfon durchwirkte und kryptisch romantische Düsterkeit, die ihresgleichen suchen mag. Beim Trauermarsch gelingt es ihr dann, der etwas problematischen Diskantlage des ansonsten altehrwürdigen Bechstein-Flügels einen ausdrucksstark schön klingenden Trostgesang zu entlocken, bevor das Hauptthema des Schlusssatzes geradezu apotheotisch wie in Stein gemeißelt wird.

Quelle: Osnabrücker Zeitung (31.10.2011) - Autor: Ludger Rehm - http://www.noz.de/lokales/58351560/grandioser-auftakt-der-weltklassik-reihe-im-treffpunkt





Weg zur Solistenkarriere

Osnabrück. „Weltklassik am Klavier“ – eine neue Konzertreihe mit vielversprechendem Titel feiert am Samstag Premiere in Osnabrück. Jeweils am letzten Samstag im Monat wird um 17 Uhr ein Klavierabend im „Treffpunkt für Kunst und Kultur“ am Gertrudenberg stattfinden.

„In der Regel treten junge Künstler auf, außerdem einige erfahrenere, die gerne neue Programme ausprobieren möchten“, erzählt Allan Ware. Er ist Pate vor Ort. Die Reihe „Weltklassik“ gibt es bereits in insgesamt 36 deutschen Städten, und überall gibt es Paten, die jeweils für die Betreuung zuständig sind.

Seit Jahren schon organisiert Allan Ware die Sonntagskonzerte am Gertrudenberg, mit dem neuen Format will er nun mehr Besucher anlocken und den „Treffpunkt“ als Konzertsaal weiter etablieren. „Wir leiden ein bisschen daran, dass wir abseits liegen. Das Ziel ist für uns auch, den Besuchern einen kleinen Einblick in das Leben am Gertrudenberg zu gewähren.“ Der Konzertsaal befindet sich im Ameos-Klinikum, das viele Besucher durch die Konzerte zum ersten Mal betreten.

Allan Ware freut sich auch in musikalischer Hinsicht auf die neue Reihe. „Mich hat beeindruckt, dass die Künstler noch jung sind, aber alle Preisträger bei internationalen Wettbewerben. Alle müssen durch ein strenges Auswahlverfahren, es ist nicht leicht, in die Reihe aufgenommen zu werden. Dieses Verfahren wird zentral organisiert.“ Man wird in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ also Pianisten auf dem Weg zu einer Solistenkarriere begegnen können.

Künftig sollen zwölf Konzerte regelmäßig über das ganze Jahr verteilt stattfinden, eine Spielzeitpause gibt es also nicht. Das erste Konzert wird die Pianistin Aleksandra Mikulska bestreiten. Sie stammt aus Polen und wird in ihrem Programm „Chopin pur“ ausschließlich Musik ihres großen Landsmanns spielen, mit der sie vor einem Jahr auch eine erste CD veröffentlicht hat.

Die Veranstalter der Reihe möchten besonders jugendlichen Hörern den Genuss der Konzerte ermöglichen, daher ist für Besucher bis 18 Jahre der Eintritt grundsätzlich frei. Alle anderen Karten werden zum Einheitspreis von 20 Euro verkauft.

Das Konzert „Chopin pur“ mit Aleksandra Mikulska beginnt am Samstag um 17 Uhr im „Treffpunkt für Kunst und Kultur“, Knollstr. 31. Karten unter www.reservix.de.

Quelle: Osnabrücker Zeitung (27.10.2011) - www.noz.de/lokales/58268462/weg-zur-solistenkarriere





Ungewöhnliches Programm stieß auf ungeteilte Begeisterung

Mit Alexey Lebedev stand einer der erfolgversprechendsten Nachwuchspianisten auf dem Podium in der Wandelhalle. Sein Konzertprogramm in der Reihe "Weltklassik am Klavier!" umfasste überaus verschiedene Werke von Haydn über Beethoven und Chopin bis hin zu Bach-Busoni.

  Alexey Lebedev
   Der 31-jährige aus St. Petersburg stammende Pianist Alexey Lebedev bot ein buntes und abwechslungsreiches Programm höchst virtuoser Kompositionen. (Foto: Wilhelm Friedemann)

Doch der Konzertbeginn war noch interessanter. "Das ist doch nicht Robert Schumann!", hörte man es im Publikum raunen. Tatsächlich hat Schumann Variationen über den langsamen Satz aus Beethovens 7. Sinfonie komponiert, was zunächst einmal irritierte.

Bescheiden und mit schwarzem Hemd und schwarzer Hose bekleidet betrat Lebedev die Bühne. Schumanns Variationenwerk spielte der 31-jährige Russe expressiv, sehr klar strukturiert und mit einer für romantisches Repertoire eher ungewöhnlichen Transparenz. Fasziniert folgte das Publikum seinem Spiel. Nach aller Virtuosität in den etüdenhaften Variationen ließ Lebedev das Werk so leise verklingen wie es mit der Themenexposition begonnen hatte. Von vielen Konzertpianisten werden Werke der Wiener Klassik häufig zum "Warmspielen" missbraucht. Nicht so von Alexey Lebedev, der Haydns Klaviersonate in As-Dur Hob. XVI:46 bewusst nicht an den Konzertbeginn stellte. Er hatte diese Sonate bestens präpariert und durchlebte sie beim Spiel förmlich mit Geist und Körper. Die Chopinetüde op. 25, Nr. 10 mit ihren rauschenden Doppeloktaven und kraftvollen Akkorden sowie stärksten Kontrasten im Ausdruck boten Alexey Lebedev ein ideales Betätigungsfeld.

Ferruccio Busoni hielt sich in seiner Bearbeitung von Bachs "Chromatischer Fantasie und Fuge" im Wesentlichen an den Originalnotentext. Man könnte sagen, er richtete das fürs Cembalo komponierte Werk für das moderne Klavier ein. Lebedev brillierte in diesem durch Busoni veredelten Meisterwerk von Johann Sebastian Bach.

Zu Ehren von Franz Liszts 200. Geburtstag stand seine "Valse Impromptu" auf dem Programm. Als letzten großen Schwerpunkt hatte Alexey Lebedev jedoch Beethovens "Sturm-Sonate" ausgewählt. Die Interpretationen dieser Sonate sind so vielfältig wie die Pianisten, die sie gespielt haben. Lebedev entschied sich im ersten Satz für eine kraftvolle und wenig romantisch angelegte Spielart. Doch in den späten Adagio-Teilen, benutzte er das Haltepedal derart, dass Cluster entstanden. Ein bei dieser Musik selten eingesetzter Effekt.

Deutlich lyrischer ging Lebedev den zweiten Satz an, wobei er spürbar im Gestus der Musik voranschritt und nicht verweilte. Welch ein gelungener Kontrast zu den beiden im ersten Programmteil gespielten Mazurken von Chopin. Als krönender Konzertabschluss gelang Alexey Lebedev das temporeiche Rondo der Sonate.

Nach langanhaltendem Applaus gab es als Zugabe eine kurze E-Dur-Sonate von Domenico Scarlatti.
Am 13. November wird der Kanadische Pianist Marc Toth auf unterhaltsame Weise durch sein Programm führen. Beginn ist um 17 Uhr.

Quelle: Westfalen-Blatt - von Wilhelm Friedemann, 10.10.2011




Bachs Werk bedarf der Interpretation

Chiyan Wong gastiert in Altena

ALTENA · Die Veranstaltungsreihe "Weltklassik am Klavier" wurde am Sonntagnachmittag in der Burg Holtzbrinck durch den erst 22 Jahre alten Hongkong-Chinesen Chiyan Wong fortgesetzt. Dem Konzert wohnten rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer bei. Sie erlebten ein Klangerlebnis, das sich vom Barock bis zur Romantik erstreckte. Gleich der erste Vortrag Wongs faszinierte das Publikum. Es war die "Partita Nr. 2 in c-Moll", eine höchst anspruchsvollen Komposition Johann Sebastian Bachs. Gleichwohl umfasste Wongs Interpretation dieses Werkes ein wenig mehr moderne, musikalische Elemente, als es Bach sich vielleicht gewünscht hat. Bach habe, so der Künstler, für seine Generation komponiert. Er aber, Wong, spiele dessen Werke für seine Generation. "Ein bisschen Umbau muss bei dem ein oder anderen Vortrag meiner Meinung nach schon mal sein."

  Chiyan Wong
   Chiyan Wong (Foto: hb - Altenaer Kreisblatt)

"Klassische Musik ist zeitlos. Sie ist umfangreich und zum Teil gewaltig", erklärte Wong bereits im Vorfeld. Das bewies er mit einer Komposition von Ferruccio Busoni, der Sonatina Brevis. Der zweite Teil des Programmes befasste sich mit der Klaviersonate in h-Moll, von Franz Liszt. Auch dieses sehr anspruchsvolle Werk ging er mit der ihm eigenen Gelassenheit an, entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer in eine Welt, die Höhen und Tiefen bereit hält.

Wong wurde in Hongkong geboren, erhielt bereits mit sechs Jahren Musikunterricht. Die Begeisterung für klassische Musik wurde von seinem Vater übertragen, der selbst als Musiklehrer tätig war. Bereits mit 12 Jahren debütierte er. Mit 15 Jahren gewann er seine ersten, internationalen Preise. Nur wenige Musiker können in so jungen Jahren schon so große Erfolge vorweisen. Das Konzert in der Burg Holtzbrinck konnte Wong mit einem großen und lang anhaltenden Applaus des offenbar sachverständigen Publikums beenden. ·

Quelle: hb - Altenaer Kreisblatt, 13.09.2011




Fantasien am Sonntagnachmittag

Anstelle von Motoi Kawashima, der mittlerweile eine Professur in Tokio hat, gastierte am Sonntag in der Reihe "Weltklassik am Klavier" der italienische Pianist Gabriele Leporatti. Gerade zurück von seiner China-Tournee präsentierte Leporatti in der Wandelhalle sein aktuelles und in New York preisgekröntes Mozart-, Liszt- und Schumann-Programm.

  Gabriele Leporatti
   Der mehrfach ausgezeichnete Preisträger Gabriele Leporatti fesselte das Publikum durch sein leidenschaftliches Klavierspiel.
Foto: Wilhelm Friedemann


Die 1782 in Wien entstandene Fantasie in d-Moll KV 397 von Wolfgang Amadeus Mozart spielte Gabriele Leporatti stark gegliedert. In der Presto-Kadenz nutzte der Italiener die virtuosen Möglichkeiten des Werkes. Dennoch ließ er die schmerzvolle Klage des d-Moll-Themas über allem stehen.

Das Klavier stand nicht im Mittelpunkt des kompositorischen Schaffens von Leos Janácek, noch war er - im Gegensatz zu vielen anderen Komponisten - ein Konzertpianist. Seine 15 Stücke "Auf verwachsenem Pfade" schrieb der tschechische Komponist nach 1900, während er sich in einer Lebenskrise befand. Der Tod hatte ihm seine zärtlich geliebte Tochter genommen, seine bedeutendste Oper "Jenufa" stieß beim Publikum auf Ablehnung.

Gabriele Leporatti hatte vier charakteristische Stücke aus dem Zyklus ausgesucht. Auch bei bewegten Sätzen wie "Sie schwatzen wie die Schwalben" schwang stets eine melancholische Grundstimmung mit. Leporatti gelang es vortrefflich, diese einzufangen. Mit seinem ganzen Organismus schien er Janáceks Kompositionen zu durchleben.

Den Höhepunkt der ersten Programmhälfte bildete zweifellos Franz Liszts Fantasie "Vallée d'Obermann". Der Briefroman "Oberman" des französischen Schriftstellers Etienne-Pivert de Senancourt inspirierte Liszt zu seiner Klavierfantasie. Leporatti gelang es, die von Liszt komponierten Stimmungen mit ihren empfindsamen espressivo- und dolcissimo-Passagen und heftigen musikalischen Gefühlsausbrüchen perfekt wiederzugeben. Nach der Pause ging es ohne Zögern weiter mit der 35-minütigen Fantasie in C-Dur op. 17 von Robert Schumann. "Durchaus phantastisch und leidenschaftlich" lautet die anfängliche (Tempo)-Bezeichnung des ersten Satzes, der Gabriele Leporatte gerecht wurde, ohne in Pathos zu verfallen. Sein Klavierspiel an dieser Stelle als leidenschaftlich zu beschreiben, wäre eine maßlose Untertreibung. Mehrfach riss er den Mund weit auf und stieß seufzende Laute aus. Die Tiefe, mit der Leporatti die von ihm dargebotenen Werke durchdrungen hatte und förmlich nacherlebte war von wunderbarer Vollkommenheit und überzeugender Authentizität. Nach langem Applaus folge als Zugabe "Des Abends" von Robert Schumann.

Am 9. Oktober wird Alexey Lebedev Schumanns Variationen über Beethovens 7. Symphonie und Bachs Chromatische Fantasie und Fuge in der Busoni-Bearbeitung spielen. Ab Oktober beginnen die Konzerte in der Wandelhalle bereits um 17 Uhr.

Quelle: von Wilhelm Friedemann - Westfalen-Blatt, 12.09.2011




Liszt verlangt große pianistische Fähigkeiten

Gabriele Leporatti überzeugt im Isernhagenhof die Zuhörer

isernhagen F.B. Gabriele Leporatti ist ein gutaussehender, schmalgliedriger Mann und ein vielfach ausgezeichneter Pianist, der das Publikum sogleich für sich einnimmt. Kräftig stehende Akkorde füllen den Raum.

  Gabriele Leporatti
   Gabriele Leporatti beeindruckt das Publikum im Isernhagenhof. Foto: Zimmer

Der Mann am Flügel übt Zurückhaltung, lässt die Zügel aber nicht schleifen. Tief über sein Instrument gebeugt, die Finger leicht und sicher ihre Arbeit verrichten lassend, arbeitet er sich an Franz Lists „Valléed’ Obermann“ ab. Höchste Konzentration ist angesagt, verlangt der Komponist doch große pianistische Fähigkeiten und jede Mange Kraft, um die mächtigen Klangkaskaden zu bewältigen. „Es ist sehr komplex, sehr kompakt und beansprucht das ganze Spektrum an Können eines Pianisten“, sagt Leporatti über das Stück.

Mozarts Kleinod, die Fantasie d- Moll KV 397, gibt es quasi als Fingeraufwärmübung zum Anfang. Danach wurde es mit Leos Janácek tragisch. Aus dem Zyklus „Auf verwachsenen Pfaden“, einer Sammlung von zehn Erinnerungsbildern an seine früh verstorbene Tochter Olga, spielte Leporatti vier Stücke von beklemmender Dichte.

Nach der Pause das gefühlte Paradestück des Pianisten, Robert Schumanns Fantasie C-Dur op. 17: „Durchaus fantastisch und leidenschaftlich vorzutragen“. Diese Ansage für den ersten Satz könnte als Motto über dem ganzen Werk stehen. Schumanns jahrelanges Ringen um Clara Wieck spiegelt sich in der Fantasie. Die häufigen Tempo- und Dynamikwechsel gelangen Leporatti eindrucksvoll.

Das fünfte Konzert in diesem Jahr aus der Reihe „Weltklassik am Klavier“ verfolgten am Sonntagnachmittag rund drei Dutzend ältere Zuhörer. „Wir werden verstärkt daran arbeiten, mehr junges Publikum in den Isernhagenhof zu bekommen“, sagte der neue Vorsitzende des Kulturvereins, Bernhard Geveke.

Quelle: Von Jürgen Zimmer, 06.09.2011 - Nordhannoverschen Zeitung




Beethoven in Hemdsärmeln

Marc Pierre Toth: ein Chris Howland der Klavier-Klassik

Remscheid. Vor zwei Jahren war der Kanadier Marc Pierre Toth schon einmal mit einem Beethoven-Programm Gast in Remscheid. Sein damals erworbener Ruf muß ihm über die Jahre bewahrt geblieben sein, denn der Saal der Klosterkirche war zu seinem Konzert mit Werken von Beethoven und Liszt am vergangenen frühen Sonntagabend gut besetzt. „Endlich bin ich wieder in Remscheid!“ Mit diesem Bekenntnis hatte der sympathische Pianist die gut 100 Musikfreunde sogleich auf seiner Seite – und als er der Schwüle im Saal geschuldet salopp sein Sakko ablegte und mit aufgerollten Hemdsärmeln und gelockerter Krawatte am Flügel Platz nahm, wurden die Gäste zu Freunden.

  Marc Toth
   Marc Pierre Toth

Er ist ein ungewöhnlicher Musiker, der weltweit anerkannte Pianist und Hochschullehrer, der in fließendem Deutsch humorvoll, informativ und keineswegs schulmeisterlich in die beiden Beethoven-Sonaten des ersten Konzertteils einführte. Schon bei den Klangbeispielen zum op. 109, mit denen er Themen-Parallelen zu Beethovens op. 79 nachwies, war berückend, welche Klangfülle Marc Pierre Toth aus dem kleinen Yamaha-Flügel der Klosterkirche hervorzuzaubern wußte. Wer den Rundfunkplauderer Chris Howland kennt, der zur gleichen Stunde im WDR 4 seine sonntäglichen „Spielereien mit Schallplatten“ präsentierte, fühlte sich spontan an dessen sympathische Art erinnert.

Die Ausführung der Sonate op. 109 schließlich zeigte sich in Toths sehr individuellem Stil im Vivace farbig, einfühlsam bewegt, ja temperamentvoll da, wo Beethoven es sich so gewünscht hätte, sensibel und moderat im Prestissimo sowie gefühlvoll, wenn auch nicht gänzlich griffsicher im Andante, das er unprätentiös austrudeln ließ. Des komplexen op. 110, das ebenfalls zuvor allgemeinverständlich und heiter erläutert wurde - doch, das geht bei Beethoven – entledigte sich der Interpret mit Eleganz, akzentuiert, in flüssigen Übergängen, wenn auch hier mit marginalen Fehlgriffen. Hinreißend das das gewaltige Memento mori im mehrteiligen letzten Satz, der mit einer wuchtigen Schluß-Apotheose ausklingt.

Teil zwei widmete Toth einem „Pop-Star“ unter den Komponisten seiner Zeit: Franz Liszt. Dessen perlend brillante Transkription von Niccolo Paganinis Capriccio aus der Konzert-Etüde Nr. 2, ein kleines Meisterstück, wurde zu einer Perle des Abends, ebenso wie die Wagner-Transkription des Pilger-Chors aus „Tannhäuser“, den Toth zunächst im O-Ton Wagner mit Text vortrug. Zart die Melancholie von Liszts „Gondoliera“ mit dem Thema von Antonio Lambertis „La bionda in gondoletta“, dramatisch Liszts „Canzona“ mit dem Thema von „Nessun dorma“ aus Rossinis „Othello“ und volkstümlich die „Tarantella“ auf der Basis neapolitanischer Volksweisen.

Eine schönes Konzert – und Remscheid freut sich gewiß schon auf Marc Pierre Toths drittes Gastspiel.

Quelle: 26.08.11, von Frank Becker) - http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=9020





"Weltklassik am Klavier" verzauberte das Publikum

Johannes Friedemann Knoll spielte am Sonntag im Fehntjer Forum in Rhauderfehn. Der 31-Jährige präsentierte Stücke von Johannes Brahms und Franz Liszt. Das Publikum war begeistert.

Johannes Friedemann Knoll  
Mit seiner leidenschaftlichen Dabietung und gefühlvollen Interpretation der Stücke begeisterte Johannes Friedemann Knoll im Rhauderfehn seine Zuhörer. Bild: Harms

  
Rhauderfehn - Der 31-jährige, in der Schweiz lebende Pianist Johannes Friedmann Knoll gastierte am Sonntag im Fehntjer Forum in Rhauderfehn. Im Rahmen der Reihe "Weltklassik am Klavier" spielte der 1980 in Berlin geborene Knoll vor rund 50 begeisterten Klassik-Fans Werke von Friedrich Chopin, Johannes Brahms und Franz Liszt. Als Höhepunkt gab er Ludwig van Beethovens "Schicksalssymphonie", die Symphonie Nr. 5 zum Besten.

Klangvielfalt gepaart mit einer leidenschaftlichen Darbietung: So überzeugte Knoll alle Anwesenden. Der Preisträger internationaler Klavierwettbewerbe suchte den intensiven Dialog zu seinen Gästen, die es ihm mit viel Beifall dankten. Am 11. September wird um 17 Uhr Chiyan Wong im Fehntjer Forum spielen. Er präsentiert Stücke von Bach, Busoni und Liszt.

Quelle: Von Wolfgang Harms / 16. August 2011 / General Anzeiger / www.ga-online.de





Erlesenes für anspruchsvolle Gäste

Seit drei Jahren ergänzt die Konzertreihe Weltklassik am Klavier in der Wandelhalle das Kulturangebot

Bad Oeynhausen. Da ist er wieder, dieser prägnante und glasklare Anschlag. Zwar gilt er diesmal anderen Komponisten als in den vergangenen Jahren, aber der Mann am Klavier ist unverkennbar Haiou Zhang. Bereits zum dritten Mal eroberte der chinesische Pianist von Weltformat das Publikum in der Wandelhalle. Und wird auch nach zwei überaus virtuosen Zugaben nur ungern aus dem Konzertsaal entlassen.

 Haiou Zhang  
Hingebungsvoll und tief konzentriert | FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

  
Seit drei Jahren gibt es die Konzertreihe Weltklassik in Bad Oeynhausen. Inzwischen haben sich die monatlichen Klavierkonzerte in der Wandelhalle nicht nur fest etabliert, sondern auch in ihrer Zahl gesteigert. Denn seit vergangenem Jahr spielen die Pianisten zusätzlich Silvester. "Für unser Kulturangebot ist das eine absolute Bereicherung", versichert Frank Oette, der als Geschäftsführer der Staatsbad-GmbH auch für die Kultur in der Stadt zuständig ist.

"Die sonntäglichen Klavierkonzerte sind optimal im Spielplan integriert. Knapp 1.000 Besucher haben sich allein im letzten Jahr von den Konzerten faszinieren lassen. In diesem Jahr werden es vermutlich noch mehr sein. Und nicht nur das, die Konzerte sind auch ein Aushängeschild für unsere Stadt ", weiß Oette. Denn ein ausgefallenes Ambiente muss es schon sein, wenn Kathrin Haarstick, die Initiatorin der Konzertreihe, ihre Pianisten in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden auf Tournee schickt.

"Angefangen hat alles vor elf Jahren in einer gemütlich umgebauten Scheune im schönen Rysum in Ostfriesland", erinnert sich Weltklassik-Mitarbeiterin Andrea Lugg. Was am Anfang noch als Geheimtipp galt, etablierte sich schnell zu einer festen kulturellen Einrichtung mit einer wachsenden, begeisterten Zuhörerschaft. Auf Rysum folgte Lahr als zweiter Standort und inzwischen ziehen die Pianisten an 30 besonders schönen Standorten Liebhaber klassischer Musik in ihren Bann.

Bad Oeynhausen stieß als 13. Standort in die Weltklassik-Reihe. Zur Premiere 2009 gastierte das südafrikanische Duo Laura Pauna und Carla Hesse am schwarzen Flügel in der Wandelhalle. Ihre vierhändige Interpretation von Werken aus verschiedenen Epochen rief beim Publikum einen wahren Sturm der Begeisterung aus und sprach sich schnell herum. Seitdem gastieren dort jeden zweiten Sonntag im Monat internationale Pianisten und Gewinner renommierter Klavierwettbewerbe mit erlesenen Querschnitten von Werken aus Barock, Klassik und Romantik.

So wie Haiou Zhang, der diesmal in der ausverkauften Wandelhalle Werke von Frédéric Chopin und Franz Liszt zum Singen und Klingen und das Publikum einmal mehr zum Staunen und Schwärmen brachte. Mit Chopins Regentropfen-Prelude, dessen schicksalhaftes Pochen und Klopfen von dem 27-Jährigen mit Energie und Gefühl gespielt wurde. Oder mit Franz Liszts Wasserspielen, die der Pianist perlen und sprudeln lässt – wunderbar passend zu diesem kräftig verregneten Augustsonntag. Die Augen geschlossen konzentriert sich der Pianist aus Peking mit Wohnsitz in Hannover ganz auf sein Spiel, lehnt sich in den ruhigen Passagen zurück und lässt die Töne wie geschmolzene Schneeflocken verklingen.

Denn: "Das Publikum der Weltklassik ist anspruchsvoll und erwartet Qualität", weiß Frank Oette aus Erfahrung.

Quelle: 16. August 2011 - von ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER - Neue Westfälische - / www.nw-news.de





Virtuose Spiele auf der Klaviatur

Denys Proshayev mit Bach und Liszt bei Weltklassik am Klavier

  Denys Proshayev
   Denys Proshayev

Erst am Vortag von einer großen Konzertreihe aus Japan zurückgekehrt, zeigte der international anerkannte Pianist Denys Proshayev im intimen Rahmen der Remscheider Klosterkirche am vorigen Sonntag Konzentration und nuanciertes Spiel. Publikum und Saal sind ihm vertraut, seit er hier im November 2010 mit einem erlesenen Tschaikowski-Programm Freunde gefunden hat. (Lesen Sie dazu unten die Besprechung des Konzerts vom 22.11.2010)

Nun also Barock und Romantik, denn im ersten Teil des Abends stand Johann Sebastian Bach auf dem Programm, im zweiten Teil Franz Liszt - genauer: Transkriptionen. Im Bachschen Werkverzeichnis dicht beieinander liegen dessen Concerto in D nach Antonio Vivaldis Violinkonzert (BWV 972), das Concerto in d nach Alessandro Marcellos Oboenkonzert (BWV 974) und sein eigenes Italienisches Konzert (BWV 971). Schnell und schnörkellos eröffnete Proshayev mit der Vivaldi-Transkription, der weit vielschichtiger und tiefer gehend die Marcello-Transkription mit ihrem berühmten 2. Satz folgte. Dessen Triller sind wohl jedem Musikfreund im Ohr. Denys Poshayev gab das feinfühlig und traumschön mit dem rechten Gespür für die der Musik innewohnende Dramatik. Der schnelle, beinahe rasante 3. Satz rundete das erhebende Erlebnis spritzig und virtuos.

Bachs Italienisches Konzert ist ein Meisterwerk, geradezu ein Gassenhauer der Klavier-Literatur. Es beginnt glanzvoll mit angezogenem Tempo, schwelgt im 2. Satz im beseelten Ausdruck tiefer Besinnlichkeit und macht mit dem unerhörten, von Proshayev nahezu rasend angelegten Tempo des Schlußsatzes atemlos. Diese brillante, der Komposition würdige Interpretation spielte Proshayev wie alle anderen Stücke ohne Blatt.

Zwei romantischen Transkriptionen gehörte der zweite Teil des Konzerts, Franz Liszts Klavierfassungen von Richard Wagners „Festspiel und Brautlied“ aus Lohengrin und die „Romanze und Ouvertüre“ aus Tannhäuser. Festlich und feierlich, wenn auch leicht verhaspelt und ein wenig zu heftig, so schien es, legte Proshayev die fünf Minuten des ersten Stücks an, darin der berühmte Hochzeitsmarsch, zärtlich und lyrisch, glänzend und optimistisch. Mit viel Pedal, fast sphärisch abgehoben beendete kunstvoll schleppend und perlend die Tannhäuser-Romanze das Konzert, ein zärtlicher Genuß.

Denys Proshayev mit einem erlesenen Tschaikowski-Programm

So seriös und sensibel, zugleich liebevoll interpretiert hört man Tschaikowski nicht oft. Der Ukrainer Denys Proshayev, dessen hohe Anschlagskultur dem begeisterten Publikum am Sonntag in der Klosterkirche ein erlesenes Konzert der Reihe „Weltklassik am Klavier“ schenkte, lebt den russischen Komponisten.

Die zwölf „Charakterstücke“ der „Jahreszeiten“ op. 37b präsentieren einen verzaubernden Gang durchs Jahr: leicht nachdenklich und besinnlich, fast zierlich, doch mit flüssigen Läufen und von perlender Lebensfreude der Januar, dann: höchst lebendig, energisch sprudelnd, burlesk mit kräftigem Anschlag der Februar. Zart zurückhaltend zeichnete Proshayev den März des Lerchenflugs, aufblühend den April. Mit zauberhaftem Ausklang setzte er Tschaikowski romantische Mainächte ins Bild, ließ elegant mit der Barkarole im Juni träumen und zog froh im Juli mit den Schnittern aufs Feld. Proshayev machte raumgreifend die mit vollen Armen eingebrachte Ernte des August hörbar, das Halali der Jäger im September und zeichnete die Farben des Herbstes eindrucksvoll mit Melancholie und großer Tiefe. Den Jahresreigen schließen von der Troika des Pferdeschlittens aufgewirbelter Schnee und das strahlende Weihnachtsfest mit Tanz uns Glanz. Denys Proshayev ließ den Jahreszyklus so brillant passieren, daß man die Zeit der gut 45 Minuten nicht gespürt hatte.

Mit der Grande Sonate Nr. 1 op. 37 machte der Pianist seinen Hörern ein weiteres ausgesuchtes Geschenk. Gespickt mit technischen Anforderungen hohen Ranges eröffnet ein voluminöser Ecksatz voller thematischer Ohrwürmer diese Sonate von sinfonischer Größe. Dem gewaltigen Start folgen ein moderater, eher introvertierter zweiter und ein spielerisch eleganter dritter Satz. Souverän und flink zeigt Proshayev seinen Rang im Abschluß, dem nahezu hals- und fingerbrecherischen Finale Allegro vivace. Den komplexen Satz mit gelegentlichen Anspielungen an Mozarts „alla turca“ gab Proshayev hochvirtuos. Rauschender Beifall machte eine Zugabe obligatorisch.

Quelle: 25. Juli 2011 - von Frank Becker - Musenblätter - / www.musenblaetter.de





Zwischen klirrenden Höhen und grollenden Bässen

Weltklassik im Pflugsaal: Junge polnische Pianistin Aleksandra Mikulska mit einem intimen und persönlichen Chopin-Recital.

LAHR. Sie ist Polin, blond, mit natürlichem Charme und eine tolle Pianistin. Und sie plaudert in Konzerten gern über ihre Kindheit mit Frédéric Chopin. Aleksandra Mikulska, die am Samstag in der Reihe "Weltklassik" im stark besuchten Pflugsaal gastierte, schafft durch ihre Art zu erzählen im Nu eine familiäre Atmosphäre – etwas, das man bei einem Klassikabend ja nun gar nicht gewohnt ist.

  Aleksandra Mikulska
   Aleksandra Mikulska

Da erzählt die 30-Jährige von ihrer Oma in Warschau. Mit der hat sie damals, als sie noch klein war, also zu Kommunismuszeiten, immer Radio gehört, Klassik-Programme, mit viel Chopin. Denn Chopin, das war nationales Gut, etwas, das den Polen eine polnische Identität gab. Das empfinde sie auch heute noch so. Wenn sie unterwegs ist, im Ausland, dann ist Chopin für sie Heimat. Ihr Lieblingsstück beim Hören mit Oma war das berühmte Scherzo b-moll, das mit diesem dunklen, eigenartigen "brrrp – brrrp" beginnt, gefolgt von kraftvoll-düsteren Akkorden. Es ist ganz unscherzohaft verrätselt, dieses Werk. Die Akkorde sind wuchtig, eruptiv. Im Mittelteil weichen Düsterhriz und Geheimnis einer verschwärmten Melancholie, voller Erinnerungssüße. Bei Aleksandra Mikulska wirkt alles, was wie bei diesem Chopin-Recital zu Gehör bringt, intim und persönlich.

So, wie sie erzählt, spielt sie auch. Vordergründig ist das schlicht, dahinter ist es komplex, verästelt, fein gestuft. Sie hat eine hohe Anschlagkultur. Das erlaubt ihr viele Schattierungen in der Dynamik. Gelegentlich schürzt sie die Lippen, wenn sie in die Vollen geht. Oder sie wiegt ihren Körper, wenn Dreivierteltaktschwung eine Passage durchzieht. Pianistisches Schaulaufen ist das nicht. Man spürt, sie würde genauso spielen, sich genauso geben, wenn sie völlig allein am Flügel säße. Es gibt Momente, da langt sie richtig hin. Etwa bei der "Polonaise héroique", opus 53, mit einem knalligen "Padam Padam"-Rhythmus, in dem sich kriegerisch Fanfaren, Pauken und Tschinellen spiegeln, während im Achtel-Gestanze der Basshand der Galopp vorübersprengender Reiter hörbar ist.

Und natürlich bei der Sonate h-moll, opus 58: Die grellen Akkordblitze im ersten Satz, die wilden, zerrenden, rauschaften Triolenketten, das Klangspektrum zwischen klirrender Höhe und grollenden Bässen, diese Zerrissenheit überall – das wirkt schon fast lustvoll bei Aleksandra Mikulska. Dabei haftet ihrer Interpretation nichts Titanisches an.

Durch ihre Natürlichkeit wirkt auch dieses gewaltige, zwischen drängender Sehnsucht und wuchtigem Aufbegehren, zwischen Grübeln und Fordern hin- und herschlagende Werk völlig organisch. Weil Mikulska jede Empfindung als unmittelbar nimmt, nicht hinterfragt, sondern akzeptiert und ausbreitet, als wollte sie sagen: "Wir Polen sind halt so." Bedauerlich war einzig, dass das Instrument im Pflugsaal von der Qualität her mit der Pianistin nicht mithalten konnte und auch die Akustik ein wenig überfordert war.

Quelle: Montag, 04. Juli 2011 - Badische Zeitung - / http://www.badische-zeitung.de





Leckerbissen vor der Sommerpause

Lahr. Die Reihe "Weltklassik am Klavier" hat sich mit einem echten Leckerbissen in die Sommerpause verabschiedet. Rund 70 Zuhörer tauchten mit der 29-jährigen Polin Aleksandra Mikulska ein in die Klangwelt von Frédéric Chopin. Am 1. Oktober geht es dann weiter mit dem russischen­ Pianisten Alexey Lebedev.Die Musik ihres Landsmanns Frédérik Chopin liegt der jungen Pianistin aus Warschau unüberhörbar am Herzen. Im Januar 2010 hat sie in der Hausacher Stadthalle ein viel beachtetes Album mit Werken Chopins eingespielt, in Lahr servierte sie nun eine Hommage, in deren Mittelpunkt erneut die Sonate Nr. 3 in h-Moll op. 66 stand. "Ich entdecke immer wieder etwas Neues in der Sonate, obwohl ich mich seit Jahren mit ihr beschäftige", unterstrich Aleksandra Mikulska in der im klassischen Kontext zumindest in der von ihr praktizierten Form keinesfalls üblichen Einführung in das Werk. Sie sprach über Klangfarben und Besonderheiten, darüber, dass die Sonate Interpret und Zuhörer gleichermaßen herausfordert, aber auch über ihre Vorliebe für den langsamen dritten Satz, das Largo, das sie später mit einer fast greifbaren Hingabe servierte.

  
Aleksandra Mikulska
   Aleksandra Mikulska

Es war nicht das einzige Mal, dass sie im Lauf des Konzerts das Wort ergriff. Unmittelbar nach dem ersten Stück, dem ebenfalls auf der im Herbst erschienenen CD zu findenden Scherzo Nr. 2 in b-Moll op. 31, platzierte sie einen kleinen Vortrag, der das Programm bis zur Pause umfasste, vor allem aber ein kleine Reihe Schlaglichter auf Chopin selbst warf. Mikulska und der von ihr unüberhörbar bewunderte Komponist und Pianist fanden in ihren Worten und in der Musik zusammen, obwohl sie mit gerade einmal 29 Jahren bereits mehr Konzerte gegeben hat als Chopin in seinem ganzen Leben. Sie tauchte förmlich ein, biss sich in atmosphärischen Feinheiten fest, legte ihre ganze Empfindsamkeit in romantische Passagen, ohne das Temperament in der Musik Chopins aus den Augen zu verlieren. Kraftvoll und stürmisch stieg sie in die "Heroische Polonaise" ein, fand dann aber einen Weg hin zu einer tänzerischen Grundhaltung.

Mikulska verband Virtuosität mit Gespür, ließ das Publikum teilhaben an ihrer eigenen Ergriffenheit. Ihre von den Kritikern hoch gelobte Interpretation der Sonate Nr. 3 wurde zu einem an die symphonische Tondichtung erinnernden Glanzlicht, in dessen Zentrum das ergreifend ausformulierte Largo funkelte. Es war eine ehrliche, von innen heraus wirkende Auseinandersetzung mit Chopin, die sie mit einem als Zugabe servierten Walzer krönte.

Quelle: Schwarzwälder-Bote, vom 03.07.2011 21:01 Uhr - Von Jürgen Haberer - http://www.schwarzwaelder-bote.de





„Weltklassik am Klavier“ mit der Pianisten Gesa Lücker

Im Rahmen der Reihe „Weltklassik am Klavier“ im Isernhagenhof spielt Gesa Lücker Werke von Liszt, Mozart und Schumann.

Glöckchenetüde & Carnaval - Paganini, Mozart, Schumann, Liszt

ISERNHAGEN (r/bs). Die aus dem benachbarten Langenhagen stammende Pianistin Gesa Lücker, Gewinnerin des 1. Preises sowie Beethoven-Awards im internationalen Musikwettbewerb des IBLA Grand Prize gastiert mit ihrem Programm „Weltklassik am Klavier - Glöckchenetüde & Carnaval - Paganini, Mozart, Schumann, Liszt!" am Sonntag, den 3. Juli um 17.00 Uhr im Isernhagenhof, Hauptstraße 68 in Isernhagen FB.

Den Auftakt der ersten Konzerthälfte bildet die dramatische c-Moll Sonate von Mozart, die in ihrer Gestaltung den Beethoven Sonaten nahe steht und in einzelnen Zügen an seine Pathétique erinnert. Danach steht Liszt auf dem Programm. Zunächst die Transkription von Mozarts bekanntem „Ave verum corpus“, bevor Gesa Lücker auch schon die zart plätschernden Klänge der „Wasserspiele“ erklingen lässt. Die berühmte „Glöckchenetüde“ – „La Campanella“ -, die auf ein Thema eines Violinkonzertes des Ausnahme-Geigers Paganini zurückgeht, beschließen die erste Konzerthälfte.

  Gesa Lücker
   Gesa Lücker

In der zweiten Hälfte heißt es dann „Carnaval“ und Gesa Lücker präsentiert eine wunderbare Auswahl kurzer Charakterstücke aus dem Klavierzyklus von Robert Schumann. Wie so oft bei Schumann, spiegelt sich auch in diesen kurzen Stücken die ganze Palette der Dualität seiner fiktiven Gestalten Florestan und Eusebius wider und gibt durch diese Polarität den Stücken eine unvergleichliche Klangvielfalt.

Die Pianistin Gesa Lücker gab ihr erstes öffentliches Konzert schon im Alter von 9 Jahren und seitdem konzertiert sie als Solistin mit namhaften Orchestern im In- und Ausland. In bekannten Konzertsälen wie der Carnegie-Hall in New York und der Wigmore-Hall in London gab sie beeindruckende Rezitale als Solistin.

Schon während ihres Studiums an der Hochschule für Theater und Musik in Hannover gewann sie diverse Preise bei renommierten Wettbewerben, so unter anderem beim IBLA Grand Prize in Italien oder auch bei der Chopin-Gesellschaft in Hannover. Im Jahre 2009 erschien ihre Debüt-CD bei GENUIN mit Werken von Mozart und Prokofiev, die sowohl vom Rundfunk als auch der Fachpresse hervorragende Kritiken erhielt. Ihr Können vermittelt Gesa Lücker nicht nur in diversen Meisterkursen im In- und Ausland weiter sondern auch – nach ihrer Berufung im letzten Jahr – an der Kölner Musikhochschule.

Der Eintritt kostet 20 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren kostenlos

Quelle: von Birgit Schröder / 30. Juni 2011
Marktspiegel / http://www.marktspiegel-verlag.de





Zarte Wucht und virtuose Brillanz

Gerlint Böttcher trat in der Reihe "Weltklassik am Klavier" in Westrhauderfehn auf. Vor gerade einmal rund 30 Zuhörern begeisterte die Pianistin mit einem packenden Programm. Das Publikum spendete begeistert Beifall.

  
   Gerlint Böttcher

Westrhauderfehn - Klein war der Kreis derer, die am Sonntag Großes erleben konnten. Nur gut 30 Zuhörer waren ins Fehntjer Forum gekommen, wo die Berliner Pianistin Gerlint Böttcher im Rahmen der Reihe "Weltklassik am Klavier" konzertierte. Diejenigen, die gekommen waren, schwärmten bereits in der Pause und spendeten der mehrfach preisgekrönten Musikerin ein ums andere Mal prasselnden Beifall.

Beeindruckend war, welche differenzierte Klangmacht die zierliche, fast zerbrechlich wirkende Pianistin im apricotfarbenen Paillettenkleid entfaltete mit ihrem Spiel am Flügel, das Gegensätze anscheinend mühelos verquickt. Mit zarter Wucht erweckt Böttcher die Stücke zum Leben. In atemberaubender Geschwindigkeit durchsaust sie präzise kühne Läufe, lässt - von Furor getrieben - Bass-Oktaven grollen, setzt über wild rauschenden Arpeggien klare Melodiebögen und behält auch inmitten schäumender Gischt die Kontrolle.

Es ist ein ausnehmend virtuoses Programm, das Böttcher stemmt. Eins, das gerade die Fingerfertigkeit fordert. Die Rhapsodien des heute fast vergessenen tschechischen Frühromantikers Jan Václav Vorí?ek wimmeln ebenso vor komplizierten Läufen und abrupten Wechseln wie die Etüden von Franz Liszt, die Böttcher bravourös darbietet.

Quelle: Von Ole Cordsen / 15. Juni 2011
General Anzeiger / www.ga-online.de





Musikalischer Spagat gelungen

Der ukrainische Pianist und Dirigent Denys Proshayev vereinigte in seinem Klavierkonzert in der Wandelhalle seine beiden musikalischen Leidenschaften. Die erste Programmhälfte enthielt Klavierwerke von Johann Sebastian Bach, nach der Pause widmete sich Proshayev Liszt-Bearbeitungen von symphonischen Werken Richard Wagners.

  Denys Proshayev
   Denys Proshayev flogen für seine atembraubende Interpretation der Tannhäuser-Ouvertüre viele Bravo-Rufe entgegen. (Foto: Friedemann)

Ungewöhnlich eröffnete Denys Proshayev sein Konzert mit zwei Konzertbearbeitungen Johann Sebastian Bachs. Dieser übertrug Vivaldis Violinkonzert op. 3 Nr. 9 auf das Cembalo. In Proshayevs Klavierfassung gelang es, den orchestralen Farbenreichtum des Originalwerkes zu erspüren. Dynamische Gegensätze zwischen Tutti- und Solopassagen wurden ausgekostet und mit barocker Verzierkunst angereichert. Das berühmte Oboenkonzert von Marcello erlebte auf dem Tasteninstrument eine charakterliche Wandlung, denn ein Blasinstrument auf dem Klavier darzustellen oder auch nur ansatzweise zu imitieren kann nicht befriedigend gelingen. Denys Proshayev löste sich vom einstigen Original und interpretierte frei vom instrumentgebundenen Vorbild.

Gänzlich ohne reale Orchestersatzvorlage komponierte Bach sein Italienisches Konzert, das einen Teil seiner „Zweiten Klavierübung“ bildete. Denys Proshayev nutzte die Möglichkeiten des Konzertflügels, um Streicherklang, Bassgruppe und Solisten hörbar werden zu lassen. Besonders im ausdrucksstarken zweiten Satz gelang es ihm, die Melodie gesanglich über der Begleitung schweben zu lassen. Rasant schloss er mit dem dritten Satz sein Bach-Programm ab, in dem der Thomas-Kantor die erste Zeile des Chorals „In dir ist Freude“ in der Partitur versteckt hatte.

In eine gänzlich andere Klangwelt tauchte Denys Proshayev sein Publikum im zweiten Teil des Konzertes. Franz Liszt – ein großer Bewunderer und Förderer Richard Wagners – hatte Teile seiner Bühnenwerke für das Klavier bearbeitet. Das Vorspiel zum 3. Akt der Oper „Lohengrin“ war zwar nicht gänzlich verunglückt, doch schlichen sich recht viele falsche Töne in den von Liszt sehr üppig angelegten Klaviersatz ein. Denys Proshayev wählte zudem ein sehr schnelles Tempo, wodurch sein Vortrag etwas Halsbrecherisches erhielt. Rezitativ und Romanze „O du, mein holder Abendstern“ aus der Oper Tannhäuser lieferte quasi die Ouvertüre zur Tannhäuser-Ouvertüre. Atemberaubend gelang Proshayevs Interpretation des durch tastenakrobatisch höchste Ansprüche fast nicht spielbaren Werkes. Bedrohlich bewegte sich der Flügel mehrfach einige Zentimeter über die Bühne der Wandelhalle und man bekam eine Vorstellung davon, dass Franz Liszt selbst als Instrument zerstörender Solist gefürchtet war.

Zahlreiche Bravo-Rufe begleiteten die Verbeugungen des bescheiden wirkenden Solisten nach dem Konzert. Als Zugabe wurde mit Tschaikowskis „Jahreszeiten“ der Sommer unterstützt.

Eine vierhändige Klavierversion von Bedrich Smetanas „Moldau“ ist unter anderem am 10.7.2011 um 18.30 Uhr vom Klavierduo Tsuyuki und Rosenboom in der Wandelhalle zu hören.

Quelle: von Wilhelm Friedemann - Westfalen-Blatt, 12.06.2011





Der Pianist war derselbe, die Musik eine völlig andere

Denys Proshayev präsentiert einen entspannten "italienischen" Bach sowie einen auftrumpfenden und parodierenden Liszt.

LAHR/OFFENBURG. Der ukrainische Spitzenpianist Denys Proshayev war schon mehrfach in der Ortenau zu Gast. Am zurückliegenden Wochenende spielte in der Reihe "Weltklassik am Klavier", zunächst samstags in Lahr, dann sonntags in Offenburg, mit einer ungewöhnlichen Programmzusammenstellung: Bach in Teil eins, danach Wagner-Bearbeitungen von Liszt.

  
   Denys Proshayev

Dies vorweg: Es war in jeder Beziehung begeisternd, und zeigte die Extreme auf, die im Genre liegen. Hier die Bach’sche Musik, drei Konzerte, darunter das unter BWV 971 verzeichnete "Concert nach italienischem Gusto" und das BWV 974 "nach Marcello" – gemeint ist der Naturwissenschaftler und Komponist Alessandro Marcello, dessen Oboenkonzert Bach hier bearbeitet hat. Proshayev spielt das ganz entspannt. Die Finger gleiten über die Tasten wie mühelos. Nichts wirkt forciert. Sein offensichtliches Vergnügen an diesen "italienischen" Bach-Werken teilt sich unmittelbar mit. Man taucht ein in diese Art der Klaviermusik, in diese Stetigkeit, die niemals durch Schroffheit gestört wird, in der es keine Dynamik-Klüfte gibt. Gelegentlich wird eine Schlussphrase durch Entschleunigung hervorgehoben, das war’s an Aufregung.

Wer glaubt, dass sei langweilig, irrt sich sehr! Es ist so, dass diese Musik den Hörer einsaugt. Es hat etwas von Konzentration, vielleicht sogar von Trance. Und es hat Intensität. Zumal Proshayev diese Stetigkeit erzeugt, ohne zu plätschern oder gefällig zu perlen. Da ist immer eine Oberflächenspannung. Ganz wunderbar sind die langsamen Mittelsätze, liedhaft, singend, warm: Glückliche Musik – anders kann man es nicht sagen. Mit dem Schlussatz von BWV 971 zaubert Proshayev dann doch noch ein bisschen. Er nimmt das Tempo mehr als zügig, stanzt sich durch komplizierte Betonungswechsel und gibt den Verzierungen im Bass einen witzigen Zungenschlag. Große Klasse.

Der Pianist nach der Pause war derselbe, die Musik eine völlig andere. Liszt feiert Wagner. Er lässt ihn hochleben, zieht ihn da und dort durch den Kakao – und feiert mit vielen großen Gesten meist sich selber, indem er zeigt, wie man den üppigen Klang einer Wagner-Oper mit Effekten im Doppelplussuper-Format auf ein Pianoforte überträgt. Das beginnt mit "Lohengrin": Fanfarenstöße auf dem Klavier, sehr festlich. Dann großes Schweifen, wuchtige Bässe. Es beginnt ein schier endloses Triolen-Geknatter, die Tastatur rauf und runter, während die andere Hand wellt und wogt. Dann, leise und intim, das Thema des Brautlieds. Es wird wiederholt, pointiert, schelmisch fast. Dann wird es aufgelöst in körperlos-silbrige Arpeggien. Das "Tam Tam Tataaah" wird dann martialisch in die Tasten gerammt. Bei der Bearbeitung der Tannhäuser-Ouvertüre geht es noch wilder zu. Liszt zieht alle Register, und Proshayev zeigt, dass er mithalten kann. Elfentrippeln wird mit Groll-Bässen gekreuzt, Akkorde türmen sich auf, und die Klavierwogen schlagen hoch. Das mag ein effektheischender Schinken sein, ein Konzertknaller ist es allemal, und das Vergnügen, mit dem Liszt via Proshayev die Musik aus den Tasten spritzen lässt, wird vom Publikum geteilt.

Quelle: 09. Juni 2011 - www.badische-zeitung.de





Hahnerhof: Viel Beifall für Gabriele Leporatti

RATINGEN Weltklassik, von einem Weltklasse-Pianisten gespielt, fesselte die Zuhörer in Hahnerhof. Als Gabriele Leporatti vor das Publikum trat, war nicht abzusehen, welche Dynamik und Kraft in seinem Spiel lag. Der junge Italiener bewies schon durch seine Programmgestaltung die Fähigkeit, das Publikum in besonderer Weise durch die verschiedenen Facetten der Romantik zu führen.

  
   Gabriele Leporatti

Die Reihenfolge Mozart, Janácek, Liszt, Schubert und Schumann hob die Eigentümlichkeiten und Gegensätze hervor. Der Einstieg gelang mit der "Fantasie d-Moll" von Wolfgang Amadeus Mozart, ein Markstein in dessen Leben, als dieser neue Grenzen suchte. Leporattis sanfter Anschlag trug das innerlich gebundene Thema in seelische Tiefen. Auf diesem Untergrund gehoben sich leidenschaftliche Gebilde nahezu Beethoven´scher Prägung, die sich zum Ende in einem vollendet schönen Klangbild vereinten.

Ganz anders Leos Janáceks Suite "Auf verwachsenem Pfade". Der Komponist, der sich der Volksmusik seiner tschechischen Heimat verbunden fühlte, hatte in Erinnerung an seine stets kränkelnde und früh verstorbene Tochter Szenen zusammengestellt, die nun Gabriele Leporatti einfühlsam und bewegend vortrug. Klagen "Unsere Abende", noch heiter , verspielt , sprachen schon Sorge und banges Flehen aus "Die Friedeker Mutter Gottes". Kein Pianist kommt an Franz Liszt vorbei, dessen Stücke so schwierig sind, dass sich ein "normaler" Klavierschüler die Zähne daran ausbeißt.

Klang, Rhythmus und Thematik

Doch Gabriele Leporatti, Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe und Vorstellungen in großen Konzertsälen der Welt, begeisterte mi "Vallée d'Obermann". Von verzaubernden, zarten Tönen der aufgehenden Sonne, dem vollen heißen Klang der Mittagsstrahlen bis zum aufziehenden Gewitter und brüllenden Wolkenbruch, dargestellt in irrsinnigen Läufen und Akkorden, brachte der junge Pianist den ganzen Reichtum seines Könnens auf die Tasten. Es gelang ihm, mit Liszts Dreiheit von Klang, Rhythmus und Thematik überraschende Wirkungen zu erzielen. In lieblichen Vogelgezwitscher und Harmonie endete der Ausflug ins "Vallée d'Obermann".

Franz Schubert erhielt gerade bei den Klavierstücken seinen besonderen Stellenwert in der Hausmusik. Seine Walzer, Ländler, Moments musicaux, Impromptus sind bekannt in der ganzen Welt. So konnte Gabriele Leporatti sein Publikum mitreißen und das " Impromptu c-Moll" zu einem Höhepunkt der Veranstaltung werden lassen. In Robert Schumanns "Fantasie C-Dur" leuchteten noch einmal die Gegensätze zu den Vorgängen auf. Er verzichtet auf die Form, mischte die Sätze aus Sonatenbestandteilen, der langsame Satz kommt zum Schluss, getragen von einer inneren Einheit. Alle Gefühle, Sehnsucht, Trotz , Flehen bringt der Künstler Leporatti in seinem Spiel zum Ausdruck. Zum Schluss mündet der schmerzliche Verzicht in Klage und träumerisch, verschwebende Harmonien. Anhaltender Beifall belohnte den Pianisten.

Durch die Musik , die ansprechende, großbürgerliche Atmosphäre des Salons mit dem traumhaften Blick in den blühenden Park, die riesigen Rhododendronbüsche, über die Terrasse ins Weite, entstand eine wunderbare Einheit von Kultur und Natur.

Quelle: Von Gudrun Anschütz - Rheinische Post, Redaktion Ratingen - 17.05.2011





Vielfältiger Tastenlöwe

Der russische Pianist Mikhail Mordvinov spielt seit frühesten Kindertagen Klavier. Talent und Fleiß ließen ihn bei zahlreichen internationalen Wettbewerben siegen. CD-Produktionen und eine Assistenz-Professur an der Moskauer Gnessin-Musikschule zeugen von seinem Ruhm. In der Wandelhalle gastierte Mordvinov mit einem erstaunlich abwechslungsreichen Konzertprogramm.

  Mikhail Mordvinov
   Nach einem gelungenen zweistündigen Klavierkonzert nimmt Mikhail Mordvinov überaus glücklich den reichen Applaus des Publikums entgegen. (Foto: Friedemann)

Seit einigen Jahren ist es wieder in Mode gekommen, Musik des Barockkomponisten Jean-Philippe Rameau auf dem Konzertflügel zu spielen. Die Interpretation Mikhail Mordvinovs folgte selbstverständlich nicht der historischen Aufführungspraxis, vielmehr glichen seine Adaptionen der Cembalomusik einer ausgefeilten Bearbeitung für das moderne Tasteninstrument, ohne zu übertrieben romantisch zu werden. Verzierungen wurden durchaus barock ausgeführt, das Pedal affektverstärkend eingesetzt. Der flink gespielte letzte Satz "Les Cyclopes" kam erfrischend leichtfüßig daher. Etwas weniger Schwergewicht hätte auch den drei vorangegangenen Sätzen gut getan.

Einen harten Kontrast zu Rameau stellten die Lisztschen Bearbeitungen von zwei Schubertliedern dar. Bei "Auf dem Wasser zusingen" und "Der Wanderer" handelt es sich nicht um bloße Bearbeitungen von Kunstliedern für das Klavier, vielmehr reicherte Liszt die ihm so hochgeschätzten Schubert-Kompositionen quasi-orchestral an. Mikhail Mordvinov glänzte in diesen eskapadischen Klavierwerken.

Einen großen Höhepunkt des Konzertes stellte Frédéric Chopins Barcarolle Fis-Dur, Op. 60 dar. Hier trat offensichtlich hervor, was Mikhail Mordvinov von anderen technisch perfekten Pianisten unterscheidet, nämlich dass er außerdem ein großer Musiker ist.
In Franz Liszts heftiger Etüde "Chasse Neige" konnte man berechtigterweise um die Stabilität von Instrument und Bühne bangen. In vier Lyrischen Stücken von Edvard Grieg zeigte sich Mikhail Mordvinov vor der Pause noch einmal als Meister der kleinen Form.

Mit 4 Préludes von Claude Debussy setzte Mikhail Mordvinov endlich einmal impressionistisches Repertoire auf ein Konzertprogramm der Reihe "Weltklassik am Klavier!". "La cathédrale engloutie" beeindruckte, "Feux d'artifice" begeisterte das Publikum.

Nach den drei Sommerstücken aus Tschaikowskis Zyklus "Jahreszeiten" und zwei Tänzen Alexander Skrjabins krönte Mikhail Mordvinov das Konzert nach mit dessen Poéme "Vers la flamme" Op. 72. Nach einer längeren, gedankenversunkenen Zeit griff Mikhail Mordvinov wieder in die Tasten und spielte als Zugabe die atemberaubende Liszt-Bearbeitung des Schubert-"Ave Maria". Mit einem Konzert des ukrainischen Pianisten Denys Proshayev wird die Reihe am 12.6.2011 um 18.30 Uhr fortgesetzt. Es stehen Werke von Bach und Wagner/Liszt auf dem Programm.

Quelle: von Wilhelm Friedemann, Westfalen-Blatt, 09.05.2011





Virtuose Variationen

Alexey Lebedev überzeugt mit Könnerschaft und Liebenswürdigkeit

Vielfach prämiert und ausgezeichnet, u.a. beim Internationalen Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni in Bozen, gehört Alexey Lebedev zur Elite der jungen Generation am Klavier. Nicht zum ersten Mal war er am Sonntag in Remscheid Gast der ambitionierten Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“, die in der Mehrzahl junge Talente aus Osteuropa und Ostasien fördert. Während der 1980 in St. Petersburg geborene, hoch gewachsene Pianist konzentriert zu den Variationen Robert Schumanns über ein Thema des 2. Satzes der 7. Sinfonie Ludwig van Beethovens ansetzte (WoO 31) und von draußen die fröhlichen Stimmen spielender Kinder herein klangen, zog intensiver Bratenduft aus der Klosterschenke durch den Saal. Ostern steht bevor, und den Ferien geschuldet waren bedauerlicherweise nur rund drei Dutzend Zuhörer gekommen, um das erlesene Programm des Ausnahme-Pianisten zu hören.

  
   Alexey Lebedev

Denen aber bot Lebedev ein Konzert, das in seinem Rang nicht nur einen Spitzenplatz in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ belegen konnte. Hier war fühlbar ein Meister am Werk, der sogar mit dem vor allem in den Höhen an Mißtönen reichen kleinen Yamaha-Flügel der Klosterkirche fertig wurde, der unter seinen mächtigen Händen und seiner aufgeschossenen Statur fast wie ein Spielzeug wirkte. Zutiefst innerlich und hingegeben, mit intensiver Mimik und Körpersprache spielte Lebedev auch Joseph Haydns folgende, selten interpretierte As-Dur-Sonate Hob. XVI:46, im 2. Satz besonders zart, mit großer Ruhe und Delikatesse. Sein kultivierter Anschlag wirkt wie ein leichtes Berühren, meisterlich auch das angezogene Tempo des 3. Satzes. Gefühlvoll, beinahe erdfern und doch gehaltvoll schlossen sich Frédéric Chopins Mazurken op. 24 Nr. 3 und 4 an, gewaltig, ja dröhnend Chopins Etüde op. 25 Nr. 10, die keineswegs als Übungsstück durchgeht. Da muß schon ein Könner her. Lebedev ist ein solcher.

Zum in seiner Zeitlosigkeit bis dahin vielleicht schönsten Stück geriet ihm Ferruccio Busonis romantische Variation auf J.S. Bachs Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903. Mit brillantem Tempo-Gefühl gelang Lebedev die Verschmelzung von Barock und Moderne überwältigend, zahlreiche Bravi der Lohn. Franz Liszts „Valse Impromptu“, ein elegantes Salonstück von tänzerischer Leichtigkeit, zugleich nahezu sinfonischer Größe, legte er mit abermals kunstvoller Pausentechnik traumwandlerisch sicher an. Wuchtig, düster, drohend, gewaltig rollte Busonis Elegie „Meine Seele bangt und hofft zu Dir“ durch den Saal, wieder ein Fall für einen großen Virtuosen, als der sich Alexey Lebedev Mal um Mal erwies. Den Abschluß machte nach Alexander Skrjabins Fantasie op. 28 - wie alle Stücke ohne Blatt gespielt – als Zugabe eine frühbarocke E-Dur-Sonate Domenico Scarlattis. Der meisterliche Vortrag Lebedevs setzte Maßstäbe, was nicht zuletzt durch anhaltenden Beifall und herzhafte Bravi für den bescheiden und liebenswürdig auftretenden Künstler deutlich unterstrichen wurde.

Weitere Informationen unter: www.weltklassik.de und www.alexeylebedev.com

Quelle: Frank Becker - Konzerte 19.04.11 - http://www.musenblätter.de





Goldberg-Variationen

Mit stürmischem Beifall belohnt

  
   Weltklassik am Klavier, Sunghoon Simon Hwang gastierte in Altena

Altena. Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach sind ein überaus anspruchsvolles Klavierwerk, das von den Interpreten höchstes Können abverlangt. Am Sonntag wurde es im Rahmen der Reihe „Weltklassik am Klavier“ in der Burg Holtzbrinck aufgeführt. Sunghoon Simon Hwang war der Solist in Altena.

Bach soll die „Aria mit verschiedenen Variationen“, so hat der Komponist das Werk ursprünglich genannt, für den russischen Gesandten in Dresden, Keiserlingk, einem Freund der Familie Bach, geschrieben haben. Der Gesandte wollte des nachts, während seiner schlaflosen Stunden mit Musik unterhalten werden. Der Cembalist des Grafen von Keiserlingk war Johann Gottlieb Goldberg. Nach diesem hochbegabter Schüler von Johann Sebastian Bach benannt, erhielten die Goldberg-Variationen schließlich viel später ihren heute so bekannten Namen. Das Werk benötigt eine Spielzeit von 50 Minuten. Über diesen Zeitraum fesselte auch Sunghoon Simon Hwang dann das Publikum mit seiner Interpretation in der Burg Holtzbrinck. Der 36-Jährige spielte die Variationen mit unglaublicher Intensität und ganzer körperlicher Energie. Stürmischer Beifall war der Lohn für seine Darbietung.

Die Goldberg-Variationen waren jedoch nur der erste Teil des Konzerts in Altena. Nach einer Pause folgten weitere Variationen, so jede von Wolfgang Amadeus Mozart über ein Menuett von Duport und die „Variations Brilliantes“ von Frederic Chopin. Den Abschluss der Weltklassik am Klavier für den Monat April in der Burgstadt bildeten die Variationen von Johannes Brahms über ein Thema von Paganini. Auch in diesen drei ganz unterschiedlichen Werken konnte Simon Hwang seine Zuhörer restlos begeistern. Hwang ist 1975 in Südkorea geboren. Er studierte Klavier in Seoul an der nationalen Universität der Künste. Heute gehört er zu den herausragenden Pianisten seiner Generation. Bei internationalen Wettbewerben gewann er mehr als 30 Preise.

Bei dem schönen Wetter am Sonntagnachmittag genossen die über 30 Zuhörer die Pause zwischen den beiden Programmteilen im Hof der Burg Holtzbrinck bei einem Inbiss und erfrischenden Getränken.

Am 22. Mai ist Denys Proshayev mit Werken von Bach und Liszt in der Bürgerburg zu hören.

Quelle: Altena, 18.04.2011, Heinz Linke - http://www.derwesten.de





  
   Sarah Soyeon Kim
Das Fehntjer Publikum ließ sich tragen

Sarah Soyeon Kim bestritt den Auftakt zur Reihe "Weltklassik am Klavier" in Rhauderfehn. Die Pianistin spielte Werke von Brahms, Schubert. Liszt und Ravel. Ihr brillantes Spiel begeisterte.

Westrhauderfehn - Zum Schluss gab es stehende Ovationen für eine grandiose Künstlerin. Das Publikum im Fehntjer Forum bedankte sich für ein außergewöhnliches Musikerlebnis, das ihm die Pianistin Sarah Soyeon Kim beschert hatte. Die junge Koreanerin bestritt am Sonntag den Auftakt zur Konzertreihe "Weltklassik am Klavier" in Westrhauderfehn. Dabei präsentierte sie sich als wahre Meisterin ihre Fachs.

Völlig eins mit ihrem Instrument intonierte Sarah Kim unter dem Moto "Romatik pur" Werke der großen Komponisten Schubert, Liszt, Ravel und Brahms. Die Zuhörer ließen sich tragen vom brillanten Spiel der Pianistin.

Genau so hatte es sich die Organisatorin der Konzertreihe, die in Rysum lebende Kathrin Haarstick vorgestellt: Kassische Meisterwerke der Musik, die im überschaubaren Rahmen eines kleinen Konzertsaals von Ausnahmekünstlern präsentiert werden. Das Rezept funktioniert hervorragend. Die Reihe "Weltklassik am Klavier" findet inzwischen an mehr als 30 Orten in Deutschland, der Schweiz und den USA statt.

Quelle: Von Felix Weiper 12. April 2011 - www.ga-online.de





Ein Fest für Schumann-Fans

„Virtuose Träumerei“ hatte Mariya Kim ihr Schumann-Rezital in der Wandelhalle überschrieben. Neben der berühmten „Träumerei“ aus der Feder des Düsseldorfer Komponisten standen allerdings auch hochvirtuose Werke auf dem Programm, die die junge Ukrainerin meisterhaft spielte.

  
   Mariya Kim beeindruckte mit ihrer Werkauswahl des deutschen Romantikers Robert Schumann bei ihrem Konzert in der Wandelhalle. (Foto: W. Friedemann)
Als einen der literarischsten Klavierkomponisten seiner Generation stellte Artur Pacewicz den Komponisten Robert Schumann vor. „Seine Werke sind weniger auf Affekt bedacht als diejenigen von Franz Liszt“, betonte der studierte Pianist. Mariya Kim, die in der Ukraine und Hannover Klavier studierte und aktuell in Warschau ihre Studien vervollkommnet, stellte Werke beider Pianisten gegenüber, so dass sich die Zuhörer in der Wandelhalle ihr eigenes Bild machen konnten. Dass Schumann durchaus virtuos komponieren konnte, zeigten seine Konzertetüden op. 10 und seine Studien op. 3, beide über Violin-Capricen von Nicolò Paganini, die Mariya Kim mit technischer Perfektion spielte. Kim traf den Charakter eines jeden Werkes. Lange Pausen zwischen den Klavierstücken unterstrich deren jeweilige Eigenständigkeit.

Ungestümer und noch expressiver und dabei gleichzeitig sehr gesanglich gelang Mariya Kim Franz Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 12. Liszt hält hier eine Balance zwischen lyrischer Verträumtheit und virtuoser Tastenakrobatik, die den publikumswirksamen Reiz dieser Komposition ausmacht und von dem auch Mariya Kims Publikum am vergangenen Sonntag zu Bravo-Rufen hingerissen wurde.

Etwas alleine stand zunächst Robert Schumanns „Träumerei“ aus seiner Sammlung „Kinderszenen“ op. 15 zu Beginn der zweiten Programmhälfte da. Mit viel Rubato aber insgesamt recht zügigem Tempo spielte Kim diese weltbekannte Miniatur.

In der „Arabeske“ op. 18 findet sich ein Zitat aus der „Träumerei“. Mariya Kims Tempovorstellungen allerdings waren eher außergewöhnlich. Zu verhalten und zögerlich spielte sie Schumanns op. 20, so dass das maskuline Element in dieser Musik verloren ging.

In ihrer Programmauswahl überraschte die Ukrainerin, denn die abschließende Humoreske griff ebenfalls ein Motiv aus der vorangegangenen Arabeske auf. Außerdem knüpfte das Werk an den Beginn des Klavierabends an: Wieder einmal paarten sich handwerkliche Solidität mit der Fähigkeit, die charakterlichen Facetten eines großen Klavierwerkes herauszuarbeiten. Im Laufe der Komposition, die weniger humorvoll ist, als der Titel vorgibt, steigerte sich Mariya Kim in Intensität und Ausdruck. Als Zugabe hatte Kim Die Chopin-Etude op. 10, Nr. 3 ausgesucht.

Um den sommerlichen Gegebenheiten gerecht zu werden, finden die kommenden Konzerte der Reihe „Weltklassik am Klavier“ erst um 18.30 Uhr statt. Am 8. Mai kommt aus Berlin der russische Pianist Mikhail Mordvinov und spielt Werke von Rameau, Liszt, Schubert, Grieg, Chopin, Debussy, Tschaikowski und Skrjabin.

Quelle: W. Friedemann, Westfalen-Blatt, 11.04.2011





Bebend unter der Wucht der Akkorde

Mariya Kim glänzt bei Weltklassik am Klavier als Tastentigerin.

LAHR/OFFENBURG. Als "Virtuose Träumerei – Schumann pur!" war das jüngste Konzert der Reihe Weltklassik am Klavier vergangenen Samstag im Pflugsaal Lahr und am Sonntag dann im gut besuchten Salmen in Offenburg angekündigt. Ein recht merkwürdiger Titel, in jeder Beziehung. Wie träumt man am Klavier virtuos? Natürlich handelt es sich um eine Anspielung auf "Träumerei", eines der bekanntesten Schumann-Stücke, aus dem Zyklus "Kinderszenen". Nur: Die Kinderszenen waren vom Maestro ganz bewusst nicht virtuos komponiert worden, sie sollten tiefes, ernstes Gefühl transportieren und ein Gegenentwurf zur damals üblichen "Virtuoserei" sein.

  
   Mariya Kim
Musikalisch wurde die "Virtuose Träumerei" so umgesetzt, dass der Teil vor der Pause höchst virtuos war, der Teil danach mehr verträumt. Die Pianistin Mariya Kim aus der Ukraine überzeugte vor allem im ersten Teil. Virtuos kann sie – und wie! Auch wie sie sich am Klavier präsentierte, war ganz im Stil einer jungen Tastentigerin: Hier eine große Gesten, dann wieder tief über die Tasten gebeugt, im nächsten Augenblick bebend unter der Wucht der Akkorde. Glücklicherweise wurde das Motto "Schumann pur" nicht streng gehandhabt. Höhepunkt des Konzerts war nämlich Liszts Ungarische Rhapsodie Numero 12. Das war mitreißend! Zunächst die mit der linken Hand in die Tasten gehämmerten Akkorde, dann das vibrierende Grollen, wie ein Steinschlag, das Padam-Padam-Schreiten. Viel Pathos, viel Schwelgen, und immer voll in die Extreme! Drängend-süße Puszta-Melodik fließt zurück in Akkordwucht des Beginns, dazu gibt es tänzerische Elemente, die Mariya Kim geradezu in die Tasten stanzt. Da kann man förmlich die Hacken wirbeln und die Röcke fliegen sehen.

Zuvor hatte es eine Reihe Paganini-Bearbeitungen von Schumann gegeben. Die waren pianistisch nicht minder beeindruckend als das Liszt-Stück, aber musikalisch deutlich weniger attraktiv.

Nach der Pause ging es weiter mit der "Träumerei". Das Stück dauert etwa drei Minuten und ist, wenn es isoliert und nicht im Kontext der "Kinderszenen" dargeboten wird, doch mehr eine Zugabe.

Es folgte die Arabeske opus 18 und die sechsteilige Humoreske opus 20, beide aus Schumanns Wiener Zeit. Die Humoreske ist trotz einiger sehr lebhafter und quirliger Momente eher stimmungsvoll und verträumt. Insgesamt litt das Konzert nach der Pause daran, dass ein rechter Höhepunkt fehlte, dass es nach dem Feuerwerk von Teil eins nun gar zu gemütvoll-beschaulich wurde.

Vielleicht empfand das auch die Pianistin so. Wenn sie bei den raschen und durchaus virtuosen Parts der Humoreske zupacken durfte, war da plötzlich Präsenz, während der Rest doch ein wenig dahinplätscherte.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de - 08.04.2011





Mariya Kim gastiert im Alten Rathaus in Stadtoldendorf

Stadtoldendorf (oz) - Die Ukrainerin Mariya Kim präsentiert ihr Programm „Weltklassik am Klavier – Virtuose Träumerei – Schumann pur!" am 9. April im Alten Rathaus. Mariya Kim eröffnet ihre Hommage an Robert Schumann mit dessen Studien und Etüden über die Capricen des großartigen Geigers Paganini. Während sich die Studien op. 3 noch eng an der Vorlage orientieren, sind die Konzertetüden wesentlicher freier komponiert.

  
Mariya Kim  
Nach der Pause setzt sich das romantische Schumannprogramm mit der bekannten „Träumerei" aus den Kinderszenen fort, gefolgt von zwei Werken, die Schumann während seiner Wiener Zeit komponierte. Zunächst präsentiert Mariya Kim ausdrucksstark die Arabeske op. 18 bevor sie – zum fulminanten Abschluss - das Konzert mit ihrer virtuosen Interpretation der einzigartigen, von gegensätzlichen Stimmungen lebenden Humoreske op. 20 beschließt.

Mariya Kim wurde in einer Musikerfamilie geboren und so galt ihr Interesse schon in allerfrühester Kindheit der Musik. Ihrer ersten Ausbildung in der Ukraine folgte das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Seit 2009 verfeinert sie zusätzlich ihr können an Fryderyk Chopin University of Music in Warschau.

Ihr Spiel vereinigt höchste Sensibilität mit grandioser Virtuosität und so ist es nicht verwunderlich, dass sie zahlreiche 1ste Preise bei internationalen Wettbewerben gewann.
Unter anderem beim Internationalen Klavierwettbewerb "In Memory of V.Horowitz" (Ukraine) und beim VI Paderewski Internationalen Wettbewerb (Polen).

Ihre Konzertengagements führten sie nicht nur durch zahlreiche europäische Länder sondern brachten sie auch nach Asien und Amerika, wo sie immer wieder ihre Zuhörer mit ihren phantastischen Interpretationen begeisterte.

Quelle: www.dtoday.de (DEUTSCHLAND today) - 06.04.2011





Klavierspiel wie aus einem Guss

Wenn sie sich als Duo an das Klavier setzen und ein Konzert geben, dann klingt ihr Spiel wie aus einem Guss. Kein Wunder, denn Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom sind ein Ehepaar. Am Sonntag trat das Paar im Rahmen der Reihe ÑWeltklassik am Klavierì in der Burg Holtzbrinck auf.

Altena. Wenn sie sich als Duo an das Klavier setzen und ein Konzert geben, dann klingt ihr Spiel wie aus einem Guss. Kein Wunder, denn Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom sind ein Ehepaar. Am Sonntag trat das Paar im Rahmen der Reihe „Weltklassik am Klavier“ in der Burg Holtzbrinck auf.

  
Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom  
Beide könnten aber auch allein auftreten, denn sie legten jeder für sich an der Musikhochschule für Musik und Theater in Hannover ein Konzertexamen als Solopianisten ab. So ist Chie Tsuyuki Preisträgerin des IBLA Grand Price von Italien und der PTNA Piano Competition in Japan. Sie trat in der Carnegie Hall in New York auf. Ehegatte Michael Rosenboom wurde unter anderem mit dem Förderpreis der Sommerakademie des Mozarteums in Salzburg ausgezeichnet.

Erst recht schnellten dann ihre Erfolge als Duo in die Höhe: In ihrer noch jungen Karriere haben sie sich bereits einen internationalen Ruf erspielt.

Rund 50 Musikfreunde hatten am Sonntag im Georg-von-Holtzbrinck-Saal in Altena Gelegenheit, das Ehepaar in einem Konzert zu hören. Auf dem Programm standen Werke von fünf Komponisten: Edvard Grieg, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Maurice Ravel und Friedrich Smetana.

Einstieg mit der Peer-Gynt-Suite

Das Programm begann mit der bekannten „Peer-Gynt-Suite“ von Edvard Grieg. Das Duo verstand es hervorragend, die verschiedenen Stimmungen des eigentlich für Orchester komponierten Werks auf das Klavier zu übertragen. Gleiches galt auch für die meisten anderen von Rosenboom-Tsuyuki vorgetragenen Werke wie den „Ungarischen Tänze Nr. 1 und 5“ von Johannes Brahms und dem Sinfonischen Werk „Die Moldau“ von Friedrich Smetana, das den Abschluss des Konzerts in der Burg Holtzbrinck bildete.

Chie Tsuysuki und Michael Rosenboom sind das einzige Duo, das in diesem Jahr im Rahmen „Weltklassik am Klavier“ in Altena auftritt. Am 17. April wird der Chinese Sunghoon Simon Hwang mit Werken von Bach, Mozart, Chopin und Brahms in Altena gastieren. Junge Leute bis 18 Jahren sind kostenlos dabei.


Quelle: Altena, 22.03.2011, Heinz Linke - http://www.derwesten.de





Konzert für Erdbebenopfer in Japan

Als ein neuer Stern am pianistischen Himmel wird die junge Hisako Kawamura gehandelt. Ihr Konzert in der Wandelhalle am vergangenen Sonntag widmete sie den Erdbebenopfern in ihrer japanischen Heimat. "Ich hoffe und bete, dass nicht noch Schlimmeres passiert.", sagte Kawamura, bevor sie ihr Programm mit Transkriptionen von Busoni und Liszt begann.

Die Choralbearbeitung "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ" aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung durch Ferruccio Busoni bildete den kontemplativen Auftakt des Konzertes. Starke Rubati und verzögerte Stimmeinsätze ließen die Komposition in einer sehr speziellen Interpretation erscheinen.

Hisako Kawamura  
Hisako Kawamura spielte hochvirtuose Klavierliteratur und gedachte den zahlreichen Opfern in ihrer japanischen Heimat. (Foto: Wilhelm Friedemann)  
Von den unzähligen Bearbeitungen, die Bachs Chaconne für Violine solo erfahren hat, stellt Busonis eine der gelungensten dar, nimmt aber auch durch ihre üppige Anreicherung eine Sonderstellung ein. Bis an die Grenzen der Spielbarkeit führt der italienische Meister den Pianisten. Hisako Kawamura war allen technischen Herausforderungen bestens gewachsen, und beim Moll-Dur-Übergang ließ sie den Grundton perfekt im Bass liegen. Mal entlockte sie dem Werk intime, kammermusikalische Aspekte, im nächsten Augenblick glaubte man, ein ganzes Sinfonieorchester zu hören.

Neben seiner letzten Sonate gehört die Wanderer-Fantasie zum Wichtigsten, was Franz Schubert für Soloklavier geschrieben hat. Ob seine pianistischen Fähigkeiten ausreichten, um sein Opus 15 zu spielen, sei dahingestellt. Hisako Kawamura ging sehr souverän mit dem Notentext um. Nach dem schnellen Anfangstempo mutete das Zitat aus dem Lied "Der Wanderer" schon fast ein wenig geisterhaft an. Mit eindringlicher Vehemenz stellte Hisako Kawamura die Themenexposition im Fugato-Teil voraus und schaffte es, bis zum Ende der Coda so dicht und stark zu bleiben, wie man es der zarten Japanerin ihrem Erscheinungsbild nach nicht zugetraut hätte. Den drei Schubert-Lied-Transkriptionen von Franz Liszt prägte Hisako Kawamura ihren eigenen Stempel auf, dabei erfasste sie die Stimmung jedes einzelnen Liedes. Sei es die schwärmerisch, schwelgende Ungeduld in der kleinen Szene aus Goethes Faust "Gretchen am Spinnrade" oder die Todessehnsucht in "Der Müller und der Bach". Den Höhepunkt bildete die hoffnungsfroh ungestüme "Widmung".

Den virtuosen Abschluss des Konzertes lieferte Liszts sogenannte Dante Sonate "Après une lucture de Dante: fantasia quasi sonata". Passend zum Liszt-Jahr - der Komponist wurde vor 200 Jahren geboren - demonstrierte Hisako Kawamura einen großartigen Ausschnitt aus dem zahlreichen Schaffen dieses genialen Komponisten und Virtuosen.

Als stilgerechte Zugabe gab es Franz Liszts berühmten Liebestraum Nr. 3. Artur Pacewicz gestand, dass Hisako Kawamura mit ihrem berauschenden Spiel zu seinen Lieblingspianisten gehört. Gleichzeitig kündigte er das Konzert am 10. April an. Hier wird die Ukrainin Mariya Kim ausnahmslos Werke von Robert Schumann spielen.

Quelle: von Wilhelm Friedemann - W. Friedemann, Westfalen-Blatt, 14.03.2011





Auf Tuchfühlung mit begnadeten Pianisten

  
   Den Auftakt zu der Konzertreihe im Fehntjer Forum bestreitet die koreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim.
Die hochkarätige Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ läuft jetzt auch in Rhauderfehn. Acht herausragende Künstler werden ihre Visitenkarten im Fehntjer Forum der Volksbank abgeben.

Westrhauderfehn - Kathrin Haarstick ist sich sicher: Das Fehntjer Forum ist genau der richtige Ort für die Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“. In einem überschaubaren Rahmen können die Zuhörer hier auf Tuchfühlung zu den Künstlern gehen, ihnen beim virtuosen Spiel auf die Finger schauen. Dem Westrhauderfehner Publikum verspricht die in Rysum wohnende Organisatorin der Konzertreihe jedenfalls „einzigartige Musikerlebnisse“. Acht herausragende junge Pianisten werden in den kommenden Monaten ihre Visitenkarte am Fehntjer Untenende abgeben.

Den Auftakt macht am Sonntag, 10. April, die koreanische Künstlerin Sarah Soyeon Kim. Unter dem Motto „Romantik pur“ spielt sie Werke von Schubert, Liszt, Schumann, Brahms und Ravel. Bis November folgen weitere Konzerte – jeweils am zweiten Sonntag im Monat. Die „Weltklassik am Klavier“ läuft inzwischen an mehr als 30 Standorten in Deutschland, in der Schweiz und in den USA – mit mehr als 300 Klavierkonzerten pro Jahr. Kathrin Haarstick erläutert das Prinzip: Es gehe darum, klassische Musikkultur dauerhaft zu erhalten, sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Bei den Künstlern handele es sich um „begnadete internationale Ausnahmetalente“, die gefördert werden sollen. Harald Lott, Vorstand der Volksbank Westrhauderfehn, die das Fehntjer Forum betreibt, betonte auf einer Pressekonferenz, dass die Konzertreihe eine „absolute Bereicherung“ für das lokale Kulturleben bedeute.

Quelle: Von Felix Weiper 11. März 2011 - http://www.ga-online.de/





Zwei Klaviere in eines gequetscht

Ashley Hribar nimmt’s locker.

LAHR. Für die regelmäßigen Besucher der Konzertreihe "Weltklassik am Klavier" gab es am Samstag im Lahrer Pflugsaal und am Sonntag im Offenburger Salmen eine kleine Überraschung. Ungewohnt locker präsentierte der aus Australien stammende Pianist Ashley Hribar Stücke der miteinander befreundeten Musiker Maurice Ravel und George Gershwin sowie eigene Bearbeitungen.

  
   Ashley Hribar
Dass dieser Pianist aus dem Rahmen des Üblichen fällt zeigte sich schon im Auftreten: Enge Satinhose, Samtjackett, zartrosa Hemd, lockeres Auftreten und ebensolche Anmoderation seiner Stücke statt nüchterner Strenge. Wer daraus schließt, dass hier nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit Musik gemacht wird, liegt falsch. Denn an technischer Finesse, Virtuosität, musikalischer Einfühlung und interpretatorischer Sicherheit mangelt es dem Pianisten keineswegs. Nur nimmt er sich selbst vielleicht weniger wichtig, dafür aber den Kontakt zum Publikum.

An diesem Fastnachtssamstag widmete es sich eher der leichteren Muse. Seine Bearbeitung von George Gershwins Klassiker "Summertime" aus "Porgy and Bess" ist so zart wie die zerbrechliche Liebesgeschichte, die hier beschrieben wird. Wenn Hribar zum Schluss noch einmal Gershwin spielt, klingt das dagegen ganz anders. Für seine Adaption der "Rhapsody in Blue" habe er die "zwei Klaviere aus der Originalkomposition in eines gequetscht", kündigt er an, und liefert ein virtuoses, furioses Meisterstück ab.

Im Zentrum des Konzertprogramms stehen Maurice Ravels "Miroirs", 1905 entstanden und mehrfach vom Komponisten selbst bearbeitet. Hier erklingt das Original, das mit seinen fünf "wunderbar impressionistischen, visuellen Stücken" eine ganze Welt umschließt. Von den dunklen Passagen des sehr flinken "Nachtfalters" über den auf der Klaviatur hohe Wellen schlagenden Sturm bis hin zum "Tal der Glocken", in dem ein empfindsamer Rhythmus das Verfließen der Zeit begleitet. Ebenso bildhaft bearbeitet Hribar die "Paganini Variationen", mit denen er das begeisterte Publikum im Schnelldurchlauf durch verschiedenste Musikstile führt. Ein mitreißendes Konzert, hervorragend gespielt und sympathisch vermittelt.

Quelle: Badische Zeitung, 08.03.2011 - www.badische-zeitung.de





Wilder Ozean, melancholische Vögel

ESSLINGEN: Der Pianist Ashley Hribar in der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“

Die Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ ist ein kleines Juwel in der Esslinger Kulturlandschaft. An jedem ersten Freitag des Monats stellen dort junge Tastenlöwen und -löwinnen im Bürgersaal des Alten Rathauses ihr Talent unter Beweis. Man wünscht der Reihe mehr Besucher, denn sie finanziert sich ausschließlich über die Konzerteinnahmen, von deren Höhe auch ihr Überleben abhängt. Am vergangenen Freitag war der Bürgersaal nicht gerade üppig gefüllt. Leider, denn zu Gast war der sympathische australisch-deutsche Pianist Ashley Hribar, der das Publikum mit seinem Programm „Gershwin trifft Ravel“ fast zwei Stunden lang in seinen Bann zog. Hribars besondere Begabung offenbart sich nicht nur im impressionistischen Farbenzauber, den er in Maurice Ravels „Miroirs“ (Spiegel) und deren musikalischer Bilderwelt aus flatterhaften Nachtfaltern, melancholischen Vögeln, im wilden Ozean kenternden Barken und traumversunkenen Glockenklängen so schön zur Entfaltung brachte - wobei Hribar im „Morgenlied des Narren“ ernst zu nehmende Konkurrenz vom Glockenspiel des Rathauses bekam.

  
   Vielseitiger Virtuose: Ashley Hribar spielt Gershwins „Rhapsody in Blue“ für zwei Klaviere allein.
Großartiger Unterhalter

Nein, Hribar ist auch ein vorzüglicher Unterhalter, der zwischen den musikalischen Beiträgen mit Anekdoten und Fakten auf sein folgendes Stück vorzubereiten weiß. So soll George Gershwin Maurice Ravel gefragt haben, ob er sein Schüler werden könne. Worauf Ravel geantwortet habe: „Warum wollen Sie ein zweitklassiger Ravel werden, wenn Sie schon ein erstklassiger Gershwin sind?“

Hribars kreatives Potenzial zeigt sich vor allem in seiner raffinierten Bearbeitungskunst, mit der er berühmte Werke auseinandernimmt, sie wieder zusammensetzt, um sie dann in einem ganz neuen Licht erscheinen zu lassen: So offenbarte Gershwins jazziges „Summertime“ gerade in seinen melodiösen Auslassungen und in ungewohnten metrischen Verschiebungen, mit denen Hribar geistreich spielte, seine besondere Qualität. Fein auch Hribars variative Paraphrasen zu Niccolo Paganinis berühmtem Geigen-Caprice Nummero 24: Der vielseitige Virtuose schickte die eingängigen, ohnehin schon rhythmisch mitreißenden Melodien durch lateinamerikanische, filmmusikalische, chopineske und jazzige Klangwelten. Wunderbar! Und in seiner Bearbeitung von Gershwins „Rhapsody in Blue“, bekannt vor allem in der Besetzung für Klavier und Orchester, vollbrachte Hribar das Kunststück, Gershwins eigene Version für zwei Klaviere in eine Partitur für Piano solo „zusammenzuquetschen“, wie er selbst sagte. „Ich hoffe, ich schaffe das jetzt mit zwei Händen“, ergänzte er nur scheinbar besorgt. Denn natürlich gelang ihm dieser Kraftakt: mit stupender Griffsicherheit, viel Energie, technischer Brillanz und einem feinen Gespür für die rhythmisch-metrische Quirligkeit des amerikanischen Komponisten.

Das nächste Konzert der Reihe „Weltklassik am Klavier“ findet am Freitag, 1. April, um 19 Uhr im Alten Rathaus Esslingen statt. Dann spielt Mariya Kim Werke von Robert Schumann. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist frei, Erwachsene zahlen 25 Euro. Reservierungen unter Tel. 0175 /161 67 79 und www.reservix.de.

Quelle: Von Verena Großkreutz - www.esslinger-zeitung.de - 07.03.2011





Ein Solist geht seinen Weg

STEINFURT Musik ist sein Leben. Wer ihn spielen hört, zweifelt keine Sekunde daran. Johannes Friedemann Knoll ist Pianist und Preisträger verschiedener internationaler Klavierwettbewerbe. Der Absolvent des Gymnasium Arnoldinum lebt in Zürich/Schweiz.

Vor wenigen Tagen war er wieder einmal in seiner Heimat zu Gast und gab ein Konzert im Alten Speicher in Laer. Eltern und Geschwister leben in Burgsteinfurt. Sie freuen sich, wenn der gefragte Solist zwischen seinen Verpflichtungen die Zeit findet, nach Hause zu kommen.

Einfühlungsvermögen

Kritiker schätzen die außerordentlich hohe Perfektion, aber auch das ungewöhnliche Einfühlungsvermögen in die Kompositionen des Barock bis hin zu Werken des 21. Jahrhunderts. Sein Lieblingskomponist ist Ludwig van Beethoven. "Ich habe das ständige Bedürfnis, mich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Aus diesem Grund bin ich Pianist geworden", charakterisiert der Virtuose sich selbst.

Er hat bereits ganz Große des Musikgeschäftes kennen gelernt. So zum Beispiel den russischen Pianisten und Dirigenten Wladimir Ashkenazy. "Ich lernte ihn in Lugano kennen", so Knoll, "und arbeitete mit ihm an Werken von Frederic Chopin und Franz Liszt". Im Tessin wohnen viele interessante Künstler. "Die Begegnung mit ihnen ist nach dem Studium sehr hilfreich." Es sei gut, vor Konzerten einen "Trainer" zu haben.

  
   Johannes Friedemann Knoll
Instrument

"Die Musik entdeckte ich schon im Kleinkindalter", erinnert Knoll. Da seine Eltern täglich musizierten, entwickelte er schnell das Bedürfnis, sich intensiv mit dem Klavierspiel zu beschäftigen. Vater spielte Piano, Mutter Geige, die beiden Schwestern Flöte und Gitarre. Mit vier Jahren wollte der Junge Geige spielen und bekam ein eigenes Instrument. Mit sechs Jahren begann er, das Klavierspiel zu erlernen. Vater Meinhard lehrte ihn die Grundlagen. "Musiziert habe ich immer aus eigener Motivation heraus. Meine Eltern haben mich nie gezwungen, aber nach Kräften unterstützt." Die Musikausbildung begann weit vor der regulären Studienzeit.

"Mit zehn Jahren wusste ich, dass ich Musiker werden wollte", so der ehemalige Arnoldiner. Zu dieser Zeit faszinierte ihn besonders das Orgelspiel. "Mit elf Jahren fand ich es toll, die Orgel einfach mal auf 'tutti' zu stellen und die große Evangelische Kirche von der Musik Johann Sebastian Bachs erbeben zu lassen", sagt Knoll schmunzelnd. Nach dem Abitur überlegte er zunächst, beruflich in Richtung "Musikwirtschaft" zu gehen. Er bekam eine Praktikumsstelle in der Marketingabteilung der "Mailänder Scala". Ein paar Wochen blieb Zeit, die Italienischkenntnisse zu vertiefen. "Währenddessen wurde mir jedoch klar, dass ich am Liebsten selbst musiziere", so der Pianist.

Die emotionale Einfühlung in die Musik ist ihm das Wichtigste. Allerdings, sagt er, könne man diese nicht gegen technische Perfektion ausspielen. "Technische Perfektion ist für mich Mittel, ein künstlerisches Ziel zu erreichen", erläutert Knoll und er meint weiter: "Die emotionale Einfühlung und die technische Perfektion zusammen reichen nicht aus. Man sollte sich auch intellektuell mit der Musik auseinandersetzen. Diese Dinge müssen bei der Arbeit Hand in Hand gehen." Musik ist für ihn die Reflektion seines Lebens. "Die Persönlichkeit eines Musikers ereignet sich gewissermaßen beim Musizieren", erklärt Knoll das Phänomen.

Karriere

Mit dem derzeitigen Stand seiner Pianisten-Karriere ist Knoll sehr zufrieden. Die Zahl seiner Auftritte steigt kontinuierlich. Allein im Juni spielt er in vier Ländern und fliegt in die USA. Besondere Freude macht die Arbeit für die Konzertreihe "Weltklassik am Klavier", die in ganz Deutschland gastiert. Eines ist für den Pianisten aus Leidenschaft sicher: "Ich werde weiterhin als Solist arbeiten".

Quelle: www.muensterschezeitung.de - 04.03.2011 - Von Rainer Nix





Jonge internationale pianisten naar Scheemda

  
   Scheemder Kerk anno 1515

Op initiatief van Kathrin Haarstick uit Rysum en mede met steun van de professoren Goetzke en Krainev uit Hannover en Raekallio uit New York is een circuit ontstaan van zeer talentvolle afgestudeerde jonge pianisten. Veel van de pianisten hebben wereldwijd al enkele concoursen gewonnen. Haarstick biedt deze jonge musici een “leerzame” tournee aan. De pianisten reizen door de hele wereld en geven concerten op kleine podia In totaal gaat het om ruim 30 locaties.

De Scheemder Kerk anno 1515 heeft onlangs een Schimmel vleugel in ontvangst mogen nemen. De schenker, de familie de Vries-Knibbe, zorgde ervoor dat het instrument een permanente plek in de kerk kreeg. De vleugel is inmiddels goed genoeg bevonden door deskundigen uit Duitsland. De concerten in het kader van ‘Weltklassik am Klavier’ starten op 28 mei aanstaande met een optreden van Sarah Soyeon Kim. Zij genoot haar opleiding in Seoul, Londen en Parijs. De maandelijkse reeks wordt vervolgd op 25 juni met een concert van de Australische pianist Ashley Hribar. De eerste serie bestaat uit maar liefst twintig optredens. Voor de organiserende stichting Scheemder Kerk Anno 1515 zijn deze pianoconcerten een welkome aanvulling. De club is bijzonder blij dat Scheemda is toegevoegd aan de concertenroute.

Quelle: www.inhetoldambt.nl, 15.02.2011





  
   Aleksandra Mikulska

Weltklassik am Klavier - Chopin pur

Am Sonntag, den 20. Februar um 17.00 Uhr spielt Aleksandra Mikulska in der Klosterkirche Lennep ausschließlich Kompositionen von Frédéric Chopin. Die junge Pianistin, 1981 in Warschau geboren, begann schon im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht, studierte später am Konservatorium ihrer Heimatstadt, in Mannheim, Karlsruhe und seit 2006 an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.
Wie bei allen Aufführungen dieser Veranstaltungsreihe haben Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren freien Eintritt.

Karten ansonsten: 20,- Euro. Kartentelefon: 0175 1616779 bei Frau Haarstick, der Veranstalterin, oder über www.weltklassik. de.

Quelle: rs-anzeigenblatt, 14.02.2011





Romantisches Überraschungsprogramm

  
   Marina Baranova (Foto: W. Friedemann)

Marina Baranova reiht sich bereits ein in die Riege großer Stars am Klavier. Sie gewann zahlreiche internationale Klavierwettbewerbe und trat in vielen Ländern in namhaften Konzertsälen auf. Solistisch überzeugte sie auf großen Festivals wie dem Internationalen Klavierfestival Ferruccio Busoni. In Bad Oeynhausen überraschte sie durch ihre Auswahl an romantischen Klavierwerken.

Der Titel des Programms „Musik, in der Gefühle baden!“ von Marina Baranova, mit dem sie in der Reihe „Weltklassik am Klavier!“ gastierte, war sehr pauschal gewählt. Zwar entstammten alle gespielten Werke der Romantik, doch waren die gewählten Variationswerke alles andere als reine Gefühlsduselei.

Marina Baranova legte bei Felix Mendelssohns Variations serieuses ein hohes Tempo vor und spielte sein virtuoses op. 54 mit makelloser Souveränität. In ihrer Begrüßung verriet die junge Pianistin, dass es sich bei den gehörten Variationen um ein Auftragswerk handelte, um das Bonner Beethoven-Denkmal zu errichten.

In den Schumannschen ABEGG-Variationen klang immer wieder der kompositorische Übervater Beethoven durch. Schumann hatte in seinem op. 1 den Namen seiner Jugendfreundin Meta Abegg verewigt. Die Buchstaben ihres Nachnamens liefern das Tonmaterial für die drei Variationen und das abschließende Finale. Marina Baranova spielte die Schumann-Komposition etwas vorsichtiger als das vorausgegangene Werk. Sie hob dabei wichtige Mittelstimmen hervor und legte den Fokus ihrer Interpretation nicht ganz und gar auf den virtuosen Aspekt des Werkes.

Höchst virtuos allerdings ging es in den Paganini-Variationen von Johannes Brahms zu. Nach der Vorstellung des Themas schien Marina Baranova nicht mehr zu bremsen zu sein. Meisterhaft stellte sie sich den hohen technischen Herausforderungen und schaffte es gleichzeitig den Charakter einer jeden Variation zu treffen.

Leicht geschmälert wurde der Genuss des Konzertes durch das schlechte Zusammenspiel von Instrument und Raum. Ein Teppich auf der Bühne vermochte es zwar, die starke Überakustik der Wandelhalle leicht zu dämpfen, ein für den Saal befriedigendes Ergebnis konnte allerdings noch nicht erreicht werden.

Der kuriose Titel „Faschingsschwank aus Wien“ passte gut zur Jahreszeit. In seinem op. 26 hatte sich Robert Schumann bereits vom Vorbild Beethoven gelöst und seinen eigenen Stil vervollkommnet. Besonders im letzten Satz drehte die Baranova so richtig auf. Franz Liszt schuf etliche waghalsige Transkriptionen für das Klavier. Seine Adaption des Spinnerliedes aus „Der fliegende Holländer“ stellt eine besonders gelungene Komposition dieses Genres dar. Gewünscht hatte sie sich Kathrin Haarstick, die die Reihe „Weltklassik am Klavier“ initiiert hatte und managt. Zum ersten Mal war sie persönlich bei einem Konzert in Bad Oeynhausen anwesend und richtete einige Worte an das Publikum.

Spanisch ging es im Parogramm weiter mit der „Beschwörung“ aus Isaak Albéniz’ Suite „Iberia“. Den großartigen Abschluss des Konzertes bildete aber zweifellos die berühmte „Rhapsodie espagnol“ von Franz Liszt.

Langer Applaus im Stehen entlockten Marina Baranova die ebenfalls spanisch gefärbten Zugaben „Nächte in Andalusien“ von Louis Moreau Gottschalk und eine Scarlatti-Sonate.

Quelle: W. Friedemann, Westfalen-Blatt, 14.02.2011





Musik, die sichtbar wird

Marina Baranova am Klavier

  
   Marina Baranova

OFFENBURG/LAHR. Vor acht Tagen war mit Janina Fialkowska eine Weltklasse- Pianistin in der Offenburger Reithalle. Nun, am vergangenen Wochenende, präsentierte die Reihe „Weltklassik am Klavier“ mit Marina Baranova aus der Ukraine eine Tastenvirtuosin, die in Sachen Technik, Anschlagkultur und Musikalität ihrer großen kanadischen Kollegin durchaus gleichkommt.

Die Reihe wartet fast durchweg mit Spitzentalenten auf, meist Meisterklassenschülern, die sich an Hochschule für Musik in Hannover den letzten pianistischen Schliff holen. Die 30-jährige Marina Baranova ist über das Prädikat „Spitzentalent“ weit hinaus. Am Samstag im Lahrer Pflugsaal und am Sonntag im sehr gut besetzen Salmensaal bot sie ein fast reines Virtuosenprogramm, mit den Abegg-Variationen und dem Faschingsschwank aus Wien von Schumann, den Brahms’schen „Paganini-Variationen“, opus 35, und Werken von Liszt.

Die Pianistin zeigte, dass sie mehr zu bieten hat als flinke Finger plus Anderthalb-Oktaven-Griff. Das bestechende an ihrem Auftritt war eben, dass diese hoch virtuosen Schaustücke eben nicht ein Sujet fürs Schaulaufen waren, sondern glutvolle, gefühlvolle, packende Musik, die den Zuhörer packt, ihm die Seele zerwühlt. Etwa Liszts Rhapsodie espangole mit ihren kraftvollen Anfangsakkorden, einem unbeugsamen „Padam Padam“- Hymnus, stark bestimmt von der Basshand, immer düsterer werdend, bis es klingt wie Musik aus der Gruft. Liszt – und mit ihm Baranova – wandelt das innerhalb von ein paar Takten zu einem Tanz, ohne die Kraft und die Bestimmtheit des Rhythmus’ zu verlieren. Da steckt Stolz drin, beherrschte Glut, Männlichkeit.Demwird ein zweites Thema entgegengesetzt, eines, das nichtminder stolz und glutvoll ist, das aber nicht mit knallenden Hacken, sondern ebenso elegant wie unnahbar auf Spitzen dahertanzt. Wie die beiden Themen sich umkreisen, sich gegenseitig durchdringen, schließlich verschmelzen – das war pianistisch furios dargeboten.

Marina Baranovamacht Theater daraus oder Ballett, Musik, die nicht nur hörbar, sondern vor dem inneren Auge auch sichtbar wird. Da ist immer Empfindung und Melos, auch wenn die Sechzehntel rasen, die Akkorde aufrauschen, wahnwitzige Intervalle gespielt werden. Für Baranovas Schumann und Brahms gilt nichts anderes als für ihre Liszt-Interpretation. Was man sich vielleicht gewünscht hätte, wäre ein etwas ruhigeres Stück, etwas zum Schwelgen. Doch auch so applaudierte das Publikum enthusiastisch und ging mit einem Hochgefühl nach Hause.

Quelle: Robert Ullmann - Badische Zeitung, 06.02.2011





Klavierklassik für jedermann

  
   Kathrin Haarstick
Seit vier Jahren gibt es auch in Oldenburg die bundesweite Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ im PFL; am 20. Februar spielt ab 17 Uhr Sunghoon Simon Hwang. Zur Reihe, die dieses Jahr das 500. Konzert feiert, äußert sich Initiatorin Kathrin Haarstick (Bild).

FRAGE: Warum haben Sie die Reihe „Weltklassik am Klavier“, die regelmäßig im PFL stattfindet, gegründet?

HAARSTICK: Ganz ehrlich? Im tiefen Grunde meines Herzens möchte ich Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranführen. Das geht nur, wenn man erwachsene Gäste glücklich macht, denn die bringen ja die Kinder mit. Ich möchte Bach, Beethoven, Mozart und Chopin am Leben erhalten!

FRAGE: Wie sehen Sie die Zukunft klassischer Klavierkonzerte?

HAARSTICK: Ich sehe die Zukunft eher in kleinen Hauskonzerten als in großen Konzerthallen. Kleine, aber feine Konzerte sollten für jedermann in der Nähe erreichbar und finanziell erschwinglich bleiben.

FRAGE: Welche Pianistin oder welcher Pianist ist Ihr persönlicher Favorit in der Reihe?

HAARSTICK: Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich persönlich kann die Unterschiede auf diesem hohen Niveau gar nicht mehr wahrnehmen. Alle Pianisten sind heute so „perfekt“. Auf diesem Niveau kann ich tatsächlich nicht mehr von „besser“ oder „schlechter“ sprechen, sondern nur von persönlichen Vorlieben. Da gibt es einige Pianisten, von denen ich nun schwärmen könnte, aber ich denke, dass jeder Gast hier seine ganz eigenen Lieblinge hat.

FRAGE: Spielen Sie selbst vor Publikum?

HAARSTICK: Ich habe mit fünf Jahren das Klavierspiel begonnen. Allerdings spiele ich selbst nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit…


Quelle: 05.02.2011 - von John Friedrich - http://www.nwzonline.de





Charmante Plaudereien am Klavier

Altena. Beim ersten Konzert der Reihe „Weltklassik am Klavier“ im Jahr 2011 erhielten die Zuhörer in der Burg Holtzbrinck eine wahre musikalische Lehrstunde: Die junge Pianistin Meryem Natalie Akdenizli zeigte nicht nur auf dem Klavier ihr ganzes Können.

  
   Weltklassik am Klavier: Meryem Akdenizli erteilte zum Auftakt der Reihe im Jahr 2011 eine musikalische Lehrstunde.
Neben ihrem brillantem Spiel zeichnete sie sich noch durch ein anderes außergewöhnliches Talent aus: Charmant und spritzig moderierte sie am Sonntag ihr Programm. Dadurch gewährte sie dem Zuhörer nicht nur wunderbare Klangerlebnisse, sondern faszinierte gleichermaßen durch ihre Erzählkunst, indem sie über die musikalische Zusammenhänge und Hintergründe der von ihr dargebotenen Stücke plauderte.

In 80 Minuten durch die Epochen

Unter dem Motto „Appassionata – in 80 Minuten durch die Epochen“ intonierte Meryem Natalie Akdenizli Stücke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Franz List und Claude Debussy. Appassionato steht in der Musik für „leidenschaftlich“, „entfesselt“ und „stürmisch“. Ganz nach dieser Vorgabe spielte sie dann auch die auf dem Programm des Konzerts stehenden Kompositionen, ohne es an überaus feiner Sensibilität fehlen zu lassen. In der abwechslungsreichen Palette ihres musikalischen Vortrags gab es viele Momente, bei denen die Künstlerin die Klaviatur ihres Instruments förmlich streichelte.

Mit „Appassionata“ (Die Stürmische) ist zum Beispiel die Sonate Nr. 23 in f-moll op. 57 von Beethoven bezeichnet, die von der Künstlerin neben den anderen Stücken in der Burg Holtzbrinck in meisterlicher Weise vorgetragen wurde.

Meryem Natalie Akdenizli stammt aus Stuttgart. Dort erhielt sie mit sieben Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Schnell wurde ihr außergewöhnliches Talent erkannt, so dass sie schon bald Stipendiatin der „Studienvorbereitenden Begabtenklasse“ in der württembergischen Metropole wurde.

Gewinnerin vieler internationaler Preise

Nach dem Gewinn vieler internationaler Preise vervollkommnet Meryem Akdenizli nun an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bei Prof. Matti Reakallio ihre Kenntnisse.

Ihr Auftritt in Altena zu Beginn des Jahres war für die Reihe von „Weltklassik am Klavier“ ein verheißungsvoller Auftakt, der sicher noch manches erwarten lässt.


Quelle: Altena, 18.01.2011, Heinz Linke - http://www.derwesten.de





Weltklassik: Dieses Konzert war ein Geschenk

  
   Jacob Leuschner
(FB) Remscheid. Musikfreunde wissen die Konzertreihe "Weltklassik am Klavier" schon lange zu schätzen - so war auch am Sonntag das Konzert mit dem 36jährigen in Freiburg geborenen Jacob Leuschner, der als Vertretung für den erkrankten Ilya Rashkowskiy eingesprungen war, sehr gut besucht. Ein Glücksgriff - für die Veranstalter wie für die Konzertbesucher.

Leuschner bot mit seinem Programm aus Spätwerken der Wiener Klassik von W.A. Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven raren Genuss - selbstverständlich ohne Blatt - aus seinem Repertoire.Forsch, beinahe kurz angebunden und erfrischend konkret ging er Mozarts Sonate F-Dur KV 533/494 an. Schnörkellos das Spiel Leuschners, der sich künstliche Effekte versagt, dafür mit Reinheit und sensiblem Ausdruck überzeugt, ja spielt, als habe er die Sonate selbst geschrieben.

Traumhaft der Übergang vom Allegro zum Andante, dem er angemessene Tiefe gibt. Elegant gedeutet das glänzende Rondo, mit dem die Sonate schließt - ein Auftakt zum Träumen. Mit etwas mehr Wucht interpretierte Leuschner die Sonate Es-Dur Hob. XVI:52, von Mozarts väterlichem Freund Joseph Haydn sechs Jahre danach geschrieben, temperamentvoll und voller raffinierter Wendungen im Allegro, zurückgenommen moderat im Adagio und schwungvoll im Presto. Leuschner gab es mitreißend, ungemein packend und nicht weniger hervorragend als den Mozart zuvor.

Die 33 zeitlosen Diabelli-Variationen Beethovens, mit denen der Titan - Schüler Haydns - gut zwanzig Jahre später 49 Kollegen, darunter der junge Franz Liszt, auf die Plätze verwies, wurden unter den Händen Jacob Leuschners zu einem Spiegel des Genius Beethovens. So wie der von Wien für sich reklamierte Rheinländer Beethoven bei der Komposition des an Finessen unerhört reichen Werks sein Talent sprudeln ließ, tat es ihm Leuschner bei der Interpretation dieses Ideen-Feuerwerks nach. Überraschend dabei das erstaunliche Volumen des kleinen Yamaha-Flügels der Klosterkirche.

Das völlig entrückte Publikum erbat mit anhaltendem Applaus eine Zugabe - und bekam zwei, darunter brillant, federleicht und durchscheinend gegeben Christoph Willibald Glucks "Orpheus' Klage" und "Reigen seliger Geister" aus "Orpheus und Eurydike". Dies Konzert war ein Geschenk.

Quelle: www.rga-online.de





Marina Baranova in Braunschweig

  
   Marina Baranova

Gestern waren wir in Braunschweig im Schimmel-Auswahlzentrum, um ein Konzert im Rahmen von “Weltklassik am Klavier” von Marina Baranova anzuhören. Um es gleich voranzustellen: Es war eine Sternstunde: strahlend, funkelnd und sehr lange nachleuchtend!!
Das Auswahlzentrum von Schimmel-Pianos ist ein idealer Ort für diese Konzertreihe: sehr gute Akustik, nette Atmosphäre und natürlich ein erstklassiger Flügel, der übrigens sogar Gedanken lesen könne, wie uns die Pianistin im Laufe des Konzertes versicherte. Die Begrüßung übernahm diesmal eine sehr junge Klavierbauerin des Hauses, die in den wenigen Worten zur Einführung viel Begeisterung für ihren Beruf ausstrahlte. Bei Schimmel – so klang es – macht man Pianos mit Leidenschaft.
Und mit der gleichen Leidenschaft stellte Marina Baranova, eine knapp 30-jährige Pianistin aus der Ukraine, dann ihr Programm zum Liszt-Jahr vor: Mendelssohn, Schumann, Brahms, Gottschalk, Albeniz und natürlich Liszt selbst, allesamt mit höchst virtuosen Werken, die gleichzeitig auch die großen klanglichen Möglichkeiten des Klavieres abbilden. Es war einfach faszinierend, wie Marina Baranova ihr Publikum in diese Klangwelten richtiggehend entführt hat. Ihr ist es gelungen, eben nicht den Fokus auf die technische Brillianz des Pianisten zu legen, die ohne Frage für diese Werke Voraussetzung sind; meiner Meinung nach ist da einiges technisch am Rande der Unspielbarkeit. Stattdessen hat sie den großen musikalischen Ideenreichtum dieser Werke herausgespielt. Besonders deutlich wurde mir das bei den Variationen über ein Thema von Paganini von Johannes Brahms, übrigens das gleiche Thema, zu dem es auch Variationen von Rachmaninoff gibt. Jede Variation ist eigentlich ziemlich dicht am Thema, aber doch so unterschiedlich einfallsreich bearbeitet, wie bei Marina Baranova wunderbar herauszuhören war. Donnernder Applaus, Bravos schon zur Pause – sie hatte es mehr als verdient! Eine Sternstunde eben!

Marina Baranova spielt dieses Programm “Musik, in der Gefühle baden” in diesem Jahr noch an einigen Terminen, die in ihrem Konzertkalender zu finden sind. Wer die Gelegenheit hat: H-i-n-g-e-h-e-n!

Weltklassik am Klavier

Wie sich wahrscheinlich schon unschwer herauslesen lässt, mag ich besonders Klaviermusik. Da war es im August letzten Jahres eine großartige Entdeckung, dass hier in der Region an mehreren Standorten regelmäßig kleine, aber sehr feine Klavierkonzerte stattfinden. In der Konzertreihe “Weltklassik am Klavier” treten junge Pianisten auf, die entweder noch studieren oder damit gerade fertig sind. Die Konzerte finden in eher kleinen Räumen mit etwa 100 Besuchern statt, so dass man “nah am Geschehen” sitzt und hört. Außerdem besteht dadurch die Gelegenheit, dass die Künstler etwas zu den Werken sagen können. In den Programmen sind eher nicht so häufig gespielte Werke zu hören, was bei uns schon zu mancher Entdeckung geführt hat. Die Konzertreihe findet in Deutschland an bisher 29 Standorten statt. Die Konzerte sind überwiegend am Sonntagnachmittag, einige auch freitags bzw. samstags, jeweils einmal im Monat. Sehr empfehlenswert !!

Publiziert am 6. Januar 2011 und am 17. Januar 2011 von Kucki - aufgedeckt-aufgeweckt.de





"WELTKLASSIK AM KLAVIER!" FÜR KINDER KOSTENLOS

Jugendfrei!

In der neuen Saison lädt "Weltklassik am Klavier!" junge Menschen zu den kleinen, aber sehr feinen Konzertreihen ein.

  
   Kathrin Haarstick
"Einen Generationenwechsel" stellt Kathrin Haarstick, die Gründerin der Reihe "Weltklassik am Klavier!" fest: "Die jungen Menschen von heute wissen, das klassische Klaviermusik nichts mit Vergangenheit, sondern mit Hochkultur zu tun hat", so Haarstick. Wie Goethe seien Bach, Beethoven, Chopin und Mozart nicht "von gestern", sondern die Höhepunkte der Kultur. "Bei Klavierkonzerten in China fallen jungen Mädchen bei Schubert und Schumann in Ohnmacht - wie damals bei den Beatles in Deutschland. Klassik wird wieder modern!"

Daher werden in Zukunft bei "Weltklassik am Klavier!" Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, also Gäste bis 18 Jahre freien Eintritt genießen. Erwachsene zahlen durchschnittlich - dies variiert je nach Größe des Standortes - 20 Euro pro Person. An einigen besonders exklusiven Standorten wie dem Hahnerhof in Ratingen oder dem Grand Hotel Römerbad in Badenweiler die Eintrittspreise allerdings auch bei 25 und 30 Euro. "Dies ist angesichts der Eintrittspreise in den großen Häusern in Baden-Baden, Bayreuth und Berlin – vor allem aber gemessen an der überragenden Qualität der Pianisten – immer noch ein Spottpreis". Übrigens ist „Weltklassik!“ vollständig un-subventioniert.

Frage: Aus welchem Grund gründeten sie die Reihe Weltklassik am Klavier?

Kathrin Haarstick: Ganz ehrlich? Im tiefen Grunde meines Herzens möchte ich Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranführen. Das geht nur, wenn man Erwachsene Gäste glücklich macht, denn die bringen ja die Kinder mit. Ich möchte Bach, Beethoven, Mozart und Chopin am Leben erhalten!

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft klassischer Klavierkonzerte?

Kathrin Haarstick: Ich sehe die Zukunft eher in kleinen Hauskonzerten als in großen Konzerthallen. Kleine, aber feine Konzerte sollten für jedermann in der Nähe erreichbar und finanziell erschwinglich bleiben. Unsere Gäste sprechen von „außergewöhnlichen Darbietungen“ mit „ganz besonderer Note“ und „wunderbaren kleinen, sehr familiären Konzerten“, „hinreißend gespielt“, "wirklich zauberhaftem Ambiente" und „magischen Momenten“.

Frage: Sie haben nun über 30 Standorte und in diesem Jahr das 500. Konzert in Ihrer nur vierjährigen Firmengeschichte. Gedenken Sie dies zu feiern?

Kathrin Haarstick: Nein, nein. Natürlich freue ich mich sehr über den Erfolg von „Weltklassik am Klavier!“ Für mich ist jedes unserer Konzerte ein Fest – und vor allem die lieben Worte der Gäste. Die Gäste kommen mit großer Vorfreude und sind nach dem Konzert, wie soll ich sagen, ja, fast - glücklich. Sie loben besonders das „Ambiente im kleinen Kreis“ und die „persönliche Note“. Wo wird man schon bereits am Telefon mit Namen angesprochen und beim Konzert mit Handschlag persönlich begrüßt. In Zeiten des Call Centers ist genau das ist ein Fest.

Frage: Welche Pianistin oder welcher Pianist ist Ihr persönlicher Favorit der Reihe?

Kathrin Haarstick: Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich persönlich kann die Unterschiede auf diesem hohen Niveau gar nicht mehr wahrnehmen. Alle Pianisten sind heute so „perfekt“. Auf diesem Niveau kann ich tatsächlich nicht mehr von „besser“ oder „schlechter“ sprechen, sondern nur von persönlichen Vorlieben. Da gibt es einige Pianisten, von denen ich nun schwärmen könnte, aber ich denke, dass jeder Gast hier seine ganz eigenen Lieblinge hat. Letztendlich kommt es auf das Spiel aber auch sehr auf die Persönlichkeit an, und auch das Auge hört mit…

Frage: Und für das neue Programm 2011 – gibt es da nicht doch besondere Leckerbissen?

Kathrin Haarstick: Okay, aber das sind nur meine persönlichen Favoriten: Die letzte Sonate von Beethoven – gespielt von Haiou Zhang – würde ich nicht verpassen wollen. Ich freue mich irrsinning auf Denys Proshayev mit einem Programm aus Bach und Wagner. Katharina Treutler – wunderschön, virtuos und dann auch noch richtig nett – wird Paraphrasen von Liszt geben. Mozart höre ich von Professor Gesa Lücker am liebsten. Und dann: Johannes Friedmann Knoll, der sich an die 5. Symphonie von Beethoven transkriebiert von Listzt wagt. Und last, but definetly not least: Marina Baranova. Es ist völlig egal, was sie spielt – sie öffnet alle Herzen.

Frage: Wie wählen Sie dann die richtigen Pianisten aus?

Kathrin Haarstick: Nun ja, da habe ich mir professionelle Hilfe gesichert: drei Professoren der Soloklasse von zwei der drei weltweit bedeutendsten Hochschulen für Musik, Hannover und Juilliard in New York, treffen für mich die Auswahl der Pianisten: Professor Goetzke, Kranjev und Raekallio.

Frage: Sie bieten in Ihren Programmen alle Komponisten, aber welche Komponisten bevorzugen Sie persönlich?

Kathrin Haarstick: Psst, nicht weitersagen: Ich bevorzuge exakt die Komponisten, die wir im Programm haben… In meiner Freizeit höre ich am allerliebsten das Wohltemperierte Klavier von Bach und die Klaviersonaten von Beethoven. Musik heißt für mich auch „Wiederhörensfreude“ – ich mag nur, was ich kenne. Den Gästen geht es meistens ebenso.

Frage: An welchem Ihrer Konzertstandorte fühlen Sie sich am wohlsten?

Kathrin Haarstick: Natürlich in meinem eigenen Wohnzimmer in Rysum an der Nordsee… Ansonsten habe ich die Qual der Wahl – inzwischen sind so viele schöne und völlig unterschiedliche Orte dabei. Zum Beispiel die ungewöhnliche Klosterkirche in Remscheid-Lennep, das 5-Sterne Römerbad in Badenweiler, die klassizistische Wandelhalle im Kurpark des Staatsbades Bad Oeynhausen, das Schloss in Birkenfeld, u.v.a.m.

Frage: In fast vier Jahren haben Sie Standorte, Gästezahlen und Konzerte verdreißigfacht. Wie war dies möglich?

Kathrin Haarstick: Es ist meine tiefste innere Überzeugung, dass am erfolgreichsten ist, was Allen dient. Wir haben einfach eine klassische win-win-Situation: Die Standorte ziehen mit unserem Programm Gäste an. Die Gäste hören ein wunderschönes Konzert in herrlichem Ambiente und in kleinem Kreis. Die Paten empfangen einmal im Monat herzlich und festlich „ihre eigenen“ Gäste. Und die Pianisten haben viele, viele, kleine Konzerte vor Publikum. Pro Woche bewerben sich ein bis zwei neue Pianisten bei mir. „Weltklassik!“ hat sich herum gesprochen. Steinway wünscht sich, dass eine Tournee bei „Weltklassik!“ als erster Preis für die Gewinner des Rubinstein-Wettbewerbes in Tel Aviv ausgelobt wird. Na, bitte!

Frage: Was ist der wahre Motor des Wachstums?

Kathrin Haarstick: Die Gäste! Wer begeistert ist, sagt es eben weiter. Ein Gast kommt an einem fremden Ort zu einem Konzert und sagt: „So etwas Schönes hätte ich gern auch bei mir zu Hause!“ Ich antworte dann regelmäßig: „Nennen Sie mir einen Raum mit Flügel, und ich bringe Ihnen diese Reihe dort hin!“. Das hat nun über 30 Mal funktioniert. Neuerdings ja auch in den USA und in der Schweiz.

Frage: Wie haben Sie Ihren Bezug zur Musik gefunden?

Kathrin Haarstick: Im Elternhaus! Bei uns lief den ganzen Tag rund um die Uhr – Wagner. Wir „mussten“ schon ab dem Alter von fünf Jahren immer mit zu den Festspielen nach Salzburg und sogar den gesamten Ring in Bayreuth durchsitzen. Erstaunlich: das hat mir auch als Kind schon gefallen - nicht zuletzt, weil ich Herbert von Karajan persönlich eine rote Rose überreichen durfte. Das sind Bilder, die man nie vergisst.

Frage: Spielen Sie selber vor Publikum?

Kathrin Haarstick: Ich habe mit fünf Jahren das Klavierspiel begonnen. Allerdings spiele ich selbst nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit…

Frage: Wie können sich unsere Leser über Ihr Programm informieren?

Kathrin Haarstick: Ganz einfach: unter www.weltklassik.de steht das gesamte neue Programm für alle über 30 Spielorte. Wer kein Internet hat, kann mich einfach anrufen. Ich freue mich sehr darauf, mit unseren Gästen persönlich zu plaudern!

Frau Haarstick, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte John Friedrich.


Quelle: Januar 2011 / www.bs-live.de






Weltklassik am Klavier / Ein Interview mit Kathrin Haarstick

Jugendfrei!

In der neuen Saison lädt "Weltklassik am Klavier!" junge Menschen zu den kleinen, aber sehr feinen Konzertreihen ein.

  
   Kathrin Haarstick
"Einen Generationenwechsel" stellt Kathrin Haarstick, die Gründerin der Reihe "Weltklassik am Klavier!" fest: "Die jungen Menschen von heute wissen, das klassische Klaviermusik nichts mit Vergangenheit, sondern mit Hochkultur zu tun hat", so Haarstick. Wie Goethe seien Bach, Beethoven, Chopin und Mozart nicht "von gestern", sondern die Höhepunkte der Kultur. "Bei Klavierkonzerten in China fallen jungen Mädchen bei Schubert und Schumann in Ohnmacht - wie damals bei den Beatles in Deutschland. Klassik wird wieder modern!" Daher werden in Zukunft bei "Weltklassik am Klavier!" Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, also Gäste bis 18 Jahre freien Eintritt genießen. Erwachsene zahlen durchschnittlich - dies variiert je nach Größe des Standortes - 20 Euro pro Person. An einigen besonders exklusiven Standorten wie dem Hahnerhof in Ratingen oder dem Grand Hotel Römerbad in Badenweiler die Eintrittspreise allerdings auch bei 25 und 30 Euro. "Dies ist angesichts der Eintrittspreise in den großen Häusern in Baden-Baden, Bayreuth und Berlin - vor allem aber gemessen an der überragenden Qualität der Pianisten - immer noch ein Spottpreis". Übrigens ist "Weltklassik!" vollständig un-subventioniert.

Frage: Aus welchem Grund gründeten sie die Reihe Weltklassik am Klavier?

Kathrin Haarstick: Ganz ehrlich? Im tiefen Grunde meines Herzens möchte ich Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranführen. Das geht nur, wenn man Erwachsene Gäste glücklich macht, denn die bringen ja die Kinder mit. Ich möchte Bach, Beethoven, Mozart und Chopin am Leben erhalten!

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft klassischer Klavierkonzerte?

Kathrin Haarstick: Ich sehe die Zukunft eher in kleinen Hauskonzerten als in großen Konzerthallen. Kleine, aber feine Konzerte sollten für jedermann in der Nähe erreichbar und finanziell erschwinglich bleiben. Unsere Gäste sprechen von "außergewöhnlichen Darbietungen" mit "ganz besonderer Note" und "wunderbaren kleinen, sehr familiären Konzerten", "hinreißend gespielt", "wirklich zauberhaftem Ambiente" und "magischen Momenten".

Frage: Sie haben nun über 30 Standorte und in diesem Jahr das 500. Konzert in Ihrer nur vierjährigen Firmengeschichte. Gedenken Sie dies zu feiern?

Kathrin Haarstick: Nein, nein. Natürlich freue ich mich sehr über den Erfolg von "Weltklassik am Klavier!" Für mich ist jedes unserer Konzerte ein Fest - und vor allem die lieben Worte der Gäste. Die Gäste kommen mit großer Vorfreude und sind nach dem Konzert, wie soll ich sagen, ja, fast - glücklich. Sie loben besonders das "Ambiente im kleinen Kreis" und die "persönliche Note". Wo wird man schon bereits am Telefon mit Namen angesprochen und beim Konzert mit Handschlag persönlich begrüßt. In Zeiten des Call Centers ist genau das ist ein Fest.

Frage: Welche Pianistin oder welcher Pianist ist Ihr persönlicher Favorit der Reihe?

Kathrin Haarstick: Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich persönlich kann die Unterschiede auf diesem hohen Niveau gar nicht mehr wahrnehmen. Alle Pianisten sind heute so "perfekt". Auf diesem Niveau kann ich tatsächlich nicht mehr von "besser" oder "schlechter" sprechen, sondern nur von persönlichen Vorlieben. Da gibt es einige Pianisten, von denen ich nun schwärmen könnte, aber ich denke, dass jeder Gast hier seine ganz eigenen Lieblinge hat. Letztendlich kommt es auf das Spiel aber auch sehr auf die Persönlichkeit an, und auch das Auge hört mit…

Frage: Und für das neue Programm 2011 - gibt es da nicht doch besondere Leckerbissen?

Kathrin Haarstick: Okay, aber das sind nur meine persönlichen Favoriten: Die letzte Sonate von Beethoven - gespielt von Haiou Zhang - würde ich nicht verpassen wollen. Ich freue mich irrsinning auf Denys Proshayev mit einem Programm aus Bach und Wagner. Katharina Treutler - wunderschön, virtuos und dann auch noch richtig nett - wird Paraphrasen von Liszt geben. Mozart höre ich von Professor Gesa Lücker am liebsten. Und dann: Johannes Friedmann Knoll, der sich an die 5. Symphonie von Beethoven transkriebiert von Listzt wagt. Und last, but definetly not least: Marina Baranova. Es ist völlig egal, was sie spielt - sie öffnet alle Herzen.

Frage: Wie wählen Sie dann die richtigen Pianisten aus?

Kathrin Haarstick: Nun ja, da habe ich mir professionelle Hilfe gesichert: drei Professoren der Soloklasse von zwei der drei weltweit bedeutendsten Hochschulen für Musik, Hannover und Juilliard in New York, treffen für mich die Auswahl der Pianisten: Professor Goetzke, Kranjev und Raekallio.

Frage: Sie bieten in Ihren Programmen alle Komponisten, aber welche Komponisten bevorzugen Sie persönlich?

Kathrin Haarstick: Psst, nicht weitersagen: Ich bevorzuge exakt die Komponisten, die wir im Programm haben… In meiner Freizeit höre ich am allerliebsten das Wohltemperierte Klavier von Bach und die Klaviersonaten von Beethoven. Musik heißt für mich auch "Wiederhörensfreude" - ich mag nur, was ich kenne. Den Gästen geht es meistens ebenso.

Frage: An welchem Ihrer Konzertstandorte fühlen Sie sich am wohlsten?

Kathrin Haarstick: Natürlich in meinem eigenen Wohnzimmer in Rysum an der Nordsee… Ansonsten habe ich die Qual der Wahl - inzwischen sind so viele schöne und völlig unterschiedliche Orte dabei. Zum Beispiel die ungewöhnliche Klosterkirche in Remscheid-Lennep, das 5-Sterne Römerbad in Badenweiler, die klassizistische Wandelhalle im Kurpark des Staatsbades Bad Oeynhausen, das Schloss in Birkenfeld, u.v.a.m.

Frage: In fast vier Jahren haben Sie Standorte, Gästezahlen und Konzerte verdreißigfacht. Wie war dies möglich?

Kathrin Haarstick: Es ist meine tiefste innere Überzeugung, dass am erfolgreichsten ist, was Allen dient. Wir haben einfach eine klassische win-win-Situation: Die Standorte ziehen mit unserem Programm Gäste an. Die Gäste hören ein wunderschönes Konzert in herrlichem Ambiente und in kleinem Kreis. Die Paten empfangen einmal im Monat herzlich und festlich "ihre eigenen" Gäste. Und die Pianisten haben viele, viele, kleine Konzerte vor Publikum. Pro Woche bewerben sich ein bis zwei neue Pianisten bei mir. "Weltklassik!" hat sich herum gesprochen. Steinway wünscht sich, dass eine Tournee bei "Weltklassik!" als erster Preis für die Gewinner des Rubinstein-Wettbewerbes in Tel Aviv ausgelobt wird. Na, bitte!

Frage: Was ist der wahre Motor des Wachstums?

Kathrin Haarstick: Die Gäste! Wer begeistert ist, sagt es eben weiter. Ein Gast kommt an einem fremden Ort zu einem Konzert und sagt: "So etwas Schönes hätte ich gern auch bei mir zu Hause!" Ich antworte dann regelmäßig: "Nennen Sie mir einen Raum mit Flügel, und ich bringe Ihnen diese Reihe dort hin!". Das hat nun über 30 Mal funktioniert. Neuerdings ja auch in den USA und in der Schweiz.

Frage: Wie haben Sie Ihren Bezug zur Musik gefunden?

Kathrin Haarstick: Im Elternhaus! Bei uns lief den ganzen Tag rund um die Uhr - Wagner. Wir "mussten" schon ab dem Alter von fünf Jahren immer mit zu den Festspielen nach Salzburg und sogar den gesamten Ring in Bayreuth durchsitzen. Erstaunlich: das hat mir auch als Kind schon gefallen - nicht zuletzt, weil ich Herbert von Karajan persönlich eine rote Rose überreichen durfte. Das sind Bilder, die man nie vergisst.

Frage: Spielen Sie selber vor Publikum?

Kathrin Haarstick: Ich habe mit fünf Jahren das Klavierspiel begonnen. Allerdings spiele ich selbst nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit…

Frage: Wie können sich unsere Leser über Ihr Programm informieren?

Kathrin Haarstick: Ganz einfach: unter www.weltklassik.de steht das gesamte neue Programm für alle über 30 Spielorte. Wer kein Internet hat, kann mich einfach anrufen. Ich freue mich sehr darauf, mit unseren Gästen persönlich zu plaudern! Frau Haarstick, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte John Friedrich.





Moskau, Paris und Tokio – und nun Stadtoldendorf

Stadtoldendorf (mh). Sie spielen Bach, Beethoven und Schumann – und sind dabei „Weltklassik am Klavier“. Das ist keine Übertreibung, sondern der Titel einer international stattfindenden Konzertreihe. Auch Stadtoldendorf hat sich vor Jahren schon eingereiht: Dort werden jeden zweiten Samstag im Monat im Alten Rathaus, Bei der Kirche 1, weltweit bekannte Klavierspiel-Künstler begrüßt. Am Samstag, 12. Februar, spielt ab 17.15 Uhr Ilya Rashkovskiy.

  
   Ilja Rashkovsky
Wiener Klassik & Romantik. Der 1984 in Russland geborene Musiker erhielt bereits im Alter von fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht und begann im Alter von sechs Jahren zu komponieren. Sein erstes Konzert gab er mit dem Kammermusikorchester Irkutsk. Mit neun Jahren trat er ins Konservatorium von Novosibirsk ein, wo er bis zum Jahr 2000 Unterricht bei Mary Lebenzon hatte.

Bis 2009 studierte er danach an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Vladimir Krainev. Seit Oktober 2009 lebt Rashkovskiy in Paris und setzt seine Ausbildung an der l’Ecole normale supérieure de musique bei Marian Rybicki fort.

Als internationaler Preisträger gab Rashkovskiy Klavierabende in einigen bedeutenden Sälen in Europa, Japan und Russland, zum Beispiel in der Bolshoy Hall des Tchaikovsky Konservatorium in Moskau, in den Philharmonien Essen und Köln, im Théâtre du Châtelet und im Salle Pleyel in Paris, in der Suntory Hall in Tokio und im Concertgebouw in Amsterdam. Und nun kommt er nach Stadtoldendorf: mit Bach, Beethoven, Schumann und Scriabin im Gepäck – und hoffentlich einem Navi…

Bringt Wiener Klassik und Romantik nach Stadtoldendorf: Ilya Rashkovskiy.



Quelle: 12.01.2011 - Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung - http://www.landes-zeitung.de





Weltklassik am Klavier: Ilya Rashkovsky

Den Nimbus des Wunderkindes hat Ilja Rashkovsky längst abgestreift. Dem 26-jährige Pianisten aus Irkutsk eilt mittlerweile der Ruf eines brillanten Technikers voraus, der die großen Konzertsäle füllt. Der Reihe "Weltklassik am Klavier" ist er trotzdem treu geblieben, wie sein Gastspiel im Lahrer Pflugsaal zeigt.

  
Ilja Rashkovsky


  
Rashkovsky ist einer der Wiederholungstäter, die im aktuellen Programm der Ende 2006 gestarteten Konzertreihe eine starke Phalanx bilden. Einige von ihnen kommen in den nächsten Monaten bereits zum dritten Mal nach Lahr, wie die beiden deutschen Pianistinnen Gesa Lücker und Katharina Treutler, oder Denys Proshayev. Zu den bekannten Gesichtern zählen auch Aleksandra Mikulska und das aus Südafrika stammende Duo mit Cara Hesse und Laura Pauna, die im vergangenen Jahr mit einem an der Schwelle zwischen Romantik und Neuzeit angesiedelten Tastenfeuerwerk für Furore sorgten. Ilja Raskovsky absolvierte im Sommer 2007 seinen bisher einzigen Auftritt in Lahr. Er hat sein Studium in Hannover beendet, lebt seit 2009 in Paris. Sein zweites Album mit Werken von Mozart, Chopin, Liszt und Skriabin, hat er im gleichen Jahr in Hong Kong eingespielt. Er ist längst ein international gefragter Pianist, der nur noch am Rande seiner Biographie auf die typischen, für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Wegmarken eines Wunderkindes hinweist. Es ist deshalb auch alles andere als selbstverständlich, das ein Mann seines Kalibers am frühen Samstagabend, für kaum mehr als 50 Zuhörer, in badischen Provinz in die Tasten greift. Wie viele andere hält er der von Kathrin Haarstick initiierten Konzertreihe aber ganz bewusst die Treue. Als wichtige Auftrittsgelegenheit für aufstrebende Talente, hat sich "Weltklassik am Klavier" an knapp 30 Standorten in Deutschland etabliert. Hinzu kommen Konzertreihen in Zürich (Schweiz) und Key Biscayne (USA). Rashkovsky und andere geben etwas zurück, sorgen für ein musikalisches Niveau, das so sicherlich nicht selbstverständlich ist.

Der seit 2007 noch einmal hörbar gereifte Pianist aus der Provinzhauptstadt des Distrikts am nördlichen Ufer des Baikalsees, beeindruckt dabei vor allem durch seine brillante Technik, durch das Temperament, mit dem er bedeutende Werke der Klavierliteratur interpretiert. Bachs "Präludium und Fuge in cis-moll" (BWV 849), wirkt dabei noch verhalten, obwohl Rashkovsky sehr viel Gespür für die komplexe Klangsprache des Thomaskantors entwickelt. Mit Beethovens "Klaviersonate Nr.21 in C-Dur" (Opus 53), der sogenannten "Waldstein Sonate", ist er dann aber ganz in seinem Element. Rashkovsky agiert hier mit sehr viel Zug und Drang nach vorne, interpretiert das Werk fast schon in Stile eines Popsongs. Das Grundthema des ersten Satzes funkelt immer wieder hell, es lockt und verzaubert, setzt sich regelrecht in den Gehörgängen fest. Das ruhige Zwischenspiel des "Adagio molto" versinkt in der Attacke, die das virtuos auftrumpfende "Rondo" des dritten Satzes einleitet. Nach der Pause bringt Rashkovsky dann eine eher selten gespielten Sonaten von Robert Schumann zu Gehör, bevor sich der Pianist dann voller Intensität der Musik von Alexander Scriabin widmet. Die "Sonate Nr.3 in fis-moll" (Opus 23) zählt zu den Frühwerken des russischen Komponisten, dem Rashkovsky immer wieder ein besonderes Augenmerk widmet.

Quelle: Von Jürgen Haberer (ha) - Lahrer Zeitung, Jürgen Haberer, 11.1.2011





Konzerte gratis für alle Gäste bis 18 Jahre

  
   Kathrin Haarstick, die Gründerin der Reihe „Weltklassik am Klavier“
Altena. Jugend frei! In der neuen Saison lädt „Weltklassik am Klavier!“ junge Menschen zu den kleinen, aber sehr feinen Konzertreihen ein.

„Einen Generationenwechsel“ stellt Kathrin Haarstick, die Gründerin der Reihe „Weltklassik am Klavier!“ fest.

„Die jungen Menschen von heute wissen, das klassische Klaviermusik nichts mit Vergangenheit, sondern mit Hochkultur zu tun hat“, so Haarstick. Wie Goethe seien Bach, Beethoven, Chopin und Mozart nicht „von gestern“, sondern die Höhepunkte der Kultur. „Bei Klavierkonzerten in China fallen junge Mädchen bei Schubert und Schumann in Ohnmacht - wie damals bei den Beatles in Deutschland. Klassik wird wieder modern!“

Daher werden in Zukunft bei „Weltklassik am Klavier!“ Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, also Gäste bis 18 Jahre freien Eintritt genießen. Erwachsene zahlen durchschnittlich 20 Euro pro Person. Übrigens ist „Weltklassik!“ vollständig unsubventioniert, wie Initiatorin Kathrin Haarstick im Interview erklärt.

Aus welchem Grund gründeten Sie die Reihe Weltklassik am Klavier?

Ganz ehrlich? Im tiefen Grunde meines Herzens möchte ich Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranführen. Das geht nur, wenn man Erwachsene Gäste glücklich macht, denn die bringen ja die Kinder mit.

  
MERYEM NATALIE AKDENIZLI eröffnet am Sonntag, 16. Januar, um 17 Uhr die neue Reihe Weltklassik am Klavier.
  
Wie sehen Sie die Zukunft klassischer Klavierkonzerte?

Ich sehe die Zukunft eher in kleinen Hauskonzerten als in großen Konzerthallen. Kleine, aber feine Konzerte sollten für jedermann in der Nähe erreichbar und finanziell erschwinglich bleiben. Unsere Gäste sprechen von „außergewöhnlichen Darbietungen“ mit „ganz besonderer Note“ und „wunderbaren kleinen, sehr familiären Konzerten“, „hinreißend gespielt“, „wirklich zauberhaftem Ambiente“ und „magischen Momenten“.

Sie haben nun über 30 Standorte und in diesem Jahr das 500. Konzert in Ihrer nur vierjährigen Firmengeschichte. Gedenken Sie dies zu feiern?

Nein, nein. Natürlich freue ich mich sehr über den Erfolg von „Weltklassik am Klavier!“ Für mich ist jedes unserer Konzerte ein Fest – und vor allem die lieben Worte der Gäste. Die Gäste kommen mit großer Vorfreude und sind nach dem Konzert, wie soll ich sagen, ja, fast - glücklich. Sie loben besonders das „Ambiente im kleinen Kreis“ und die „persönliche Note“.

Welche Pianistin oder welcher Pianist ist Ihr persönlicher Favorit der Reihe?

Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich persönlich kann die Unterschiede auf diesem hohen Niveau gar nicht mehr wahrnehmen. Alle Pianisten sind heute so „perfekt“. Auf diesem Niveau kann ich tatsächlich nicht mehr von „besser“ oder „schlechter“ sprechen, sondern nur von persönlichen Vorlieben.

Und für das neue Programm 2011 – gibt es da nicht doch besondere Leckerbissen?

Okay, aber das sind nur meine persönlichen Favoriten: Die letzte Sonate von Beethoven – gespielt von Haiou Zhang – würde ich nicht verpassen wollen. Ich freue mich auf Denys Proshayev mit einem Programm aus Bach und Wagner. Katharina Treutler – wunderschön, virtuos und dann auch noch richtig nett – wird Paraphrasen von Liszt geben. Mozart höre ich von Professor Gesa Lücker am liebsten. Und dann: Johannes Friedmann Knoll, der sich an die 5. Symphonie von Beethoven transkribiert von Liszt wagt. Und last, but not least: Marina Baranova. Egal, was sie spielt – sie öffnet Herzen!

Quelle: Altena, 11.01.2011, Der Westen - www.derwesten.de





Eine musikalische Ekstase

Ilya Rashkovskiy gastierte im Rahmen der Reihe "Weltklassik am Klavier" im Pflugsaal.

LAHR. Die Reihe "Weltklassik am Klavier" geht auch im Jahr 2011 weiter, neben Lahr und Offenburg an mittlerweile 30 Orten in Deutschland, der Schweiz und neuerdings auch in den USA. Organisatorin Kathrin Haarstick will den Besuchern der Reihe klassische Klaviermusik als "Konzerterlebnisse in kleinem, aber feinem Rahmen" und den jungen Pianisten und Pianistinnen Auftrittsmöglichkeiten bieten.

  
   Ilya Rashkovskiy am Klavier (Foto: W. Künstle)

Am Samstagnachmittag fanden sich in Lahr rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer im Pflugsaal ein, um Ilya Rashkovskiy mit einem Programm von Bach bis Skriabin zu genießen. Den 1984 im russischen Irkutsk geborenen Pianisten Ilya Rashkovskiy kann man getrost als Wunderkind bezeichnen. Mit fünf Jahren bekam er seinen ersten Klavierunterricht, mit sechs Jahren begann er zu komponieren. Schon mit neun Jahren trat er ins Konservatorium in Novosibirsk ein, studierte später in Hannover und setzt seine Ausbildung derzeit in Paris fort. Er konzertierte mit namhaften Orchestern in der halben Welt, erhielt viele renommierte Preise.

Rashkovskiy ist technisch brillant, das machte er schon bei seinem Eröffnungsstück, Johann Sebastian Bachs "Präludium und Fuge cis-moll" deutlich. Es wirkte allerdings wie eine Einspielübung im Vergleich zur fulminanten, temperamentvollen und virtuosen Umsetzung der Waldsteinsonate von Ludwig van Beethoven.

Obwohl gerade beim "Weltklassik"-Publikum davon auszugehen ist, dass alle wissen, dass zwischen den Sätzen nicht geklatscht wird, mussten sich einige Zuhörer nach dem ersten Satz regelrecht beherrschen, um nicht zu applaudieren, so überwältigend war dieses oft gehörte Stück interpretiert. Das stetige Donnergrollen der linken Hand und die rasanten Läufe der rechten hat Rashkovskiy perfektioniert und scheut sich auch nicht, mit extremen Forte-Ausbrüchen den Zuhörern Schrecksekunden zu bescheren.

Nach der Pause geht es weiter mit seltener Gehörtem: Robert Schumanns Sonate f-moll, bei der Rashkovskiy Dynamik und Tempo schnell steigert und die musikalische Ekstase fast überstrapaziert. Im dritten Satz allerdings zeigt er, dass er auch die leisen Töne beherrscht und dramatische Pausen effektvoll einsetzen kann. Alexander Scriabins Sonate in fis-moll, komponiert 1897, geht über die romantische Musiktradition weit hinaus. Der als Synästhet bekannte Komponist, der Töne mit Farben verband, lässt mit seiner Musik Bilder im Kopf der Zuhörer entstehen. Filmmusik im besten Sinn, denn die rhythmisch wie melodisch verschachtelte Komposition trägt viel Emotionalität, ohne pathetisch zu sein, und Rashkovskiy setzt sie um, ohne die Fingerfertigkeit, die ohne Zweifel erforderlich ist, um Skriabin zu spielen, in den Vordergrund zu stellen – und das geht nur, weil er dieses Niveau mit Gelassenheit beherrscht. Großer Applaus zum Schluss, hoch verdient.

Info: Auf einer neuen CD ist eine "Best of"-Auswahl der Weltklassik am Klavier-Konzerte 2010 erhältlich. Neu ist in diesem Jahr auch die Möglichkeit, Geschenkgutscheine für die Konzerte zu erwerben. Das nächste Weltklassik am Klavier-Konzert ist am Samstag, 5. Februar, 17 Uhr, im Lahrer Pflugsaal: Marina Baranova spielt Mendelssohn, Schumann, Brahms, Wanger/Liszt, Gottschalk und Albeniz.

Quelle: www.badische-zeitung.de - 11.01.2011





Diabolisches Schillern

ESSLINGEN: Ilya Rashkovskiy in der Reihe „Weltklassik am Klavier“

  
   Erst 26 Jahre alt, aber in seiner künstlerischen Entwicklung schon sehr reif: Der Pianist Ilya Raschovskiy. Foto: Kaier

Längst hat sich die Reihe „Weltklassik am Klavier“ zur Erfolgsgeschichte entwickelt. Junge, meist hochmotivierte Musiker, die am Ende ihres Studiums stehen, erhalten die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen, sich vielleicht einen Namen zu machen, die ersten Schritte hin zu einer Pianisten-Karriere zu unternehmen. Auf dem besten Weg dahin dürfte der in Sibirien geborene Ilya Rashkovskiy sein, der nach der ersten pianistischen Ausbildung in seiner Heimat in Hannover und Paris studiert hat und mittlerweile bei einem der wichtigsten Musikwettbewerbe, dem Concours Reine Elisabeth in Brüssel, ausgezeichnet wurde.

Sein Auftritt im Alten Rathaus in Esslingen zeigte, warum er ein preisgekrönter Pianist ist. Zur Eröffnung des Abends spielte er Präludium und Fuge cis-Moll BWV 849 von Johann Sebastian Bach. Dabei überzeugte er vor allem durch die Transparenz seines Spiels. Durch hochdifferenzierten Anschlag und das Herausstellen des Themas macht er die kompositorische Struktur jederzeit deutlich, lässt dabei den antiquierten Duktus dieser fünfstimmigen Fuge nachhaltig wirken und fügt die vielen geläufigen Verzierungen stimmig in diesen strengen Kontext ein. Diese Kunst, virtuose Elemente einzubinden, ohne sie als pianistischen Selbstzweck in den Vordergrund zu rücken, kam auch in Ludwig van Beethovens Sonate op. 10, Nr. 3, zur Geltung. Für die vielen kompositorischen Gegensätze, das Schwanken zwischen lyrisch gefärbter Melodik und energischer Rhythmik findet Ilya Rashkovskiy eine überzeugende Balance, durch die er charakterstarke Gestaltungen der einzelnen Sätze entstehen lässt.

Genau diese Charakterisierungskunst, das Changieren zwischen empfindsamer, fast verinnerlichter Spielweise und expressivem Ausdruckswillen führte nach der Pause zu irritierenden, aber in ihrer Nachwirkung auch faszinierenden Momenten in Robert Schumanns Sonate f-Moll op. 14. Virtuose Elemente spulte der 26-Jährige mit Präzision, kernigem Anschlag und üppiger Klangfülle ab, fand aber vor allem für den mittleren Variationensatz eine große Klangfarbenpalette, die die rein technische Seite seines Spiels überstrahlte. Voll ausspielen konnte Rashkovskiy seine manuellen Fähigkeiten schließlich in Alexander Skrjabins dritter Klaviersonate fis-Moll. Die überbordende Virtuosität dieser Musik, der dunkle Grundton, sind eine Steilvorlage für den jungen Pianisten, der im „Drammatico“ genannten Kopfsatz und im atemberaubend schnellen Presto-Finale eine diabolisch schillernde Musizierhaltung an den Tag legt. Die Hyperbolik dieser Musik, das Exaltierte Skrjabins liegt Rashkovskiy hörbar gut, was auch vom begeisterten Publikum mit viel Beifall gefeiert wird.

Quelle: Von Markus Dippold - 10.01.2011 - Eßlinger Zeitung - www.esslinger-zeitung.de





"Weltklassik am Klavier!" Interview mit Kathrin Haarstick

  
   Kathrin Haarstick
In der neuen Saison lädt "Weltklassik am Klavier!" junge Menschen zu den kleinen, aber sehr feinen Konzertreihen ein.

"Einen Generationenwechsel" stellt Kathrin Haarstick, die Gründerin der Reihe "Weltklassik am Klavier!" fest: "Die jungen Menschen von heute wissen, das klassische Klaviermusik nichts mit Vergangenheit, sondern mit Hochkultur zu tun hat", so Haarstick. Wie Goethe seien Bach, Beethoven, Chopin und Mozart nicht "von gestern", sondern die Höhepunkte der Kultur. "Bei Klavierkonzerten in China fallen jungen Mädchen bei Schubert und Schumann in Ohnmacht - wie damals bei den Beatles in Deutschland. Klassik wird wieder modern!"

Daher werden in Zukunft bei "Weltklassik am Klavier!" Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, also Gäste bis 18 Jahre freien Eintritt genießen. Erwachsene zahlen durchschnittlich - dies variiert je nach Größe des Standortes - 20 Euro pro Person.
An einigen besonders exklusiven Standorten wie dem Hahnerhof in Ratingen oder dem Grand Hotel Römerbad in Badenweiler die Eintrittspreise allerdings auch bei
25 und 30 Euro. "Dies ist angesichts der Eintrittspreise in den großen Häusern in Baden-Baden, Bayreuth und Berlin ? vor allem aber gemessen an der überragenden Qualität der Pianisten ? immer noch ein Spottpreis". Übrigens ist ?Weltklassik!? vollständig un-subventioniert.

Frage: Aus welchem Grund gründeten sie die Reihe Weltklassik am Klavier?

Kathrin Haarstick: Ganz ehrlich? Im tiefen Grunde meines Herzens möchte ich Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranführen. Das geht nur, wenn man Erwachsene Gäste glücklich macht, denn die bringen ja die Kinder mit. Ich möchte Bach, Beethoven, Mozart und Chopin am Leben erhalten!

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft klassischer Klavierkonzerte?

Kathrin Haarstick: Ich sehe die Zukunft eher in kleinen Hauskonzerten als in großen Konzerthallen. Kleine, aber feine Konzerte sollten für jedermann in der Nähe erreichbar und finanziell erschwinglich bleiben. Unsere Gäste sprechen von „außergewöhnlichen Darbietungen“ mit „ganz besonderer Note“ und „wunderbaren kleinen, sehr familiären Konzerten“, „hinreißend gespielt“, "wirklich zauberhaftem Ambiente" und „magischen Momenten“.

Frage: Sie haben nun über 30 Standorte und in diesem Jahr das 500. Konzert in Ihrer nur vierjährigen Firmengeschichte. Gedenken Sie dies zu feiern?

Kathrin Haarstick: Nein, nein. Natürlich freue ich mich sehr über den Erfolg von „Weltklassik am Klavier!“ Für mich ist jedes unserer Konzerte ein Fest – und vor allem die lieben Worte der Gäste. Die Gäste kommen mit großer Vorfreude und sind nach dem Konzert, wie soll ich sagen, ja, fast - glücklich. Sie loben besonders das „Ambiente im kleinen Kreis“ und die „persönliche Note“. Wo wird man schon bereits am Telefon mit Namen angesprochen und beim Konzert mit Handschlag persönlich begrüßt. In Zeiten des Call Centers ist genau das ist ein Fest.

Frage: Welche Pianistin oder welcher Pianist ist Ihr persönlicher Favorit der Reihe?

Kathrin Haarstick: Soll ich Ihnen etwas verraten? Ich persönlich kann die Unterschiede auf diesem hohen Niveau gar nicht mehr wahrnehmen. Alle Pianisten sind heute so „perfekt“. Auf diesem Niveau kann ich tatsächlich nicht mehr von „besser“ oder „schlechter“ sprechen, sondern nur von persönlichen Vorlieben. Da gibt es einige Pianisten, von denen ich nun schwärmen könnte, aber ich denke, dass jeder Gast hier seine ganz eigenen Lieblinge hat. Letztendlich kommt es auf das Spiel aber auch sehr auf die Persönlichkeit an, und auch das Auge hört mit…

Frage: Und für das neue Programm 2011 – gibt es da nicht doch besondere Leckerbissen?

Kathrin Haarstick: Okay, aber das sind nur meine persönlichen Favoriten: Die letzte Sonate von Beethoven – gespielt von Haiou Zhang – würde ich nicht verpassen wollen. Ich freue mich irrsinning auf Denys Proshayev mit einem Programm aus Bach und Wagner. Katharina Treutler – wunderschön, virtuos und dann auch noch richtig nett – wird Paraphrasen von Liszt geben. Mozart höre ich von Professor Gesa Lücker am liebsten. Und dann: Johannes Friedmann Knoll, der sich an die 5. Symphonie von Beethoven transkriebiert von Listzt wagt. Und last, but definetly not least: Marina Baranova. Es ist völlig egal, was sie spielt – sie öffnet alle Herzen.

Frage: Wie wählen Sie dann die richtigen Pianisten aus?

Kathrin Haarstick: Nun ja, da habe ich mir professionelle Hilfe gesichert: drei Professoren der Soloklasse von zwei der drei weltweit bedeutendsten Hochschulen für Musik, Hannover und Juilliard in New York, treffen für mich die Auswahl der Pianisten: Professor Goetzke, Kranjev und Raekallio. 

Frage: Sie bieten in Ihren Programmen alle Komponisten, aber welche Komponisten bevorzugen Sie persönlich?

Kathrin Haarstick: Psst, nicht weitersagen: Ich bevorzuge exakt die Komponisten, die wir im Programm haben… In meiner Freizeit höre ich am allerliebsten das Wohltemperierte Klavier von Bach und die Klaviersonaten von Beethoven. Musik heißt für mich auch „Wiederhörensfreude“  – ich mag nur, was ich kenne. Den Gästen geht es meistens ebenso.

Frage: An welchem Ihrer Konzertstandorte fühlen Sie sich am wohlsten? 

Kathrin Haarstick: Natürlich in meinem eigenen Wohnzimmer in Rysum an der Nordsee… Ansonsten habe ich die Qual der Wahl – inzwischen sind so viele schöne und völlig unterschiedliche Orte dabei. Zum Beispiel die ungewöhnliche Klosterkirche in Remscheid-Lennep, das 5-Sterne Römerbad in Badenweiler, die klassizistische Wandelhalle im Kurpark des Staatsbades Bad Oeynhausen, das Schloss in Birkenfeld, u.v.a.m.

Frage: In fast vier Jahren haben Sie Standorte, Gästezahlen und Konzerte verdreißigfacht. Wie war dies möglich? 

Kathrin Haarstick: Es ist meine tiefste innere Überzeugung, dass am erfolgreichsten ist, was Allen dient. Wir haben einfach eine klassische win-win-Situation: Die Standorte ziehen mit unserem Programm Gäste an. Die Gäste hören ein wunderschönes Konzert in herrlichem Ambiente und in kleinem Kreis. Die Paten empfangen einmal im Monat herzlich und festlich „ihre eigenen“ Gäste. Und die Pianisten haben viele, viele, kleine Konzerte vor Publikum. Pro Woche bewerben sich ein bis zwei neue Pianisten bei mir. „Weltklassik!“ hat sich herum gesprochen. Steinway wünscht sich, dass eine Tournee bei „Weltklassik!“ als erster Preis für die Gewinner des Rubinstein-Wettbewerbes in Tel Aviv ausgelobt wird. Na, bitte!

Frage: Was ist der wahre Motor des Wachstums?

Kathrin Haarstick: Die Gäste! Wer begeistert ist, sagt es eben weiter. Ein Gast kommt an einem fremden Ort zu einem Konzert und sagt: „So etwas Schönes hätte ich gern auch bei mir zu Hause!“ Ich antworte dann regelmäßig: „Nennen Sie mir einen Raum mit Flügel, und ich bringe Ihnen diese Reihe dort hin!“. Das hat nun über 30 Mal funktioniert. Neuerdings ja auch in den USA und in der Schweiz.

Frage: Wie haben Sie Ihren Bezug zur Musik gefunden? 

Kathrin Haarstick: Im Elternhaus! Bei uns lief den ganzen Tag rund um die Uhr – Wagner. Wir „mussten“ schon ab dem Alter von fünf Jahren immer mit zu den Festspielen nach Salzburg und sogar den gesamten Ring in Bayreuth durchsitzen. Erstaunlich: das hat mir auch als Kind schon gefallen - nicht zuletzt, weil ich Herbert von Karajan persönlich eine rote Rose überreichen durfte. Das sind Bilder, die man nie vergisst.

Frage: Spielen Sie selber vor Publikum?

Kathrin Haarstick: Ich habe mit fünf Jahren das Klavierspiel begonnen. Allerdings spiele ich selbst nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit…

Frage: Wie können sich unsere Leser über Ihr Programm informieren?

Kathrin Haarstick: Ganz einfach: unter www.weltklassik.de steht das gesamte neue Programm für alle über 30 Spielorte. Wer kein Internet hat, kann mich einfach anrufen. Ich freue mich sehr darauf, mit unseren Gästen persönlich zu plaudern!

Frau Haarstick, ich danke Ihnen für dieses Gespräch. 


Quelle: Das Gespräch führte John Friedrich. 05. Januar 2011 - http://www.ratinger-zeitung.de/






Chopin-Klänge wie gemalte Landschaft

Sarah Hyun-Jee Moon.

OFFENBURG. Den Silvesterabend mit einem Konzert um 17 Uhr zu beginnen, das hat ’was. Gut einhundert Zuhörer kamen in den Offenburger Salmen, um die junge koreanische Pianistin Sarah Hyun-Jee Moon, die in der Reihe "Weltklassik am Klavier" gastierte, zu hören.

  
   Sarah Hyun-Jee Moon

War ursprünglich ein reines Chopin- und Skrjabin-Programm geplant, so kündigte Organisatorin Henrike von Heimburg gleich zu Beginn eine Änderung an, statt sechs Präludien von Skrjabin kam eine Sonate in As-Dur von Joseph Haydn zu Gehör und anstelle einer Polonaise von Chopin spielte die Schülerin von Bernd Goetzke, Klavier-Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Schirmherr der Konzertreihe, eine Chopin-Nocturne. Um es gleich vorwegzunehmen, der Rest des Programms blieb wie vorgesehen, das Scherzo Nr. 4 von Chopin und dann nach der Pause, dem Veranstaltungstitel "Vorbild und Nachfolger" entsprechend, die frühe von Chopin deutlich beeinflusste zweite Sonate von Alexander Skrjabin und schließlich noch einmal Chopin, die Sonate in b-Moll.

Das Publikum ließ sich von der hohen technischen Virtuosität absolut begeistern und erklatschte sich drei Zugaben, wiederum zweimal Chopin, aus dessen Etüden und dazwischen von dem russischen Komponisten und Zeitgenossen Skrjabins, Nikolai Medtner, die "Vergessenen Weisen".

Die dreisätzige Sonate von Haydn spielt die international tätige Pianistin mit locker leichtem Anschlag, die Finger scheinen über die Tasten zu fliegen, die Läufe sind brillant, das Spiel ist deutlich, die Leittöne sind sorgfältig herausgearbeitet, der gedämpft-heitere Charakter von Tonart und Komposition kommt gut zur Geltung, weiche wienerische Verspieltheit im Adagio, der dritte Satz rasant und dynamisch wie ein szenisches Streitgespräch.

Die Chopin-Nocturne liefert Verträumtes, als wär’s Landschaftsmalerei, dann spinnen sich die Girlanden um die Halbtöne wie Fäden, in der linken Hand das Gerüst dazu. Das folgende Scherzo beginnt mit einigen markanten Akkorden, aus denen sich das Spiel immerfort entwickelt, das Pedal ist wichtiges Gestaltungselement, so dass zwischen Liegenbleiben und Vorangehen ein permanentes Ineinandergreifen stattfindet. Kraftvoll spielt Moon, und weiß auch die leisen Töne zu gestalten. Das Stück verlangt höchste Konzentration, schon zur Pause gibt es viel Applaus.

Danach dann Skrjabin, auch hier Halbton-Girlanden, ein malerischer Beginn, aber insgesamt weniger kraftvoll als Chopin, und mit anderen stilistischen Mitteln, sich abschwächende Tonwiederholungen, wie ein einmal aufgetippter Ball, der nach und nach an Höhe verliert. Im Presto stellt Moon wiederum ihre technische Virtuosität unter Beweis, so rasant das Tempo, im Anfang galoppierend, dann klar und sauber, und doch fehlt es hier ein bisschen an Seele und das wird dann in der Chopin-Sonate noch einmal deutlicher, die etwas huschig gerät, und gerade in den markanten starken Wiedererkennungsmotiven von mehr Gewichtigkeit und gefühlter Schwermut hätte profitieren können, aber durchaus stoischen Charakter annimmt. Nach begeistertem Applaus mit den Chopin-Etüden ein befreiter Jahresausklang.

Quelle: 03. Januar 2011 - http://www.badische-zeitung.de