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Presse





Yu Mi Lee präsentierte Werke von Bach bis Brahms

Yu Mi Lee ist gerade von einer Tournee aus Italien zurück gekommen; nächste Woche wird sie nach Asien reisen, um dort zu konzertieren. Für die Reihe "Weltklassik am Klavier" machte die 30-Jährige einen Zwischenstopp in der Remscheider Klosterkirche. Hier spielte sie zum ersten Mal, was im fünften Jahr der Reihe doch etwas besonderes sei, sagte die Organisatorin Andrea Lugg.

Yu Mi Lee Lee wurde im Jahr 1983 in Südkorea geboren. In Seoul begann sie ihre musikalische Ausbildung und schloss sie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover ab. Mit ihrem virtuosen Spiel gewann sie zahlreiche Preise, unter anderem den "Berlin International Music Competition". "Sie kann mit ihrem Spiel das Gefühl sprechen lassen", sagte Lugg.

Yu Mi Lee
Yu Mi Lee (Foto: Weltklassik.de)
Mit kraftvollen, wilden Passagen wühlte sie die Zuhörer auf

Lee begann das Konzert mit Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 6 in e-Moll. Die Partita Nr. 6 ist der Abschluss von Bachs Klavierübungen und an Schwierigkeit kaum zu übertreffen. Übung ist hier nicht im Sinne von Fingerübung zu verstehen, sondern als Vertiefung und Meditation des Spielers. "Man muss ein Meister am Klavier sein, sie spielen zu können", sagte Lugg.

Lee präsentierte die Partita auf ganz bezaubernde Weise. Sie begann mit der Toccata - die komplizierten Tonfolgen klangen von ihrer Hand wunderbar leicht; ihre Mimik zeigte, wie schwierig die Toccata wirklich ist.

Danach vollführte sie mit den Zuhörern in der nur mäßig gefüllten Klosterkirche Bachs Tanz durch Europa: Bach beginnt mit der Allemanda, einem deutschen Volkstanz und geht über spanische und italienische Tänze hin zur Gigue, einem bäuerlichen englischen Tanz. Aus dem Barock führte Lee ihre Hörer mit Maurice Ravels "Valses nobles et sentimentales" in den Impressionismus.

Die Walzerminiaturen Ravels sind nicht tanzbar; dafür ließ Lee die Hörer in die verschiedensten Gefühlslagen eintauchen: Mit kraftvollen, wilden Passagen wühlte sie die Hörer auf, ließ sie dann mit fast stillen Passagen ruhig werden und träumen. Nach der Pause fuhr sie fort mit Frédéric Chopins Nocturne in H-Dur, Josef Haydns heiterer Sonata in g-Moll und schloss das Konzert mit Johannes Brahms Klavierstücken Op. 199 ab.

Ein wunderbares Hörerlebnis für die Gäste in der Lenneper Klosterkirche.


Quelle: Von Niklas Dummer - http://www.rga-online.de/rga_107_110274626-2-_Yu-Mi-Lee-praesentierte-Werke-von-Bach-bis-Brahms.html - 19.03.2013




Weltklassik: Aachener Duo debütierte mit Romantik

Bis in die späte Nacht saß Robert Schumann mit dem Freund am Klavier. Hingerissen schrieb der Komponist in sein Tagebuch: "Musikduette werden leicht Herzensduette und die Unterhaltung und Sprache der verwandten Seelen." Für Dmitri Wesselowski und Alina Novik ist das gemeinsame Klavierspiel zu einer echten Herzenssache geworden. Seit sechs Jahren treten die gebürtigen Ukrainer als Aachener Klavierduo auf. Für ihre Interpretation von Chopins vierhändigem Werk gab es einen Sonderpreis.

Aachener Klavierduo
Aachener Klavierduo (Foto: Weltklassik.de)
Im letzten Jahr heirateten die beiden. In der Lenneper Klosterkirche debütierte das Ehepaar Wesselowski mit romantischen Tänzen von Czerny bis Grieg. Leider blieben viele Stammgäste wegen Schnee und Eis zu Hause.

Wer den Weg nicht scheute, wurde mit einem starken Konzert belohnt. Das Aachener Klavierduo verfügt gleichermaßen über einen sensiblen Anschlag wie ein untrügliches Rhythmusgefühl. Große Leidenschaft und Sinn für Humor bringen zusätzlich Farbe in das Zusammenspiel. Für Edvard Griegs "Norwegische Tänze" sind somit beide gut gerüstet. Alle vier Tänze sind mit "Allegro" überschrieben und haben doch ihren eigenen Charakter.

Ein lebhafter Auftakt geht fließend in eine Moll-Ballade über. Hell und heiter ist der zweite Tanz, dessen Refrain mit trockenem Witz gebracht wird. Einem reich verzierten Marsch folgt das Finale mit dunklen Farben. Doch nach und nach kommt die Melodie in Schwung und steigert sich bis zum "Presto". Beschwingt geht es auch bei Johannes Brahms "16 Walzern" zu. In diesen Miniaturen huldigt der Komponist seiner Wahlheimat Wien und stellt zugleich den Dreivierteltanz in all seinen Formen vor. Schwelgende Melodien werden hier von kühner Harmonik gebändigt, Sturm und Idylle folgen dicht aufeinander. Allen Kontrasten zum Trotz behalten die beiden Interpreten ihren kühlen Kopf und finden selbst nach längeren Soli wieder einträchtig zusammen. Robert Schumann darf in diesem Reigen natürlich nicht fehlen. Lange waren seine "Bilder aus Osten" die wohl bekanntesten Klavierstücke zu vier Händen. Durch meisterhaftes Unisonospiel bezeugen Dmitri und Alina Wesselowski hier noch einmal ihre musikalische Seelenverwandtschaft.


Quelle: Von Daniel Diekhans - www.rga-online.de/rga_107_110228698-2-_Weltklassik-Aachener-Duo-debuetierte-mit-Romantik.html - 22.01.2013




Toth am Klavier: „It’s fantastic!“

Pianist Marc Toth glänzt bei seinem Auftritt doppelt – als Musiker und vor allem als unkonventionell locker und humorvollst auftretender Konzertmoderator.

Das kann man ein echte Marke nennen, einen wirklichen Ausnahmepianisten. Wer einmal einen ganz anderen, wahrlich unkonventionellen klassischen Klavierabend erleben möchte, dem ist ein Konzertbesuch bei Marc Toth nur wärmstens zu empfehlen. Der kanadische Pianist gibt auf eine für den klassischen Konzertbetrieb hochgradig ungewöhnliche, locker humorvolle Weise hochinteressante, spannende Einführungen zu den von ihm anschließend interpretierten Werken. So auch bei seinem grandiosen Auftritt jetzt bei Weltklassik am Klavier am vergangenen Sonntag im Sportschloss Velen. Hier moderierte und spielte er „monumentale Werke um Beethovens Monument“ – ein besonderes Erlebnis für alle, die da waren.

Marc Toth (Foto: Weltklassik.de)
„Ich habe so viel Interessantes und Amüsantes zu Stücken, Komponisten und Zusammenhängen in den Melodien und Motiven gehört wie noch nie in einem Konzert. Und dabei zugleich auch so fantastische Klaviermusik genießen können“, meinte eine sichtlich begeisterte Besucherin. Dieses Kompliment hätten wohl alle im Orangeriesaal des Schlosses sofort unterschrieben. Denn so ansteckend und überzeugend ist Toths Enthusiasmus für seine große Liebe, die klassische Musik. Mit geradezu missionarischer Leidenschaft „beweist“ er mit intelligenten Worten und angespielten Passagen, wie die kompositorischen Dinge zusammenhängen, erläutert die Hintergründe der Entstehung eines Stücks und reißt mit seiner eigenen Begeisterung unwiderstehlich mit. Mehr als nur einmal zeigt er bei seinen Ausführungen auf den Flügel, auf den DIN-A4-Zettel mit dem Beethoven-Denkmal oder auf die zerknitterten kleinkopierten Noten von Mendelssohns „Variations Serieuses“, um dann „it’s fantastic“ zu kommentieren.

Fantastisch aber in der Tat auch sein Spiel! Nach dem Mendelssohn zum Einstieg glänzte er musikalisch und pianistisch auch im Folgenden bei Beethovens Sonate A-Dur (op. 101) und nach der Pause mit der „für mich im 19. Jahrhundert überragenden Komposition“, der Fantasie in C-Dur (op. 17) von Robert Schumann. So rhetorisch leichtfüßig und entertainig Toths gesamtes Auftreten ist, das so gar nicht in die Welt der vor Ernsthaftigkeit häufig triefenden klassischen Musikgralhüter passt, so seriös, intensiv und pianistisch „weltklassig“ ist sein Spiel. Ihm ist der „Respekt vor der Komposition“, das Hintanstellen von Selbstdarstellung oberste Maxime in seinem musikalischen Agieren. Und das sieht man auch. Sobald er spielt, ist Toth kein unterhaltsamer Musikflüsterer mehr, dann ist er reine Musik, ohne irgendein äußerliches Pianistengehabe, das Gefühlstiefe darstellen will. Beim Spielen ist Toth tot(h)ernst fokussiert und überzeugt als Pianist auf ganzer Linie. Mancher Skeptiker, der vielleicht denkt, „ob der Spaßvogel wohl den nötigen Ernst in seiner Musik hat“, wird in seiner Enttäuschungserwartung knackig enttäuscht. Wenn es doch mehr Leute wie ihn gäbe, die die klassische Musik wieder polulärer machen, auch bei jüngeren, „unbeleckten“ Zielgruppen. Ein Bravo und viel Erfolg dem faszinierenden, „dozertierenden“ Musikbotschafter Marc Toth!


Quelle: Christoph Berghorn, Borkener Zeitung - 11.11.2012 Velen




Außergewöhnliche Pianistin mit außergewöhnlichem Chopin

Aleksandra Mikulska interpretiert die Werke ihres großen Landsmannes auf spannendste, kongenial eigene Weise

Das war mal wieder ein Klavierabend der absolut besonderen Art in der Reihe "Weltklassik am Klavier" im Sportschloss Velen. Was die polnische Pianistin Aleksandra Mikulska dort am Sonntagnachmittag an Klavierkunst und speziell in Sachen Chopin hören ließ, geht über den Standard in der Tat sehr weit hinaus. Sie spielt Chopin nicht einfach nur schön, samtweich und über große Passagen hinweg mit einem gefühlsduseligen Weichzeichnereffekt und mehr oder weniger kontrollierten Ausbrüchen von Aufbegehren und stolzer Wut. Sie spielt Chopin selbstbewusst anders, künstlerisch weitaus spannender und für ein Livekonzert damit überaus reizvoller. Nicht umsonst wünschte sie bereits in der ersten ihrer Anmoderationen "interessanten Entdeckungen". Davon gab es dann reichlich - in positivster, spannendster Klangweise.

Alexandra Mikulska
Aleksandra Mikulska (Foto: Weltklassik.de)
Wer einen Chopin der bekannten Art erwartete, wurde schon von den ersten Tönen der Ballade G-Moll an überrascht, wo sie z. B. das aufsteigende Motiv "aus klanglichen Gründen" mit einer weiteren Oktave auffüllte, die im Notentext so nicht zu finden ist. Mikulska spielt Chopin so, wie sie ihn "intuitiv von Kindheit an direkt verstanden" hat. "Wenn ich in die Noten schaue, ist mir alles sofort vertraut". Und mit diesem Selbstbewusstsein eines seelischen Heimspiels traut sie sich auch, mehr Dinge mal anders zu machen als andere, die sich ein Chopin-Verständnis anhand von Interpretationsleitlinien erarbeiten mussten. So boten ihre Interpretationen teils extreme Pianissimo-Passagen, für Chopin ziemlich ungewohnte tosende Donnerstürme, immer wieder regelrechte, tranceartige Zeitlupeneffekte, die wie musikalisches "Zoomen" wirkten, und hier und da ein Klangschichtungsmaximum durch das rechte Pedal, das harmonische Gebilde entstehen ließ, die eher impressionistischer Spielart sind.

Faszinierend bei alledem: Es überzeugte von A bis Z, weil man die Ernsthaftigkeit der Botschaft und Auseinandersetzung mit Chopin immer zwischen den Notenzeilen vernahm. Das ist keine Effekthascherei, das kein Andersmachenwollen um jeden Preis, das ist ernste Kunst mit dem Anspruch kreativer Tiefe.

Merklich berührt und begeistert von der ergreifenden musikalischen Welle, die Mikulska durch den Konzertraum pulsieren ließ, äußerten sich die Besucher bereits zur Pause voll des Lob: "Einfach fantastisch, mitreißend", "Wahnsinn, was die aus der Musik macht" oder, "was für eine Persönlichkeit" lauteten die Kommentare.

Nach den vier Balladen im Teil 1 und den Scherzi H- und B-Moll sowie "Andante spianato & Grande Polonaise Brillante" in der 2. Konzerthälfte servierte die aparte Künstlerin als Zugabe mit dem Walzer in F noch ein klassisches Chopin-Kabinettstückchen. Rundum ein brillanter Klavierabend, der endlich auch mal das hatte was er verdient: ein nahezu ausverkauftes Haus!


Quelle: Christoph Berghorn, Borkener Zeitung - 15.10.2012 Sportschloss Velen




Gabriele Leporatti begeistert bei "Weltklassik am Klavier"

Der Blick zurück ist ein Blick nach vorn. Schon als Jugendlicher komponierte Beethoven seine ersten Klaviersonaten. In seiner späten "Sonate c-Moll" ist die klassische Form nur die Basis für die Erforschung neuer Klänge, die die Zeitgenossen einst ratlos zurückließ. Ihre volle Wirkung konnte Beethovens letzte Klaviersonate erst im 20. Jahrhundert entfalten.

Gabriele Leporatti
Gabriele Leporatti hätte mehr Publikum verdient gehabt.
Foto: Archiv - Weltklassik

Zu den heutigen Interpreten, die die Herausforderung annehmen, gehört Gabriele Leporatti. Das berühmte "Opus 111" bildete den Auftakt des Konzerts, mit dem sich der italienische Pianist in Lennep präsentierte. Schade nur, dass sich der Saal der Klosterkirche am Sonntag nur zur Hälfte füllte: Der Interpret Leporatti verdient ein großes Publikum. Auf dem Programm standen neben Beethoven mit Debussy und Ravel zwei Vertreter der musikalischen Moderne.

Im ersten Satz seines Werks hält sich Beethoven noch an das klassische Modell. Einer kurzen Einleitung folgt das Hauptthema. Das Fugato malt Leporatti in grellen Farben aus. Das lyrische Seitenthema in Dur wirkt dagegen hauchzart. Der Schlussteil führt beide Themen mit einer Konsequenz durch, die über die Sonatenform hinausweist. Doch erst der zweite Satz geht darüber hinaus. Das getragene "Arietta"-Thema weicht einer monochromen Klangfläche, die durch beharrliche Ostinati und Pendelklänge bestimmt wird. Der ungerade Rhythmus lässt eher an Jazz denn an klassische Klaviermusik denken. Präzise schlägt Leporatti die Töne an. Sein Gesicht spiegelt die innere Anspannung wider, wenn die Melodielinie, mit schier unendlichen Trillern verziert, bis zum Diskant hinaufsteigt. Ein Effekt mit berauschender Wirkung. Auf den Schlussakkord antworten die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus.

Überzeugen kann Leporatti auch in der zweiten Konzerthälfte. In reizvollem Kontrast zu Beethovens absoluter Musik stehen Debussys "Préludes" und Ravels "Gaspard de la nuit" - Klavierstücke, die durch Bilder und Texte angeregt wurden. In Debussys "Général Lavine" zeigt Leporatti Sinn für musikalischen Humor, wenn er mit kunstvoll verschleppten Akkorden die Figur des Zirkusclowns lebendig werden lässt. In Ravels "Scarbo", dem Porträt eines nächtlichen Quälgeistes, vollführt der Pianist noch die schnellsten Läufe mit großer Geläufigkeit. Wenig verwunderlich, dass Leporatti nach dieser letzten instrumentalen Tour de force mit Bravo-Rufen bedacht wird.


Quelle: Von Daniel Diekhans - 18.09.2012 - www.rga-online.de




Daniel Röhm überzeugt mit ausgewogener Interpretation

Remscheid. Franz Liszt war ein großer Schubert-Fan. Die Musik des Wiener Romantikers bewunderte er für ihre Technik und emotionale Kraft. Die Klavierfassungen von Schubert-Liedern, die Liszt auf seinen Konzerttourneen spielte, trugen viel dazu bei, sein Idol bei einem großen Publikum bekannt zu machen.

Pianist Daniel Röhm
Lässig im weißen Hemd: Pianist Daniel Röhm vor seinem Auftritt am Sonntag in der Lenneper Klosterkirche. Foto: Roland Keusch
Daniel Röhm liegen beide Komponisten am Herzen. Den jungen Pianisten reizt es, Schuberts Poesie und Liszts orchestralen Stil in seinem Spiel miteinander zu verknüpfen. Seine Favoriten prägten denn auch das Programm, das Röhm am Sonntag in der Lenneper Klosterkirche präsentierte. Neben Schubert und Mozart im Original waren beide Komponisten in Bearbeitungen von Liszt zu hören.

Röhm ist kein Mann der großen Worte. Die Werkeinführungen fallen knapp aus. Umso größer ist seine Spielfreude. Deshalb ist Schuberts "Sonate G-Dur" ein idealer Auftakt. Schnell wechseln hier Farben und Stimmungen. Der erste Satz hat den Charakter einer Fantasie. Wie improvisiert scheinen die ersten Akkorde, aus denen sich ein lebhafter Tanz entwickelt. Auch das "Andante" nimmt einen dramatischen Verlauf, bevor "Menuetto" und "Allegretto" die bewegten Wellen glätten.

Requiem: Moll-Akkorde dröhnen, als ob sie die Toten erwecken wollten

Doch trotz solcher eruptiven Ausbrüche nimmt sich Röhm Zeit für feine Pinselstriche. Beim Publikum kommt diese ausgewogene Interpretation gut an. Als er nach der Pause die Bühne betritt, wird er mit spontanem Applaus begrüßt. Der Kopfsatz von Mozarts "Sonate a-Moll" steigert Schuberts Dramatik noch.

Auf orchestrale Fülle folgt ein liedhafter Mittelsatz, der Pianist und Zuhörer Atem schöpfen lässt. Das "Presto" bietet einen beschwingten Ausklang. Einen ganz anderen Blick auf den Klassiker wirft Röhm, wenn er sich zwei Stücke aus dem "Requiem" in der Fassung von Liszt vornimmt. Rollende Akkorde eröffnen das "Confutatis maledictis", während im "Lacrimosa" die Moll-Akkorde dröhnen, als ob sie die Toten erwecken wollten.

Aber der Arrangeur Liszt weiß sich auch zurückzunehmen. In Schuberts Liedern "Du bist die Ruh" und "Der Müller und der Bach" werden die schlichten, aber eindringlichen Melodien nicht mit Orchestereffekten versetzt.

Nur bei der Zugabe, Liszts Version von "Isoldes Liebestod" aus Wagners "Tristan und Isolde", geht Röhm noch einmal aufs Ganze. Bewegendes Ende eines Konzertabends, das die Zuhörer mit großem Applaus bedenken.


Quelle: Von Daniel Diekhans - 24.07.2012 - www.rga-online.de




Die zwei Gesichter des Frédéric Chopin

Die polnische Ausnahmepianistin intonierte Werke ihres Lieblingskomponisten in Rhauderfehn. Rund 120 Zuschauer ließen sich von ihr verzaubern. Seit einem Jahr ist die Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ im „Fehntjer Forum“ zu Gast.

Aleksandra Mikulska
Die Augen zumeist geschlossen: Pianistin Aleksandra Mikulska war eins mit ihrem Lieblingskomponisten. Bild: Köhler

Rhauderfehn - „Bravo“ entfährt es dezent einer Dame in den hinteren Reihen. Präziser hätte sie nicht resümieren können, was sie soeben gehört hatte. Mit Aleksandra Mikulska war am Sonntag eine Ausnahme-Künstlerin im „Fehntjer Forum“ zu Gast. Rund 120 Konzertgästen zeigte sie die zwei Gesichter ihres Lieblingskomponisten und Landsmannes: den tief romantischen und den beschwingten Frédéric Chopin.

In Warschau geboren, komme man gar nicht umhin, Chopins Musik zu lieben, erklärte die junge Pianistin, nachdem Veranstalterin Kathrin Haarstick im Saal Kerzen angezündet hatte, um den musikalischen Streifzug durch die Romantik atmosphärisch zu untermalen. Dass Mikulska zur Ausnahme-Künstlerin wurde und mehrfach Förderpreise gewann, hat sie gewissermaßen ihrer Oma zu verdanken, die ein Klavier durchsetzte, als die Familie debattierte: ein neues Auto oder ein Piano für Aleksandra? Damals war Mikulska sechs Jahre alt.

Heute, einige Jahre später, versteht es die grazile Künstlerin mit den hellblonden Haaren mit ihrem gefühlvollen, makellosen Spiel die Konzertbesucher reihenweise zu verzaubern – so auch am Sonntag. Im ersten Programmteil begegnete das Publikum dem romantischen Komponisten, dessen vier Balladen um die tragische Liebe kreisten: um die unerfüllte, die verschmähte und die verratene. Den zweiten Teil, den Mikulska bewusst antithetisch zum ersten Part arrangiert hatte, zeigte das andere Gesicht des genialen Klavierkomponisten: den beschwingten Chopin der Pariser Salons. Der Pole lebte viele Jahre in der französischen Kulturmetropole, in der er 1849 im Alter von nur 39 Jahren starb.

So facettenreich das Wesen Chopins war, so vielgestaltig ist das Spiel Aleksandra Mikulskas: Mal ließ sie ihre Hände weich und behutsam über die Tasten gleiten, als seien sie zerbrechlich. Mal sausten die Finger virtuos über die Klaviatur – gleich dem rasanten Flügelschlag eines Kolibris. Mit Hingabe und unendlich viel Gefühl näherte sich die Pianistin den Werken ihres Lieblingskomponisten. Die Augen meist geschlossen, schien Mikulska völlig eins zu sein – mit der Musik, mit dem Instrument, mit Chopin. Sechs Tage in der Woche, zehn Stunden am Tag, drei Monate lang – so lange brauche ein Künstler, um ein neues Programm vorzubereiten, verriet Veranstalterin Haarstick. Das Ergebnis dieser Fleißarbeit und Mikulskas außerordentlichen Talents war ein wunderbarer Klavierabend mit einer Pianistin, deren (preisgekrönte) musikalische Ausdrucksfähigkeit ihres gleichen sucht. Und so ließe sich das begeisterte „Bravo“ der Zuschauerin noch steigern und das Konzert trefflicher mit einem „Bravissimo“ resümieren.


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Quelle: VON JANA KÖHLER - Mittwoch, 18. Juli, General-Anzeiger - www.ga-online.de (Oberledingerland)




"Enormer Facettenreichtum"

Interview Duo Tsuyuki und Rosenboom gibt Klavierkonzert im Kulturhaus "Alter Schlachthof"

Soest. Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom sind miteinander verheiratet, spielen seit 2009 professionell als Klavierduo und sind bereits ein fester Begriff in der Klavierduoszene. Am Sonntag, 15. Juli, kommen die beiden Künstler nach Soest und geben ab 17 Uhr ein Konzert im Kulturhaus "Alter Schlachthof". Auf dem Programm stehen dann "Die Zauberflöte und weitere Ouvertüren zu vier Händen". Stadtanzeiger-Redakteurin Manuela Kübler-Schubert hatte Gelegenheit, dem musikalischen Ehepaar vorab einige Fragen zu stellen.
  
Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom
   Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom (Bild: Weltklassik)



Wann sind Sie das erste Mal mit Musik in Berührung gekommen?

Chie Tsuyuki: Ich kam an sich sehr früh mit Musik in Berührung. Meine Mutter ist eine leidenschaftliche Musikliebhaberin und so hat sie mich im Alter von ungefähr vier Jahren in ein Konzert mitgenommen, und das hat mich sofort begeistert.

Michael Rosenboom: Im ersten Klavierunterricht. Ich wollte im Alter von neun Jahren mit dem Klavierspielen anfangen, warum, weiß ich bis heute nicht! Meine Eltern hatten nie etwas mit Musik zu tun, sie sind erst durch mich dazu gekommen, auch mal ein klassisches Konzert zu besuchen.

War Ihnen denn sofort klar, dass Ihr Instrument das Klavier sein würde?

Chie Tsuyuki: Ich habe erst mit musikalischer Früherziehung angefangen, als Kind spielte ich sehr gerne Improvisationen, so kam ich schnell zum Klavier, weil gerade dieses Instrument unendlich viele Möglichkeiten bietet.

Michael Rosenboom: Oh ja - sofort nach der ersten Klavierstunde!

Warum haben Sie sich 2009 entschlossen, sich auf Ihre Duo-Karriere zu konzentrieren?

Chie Tsuyuki: Eigentlich gab es schon weit vorher Anzeichen dafür, dass wir ein sehr gutes Duo sind und ausgezeichnet miteinander harmonieren. Wir spielten auch früher schon ab und an in einigen Konzerten als Klavierduo. Uns wurde oft gesagt, wir hätten als Pianisten eine sehr ähnliche Art zu musizieren. Obwohl wir Angst davor hatten, uns aneinander zu fesseln, hat letztlich doch die Begeisterung gesiegt, auch auf musikalischer Ebene zusammen zu leben.

Michael Rosenboom: Wir haben schon immer gern Kammermusik gemacht und hatten viel Freude daran. Jedoch konnten wir mit anderen Musikern nie unsere Vorstellungen ganz ohne Kompromisse verwirklichen. Da spielte vor allem der zeitliche Rahmen eine Rolle. Wenn wir beide zu Hause an einer Interpretation arbeiten, dann gibt es für uns kein Zeitlimit. Wir reden den ganzen Tag über Musik, das fängt schon beim Frühstück an.

Und, war es der richtige Entschluss rückblickend?

Chie Tsuyuki: Absolut! Ich entdecke seitdem so viel Neues in der Musik und auch in meiner Person.

Michael Rosenboom: Ich denke, es war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Es ist sehr erfüllend, wenn man mit dem Menschen, den man liebt, zusammen Musik machen kann.

Sie sprechen es gerade an: Sie sind nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat ein Paar - wie beeinflusst dies Ihre Tätigkeit als Konzertpianisten?

Chie Tsuyuki: Ich empfinde die Arbeit im positiven und negativen Sinne intensiver, jedes Konzert noch aufregender! Allerdings ist es für uns auch schwerer, mal abzuschalten, dafür bräuchten wir einen Urlaub…

Michael Rosenboom: Manchmal sind wir uns, was die Interpretation angeht, nicht sofort einig. Es kommt vor, dass wir über einen einzigen Takt tagelang diskutieren. Aber das Verständnis für ein Werk wächst auch sehr durch diesen ständigen Austausch.

In Soest spielen Sie bekannte Ouvertüren, komponiert für das Klavier. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit diesem Programm gemacht, wie kommt es beim Publikum an?

Chie Tsuyuki: Wir lieben das Programm! Wir sind jedes Mal glücklich, wenn das Publikum es auch liebt. Der enorme Facettenreichtum des Programms begeistert die Zuhörer immer wieder und besonders die höchst virtuosen Kompositionen wie die Préludes von Liszt oder die Tannhäuser Ouvertüre sind bisher vom Publikum jedes Mal mit Bravo-Rufen und Euphorie honoriert worden.

Michael Rosenboom: Das Publikum hat dieses Programm bislang sehr euphorisch aufgenommen, was uns sehr gefreut hat. Besonders unsere eigene Bearbeitung der Tannhäuser Ouvertüre findet einen enormen Anklang beim Publikum, da - wie wir gehört haben - diese Version wirklich ein Orchester auf das Klavier zaubert. Das ist ein großartiges Lob - vor allem, weil wir über Monate an dieser Version für vier Hände gearbeitet haben und immer noch Takte finden, die wir ab und an ändern, um eine noch höhere Spannung zu erzeugen.

Sie geben ja nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt Konzerte. Müssen Sie Ihr Programm auf die unterschiedlichen Kulturen abstimmen? Wie gehen Sie da vor?

Chie Tsuyuki: Ich selber bin aus dem asiatischen Kulturkreis in den europäischen gekommen, und habe gemerkt, dass die musikalische Sprache der Kunstmusik keine kulturellen Grenzen kennt. Das ist schon unglaublich toll!

Michael Rosenboom: Wir müssen das Programm vermitteln können, deshalb stimmen wir es in erster Linie auf uns ab. Dann muss man sich natürlich mit dem Veranstalter einig werden. Wir haben aber nicht die Erfahrung gemacht, dass der Musikgeschmack kulturabhängig variiert, sondern, wenn überhaupt, dann eher altersabhängig. Spielen wir beispielsweise Bach, Mozart oder Chopin, dann genießt das jedes Publikum, egal wo wir gerade spielen. Etwas anders ist es mit zeitgenössischer Musik, die uns genauso am Herzen liegt. Aber da ist tendenziell ein jüngeres Publikum empfänglicher.

Sie haben in Ihrer Karriere schon viele Preise gewonnen, sind also erfolgreich in Ihrem Beruf. Wie muss ein guter Pianist beschaffen sein, damit es ihm gelingt, eine ebenso erfolgreiche Karriere zu starten?

Chie Tsuyuki: Um Preise zu gewinnen, muss man das Fachpublikum überzeugen, aber im Konzertleben spielen viele andere Faktoren auch eine große Rolle. Wir bemühen uns immer, dem Publikum ein lebendiges Musikerlebnis bieten zu können, dafür muss man sehr sensibel in jedem Konzert reagieren und agieren können. Deshalb studieren wir unsere Programme so ein, dass wir uns im Konzert auch Spontaneität in der Interpretation erlauben können. Das halte ich für sehr wichtig, denn letztendlich weiß das Publikum am besten, ob ein Musiker mit seiner Interpretation berühren kann oder nicht.

Michael Rosenboom: Ich denke, wenn ein Pianist seinen Beruf als lebenserfüllende Aufgabe ansieht, hat er eine Chance sich in der Musikwelt zu etablieren. Wenn nicht, so wird er sowohl psychisch wie auch physisch ein Leben als Konzertpianist nicht durchstehen.


Quelle: Westfälischer Anzeiger GmbH, veröffentlicht in Stadtanzeiger am Mittwoch, Soest, 11.07.2012 von Manuela Kübler-Schubert.




Chopin in modernem Outfit

Remscheid. Ihrer ersten großen Liebe begegnet sie als kleines Mädchen. Bei ihrer Großmutter hört sie eine alte Schallplatte mit Chopins "Scherzo b-Moll" und fängt an zu träumen. Einmal im Leben diese Musik spielen können!
  
Aleksandra Mikulska
   Aleksandra Mikulska (Bild: Weltklassik)

Ihr Wunsch geht in Erfüllung. Heute ist Aleksandra Mikulska eine gefragte Pianistin. Beim Internationalen Chopin-Wettbewerb hat die gebürtige Warschauerin gewonnen. Und der alten Liebe ist sie treu geblieben. "Chopin pur" heißt schlicht ihr aktuelles Programm, das neben Bravourstücken wie dem "Scherzo" auch die vier Balladen des großen Romantikers präsentiert. Eine attraktive Auswahl.

Schnell füllte sich am vergangenen Sonntag der große Saal der Klosterkirche. Mit einem warmen Applaus wurde die junge Pianistin empfangen. Offenbar ist vielen Mikulskas Lenneper Konzertpremiere vom letzten Jahr in guter Erinnerung geblieben.

Seine Balladen komponierte Chopin in einem Zeitraum von sieben Jahren. Interpretin Mikulska jedoch fasst sie als Gesamtkunstwerk auf. Tatsächlich haben die vier Stücke vieles gemeinsam: Alle verbinden Elemente der polnischen Volksmusik mit dem eleganten Tanzschritt des Walzers. Leidenschaft wird durch strengen Kontrapunkt gebändigt. Mikulska befreit Chopin von spätromantischen Spinnweben und gibt ihm ein zeitgemäßes Outfit. Ihr Spiel ist schlank und kraftvoll. Melodische Linie und harmonische Struktur treten klar hervor.

Hoffnungsvoll ist die Einleitung der "Ballade g-Moll". Die "Ballade F-Dur" beginnt traumhaft weich. Jäh aber wird die Idylle gestört, wenn das stürmische Moll-Thema heranbraust. Die "Ballade "As-Dur" ist eine heitere Abwechslung, während die "Ballade f-Moll" mit ihrer komplexen motivischen Arbeit Chopins Modernität hervorkehrt.

Das Repertoire der zweiten Hälfte bildet nur scheinbar einen Kontrast zu den Balladen. Denn volkstümliche Elemente finden sich auch hier. Der Mittelteil des "Scherzo h-Moll" besteht aus einem Wiegenlied. Das "Scherzo b-Moll", immer noch ein Favorit der Pianistin, wartet mit leichthändigen Arpeggien auf.

Bei der "Grande Polonaise Brillante", einst für Klavier und Orchester komponiert, reitet Mikulska eine wahre Attacke auf ihr Instrument. Tosender Applaus für eine Pianistin und ihre große musikalische Liebe.


Quelle: Von Daniel Diekhans - www.rga-online.de - 19.06.2012




Weltklasse bei „Weltklassik am Klavier“

KULTUR Pianistin Aleksandra Mikulska erntete nicht enden wollenden Applaus

Die erst 30-jährige Warschauerin gab vor restlos ausverkauftem Haus ein Konzert, das wohl zu den besten gehörte, die es bisher im Rysumer Fuhrmannshof gegeben hat.

  Aleksandra Mikulska
   Aleksandra Mikulska (Bild: Weltklassik)

RYSUM - Sie gilt als beste Pianistin Polens, hat mit etlichen Preisen eine Erfolgsleiter erklommen, die sie zur weltbesten Chopin-Interpretin kürt: Aleksandra Mikulska aus Warschau, eine zierliche Person, erst 30 Jahre alt, weist jedoch auf einen Lebenslauf am Klavier hin, der auf lebenslange, fast unerreichte Erfahrung schließen lässt.

Im Rahmen der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ gab die Künstlerin am Sonnabend vor restlos ausverkauftem Haus im Rysumer Fuhrmannshof ein Konzert unter dem Motto: „Chopin pur“.

Chopins vier Balladen bilden den Schwerpunkt des ersten Konzertteils. Dem Zuhörer werden im Programmheft zwar Interpretationen der Künstlerin zu den jeweiligen Musikstücken gegeben – individuell hat man jedoch mehr davon, wenn man als Zuschauer und -hörer seinen eigenen Intentionen nachgeht. So besticht in der g- Moll-Ballade zunächst der einfache Erzählerton, der ständig gesteigert und schließlich überlagert wird von scheinbar weiteren Instrumenten. Fliegende Hände über der Tastatur in tollkühner Akrobatik begeistern die Zuschauer.

In der F-Dur-Ballade stehen Ruhe und Stille im Gegensatz zur Wildheit. Dieser immer wiederkehrende Kontrast bestimmt das gesamte musikalische Wesen dieser Ballade, ein Vortrag, der höchste Spieldisziplin einfordert. Das As-Dur-Werk beginnt zwar schlicht, steigert sich jedoch in unbeschreibliches Temperament hinein, Bilder eines feurigen Reiters werden sichtbar, wenn man sich auf dieses Klavierspiel von Aleksandra Mikulska einlässt, das hypnotische Wirkung zu verleihen scheint. Stimmungsvoll dann kommt die f-Moll-Ballade, die ron-dogeprägt ist, nicht nur von musikalischen Anteilen her, sondern auch von den Stimmungen. Die Zuhörer werden hin- und herbewegt, erleben gensatz zur Wildheit. Dieser immer wiederkehrende Kontrast bestimmt das gesamte musikalische Wesen dieser Ballade, ein Vortrag, der höchste Spieldisziplin einfordert.

Das As-Dur-Werk beginnt zwar schlicht, steigert sich jedoch in unbeschreibliches Temperament hinein, Bilder eines feurigen Reiters werden sichtbar, wenn man sich auf dieses Klavierspiel von Aleksandra Mikulska einlässt, das hypnotische Wirkung zu verleihen scheint.

Stimmungsvoll dann kommt die f-Moll-Ballade, die ron-dogeprägt ist, nicht nur von musikalischen Anteilen her, sondern auch von den Stimmungen. Die Zuhörer werden hin- und herbewegt, erleben quasi eine Massageihrer musikalischen Gefühlswelten – rücksichtslos, aber von hoher Kunst am Flügel dargeboten.

Die Scherzi im zweiten Teil des Klavierkonzerts bieten alles, von wilder Bewegtheit, gleitender Eleganz bis zur künstlerischen Walzerphantasie. Klangstudien, wie sie wohl nur von Ausnahmepianisten gespielt werden können.

Den Schluss des Programms bot das „Andante spianato & Grande Polonaise Es-Dur op. 22“ mit mächtiger Finalwirkung, die in nicht enden wollendem Applaus ein Konzert beendete, das wohl zu den besten gehörte, die es bisher im Rysumer Fuhrmannshof gegeben hat mit einer Pianistin, die zur Weltspitze gehört.

Ohne Zugaben wurde die Dame nicht von der Bühne gelassen. Unglaublich: Weltklasse bei Weltklassik in Rysum.


Quelle: VON WERNER ZWARTE - DIENSTAG, DEN 29. MAI 2012 - OSTFRIESEN-ZEITUNG, SEITE 11




Jacob Leuschner bringt die Wucht von Beethovens Meisterstück zum Klingen

Remscheid. Eine Symphonie auf einem Instrument - Beethovens "Hammerklaviersonate" ist so kühn wie gewaltig. In drei Sätzen und einer großen Schlussfuge erweitert der Komponist in bis dahin unerhörtem Maße die Grenzen der klassischen Musik. Die Zeitgenossen hielten die Sonate schlicht für unspielbar.

  Jacob Leuschner
   Jacob Leuschner (Bild: Weltklassik)

Erst Jahrzehnte nach Beethovens Tod brachte Franz Liszt die Sonate auf die Konzertbühne. Seitdem gehört sie zum festen Klavierrepertoire.

Auch Jacob Leuschner geht bei seinen Auftritten das Wagnis "Hammerklaviersonate" immer wieder neu ein. So steht Beethovens Spätwerk am Ende eines Konzerts, das der renommierte Freiburger Pianist am Sonntag in der Lenneper Klosterkirche gab. Dem legendär schwierigen Meisterstück nähert er sich dabei mit dem gebührenden Respekt Schritt für Schritt.

Der erste Schritt auf dem Weg zum Gipfel ist Bachs "Toccata, Adagio und Fuge" in der Fassung des Pianisten Ferruccio Busoni. Nach der mit leichter Hand entworfenen Toccata und dem sanglichen Adagio errichtet die Fuge eine wahre Kathedrale aus übereinander geschichteten Stimmen. Carl Maria von Webers "Sonate Nr. 4" ist Beethoven zeitlich noch näher. In vier Sätzen entwickelt Weber ein kleines musikalisches Drama. Bittersüßen Melodien folgt ein Andante, dessen leichtfüßiger Tanz eine Erholung bietet vor dem dissonanzenreichen Finalsatz. Sowohl Bachs strenger Kontrapunkt als auch Webers melodischer Einfallsreichtum findet sich in der "Hammerklaviersonate" wieder.

Anders als bei Bach und Weber deutet Leuschner die Sonate jedoch als in sich geschlossenes Werk mit fast unmerklichen Übergangen zwischen den vier Sätzen. So kann weder der Interpret noch der Zuhörer Abstand nehmen von der emotionalen Wucht, die Beethoven mit seinen harmonisch kühnen Melodiebögen entwickelt. Leuschner bringt mit sensiblem Anschlag diese Wucht zum Klingen, lässt sich aber nicht von ihr überwältigen. Sein sensibles Spiel ist klar und leicht. Selbst die abschließende dreistimmige Fuge erscheint nicht als kontrapunktische Übung, sondern als innige Meditation in Tönen. Mit der "Hammerklaviersonate" ist Leuschner ein Wagnis eingegangen. Gewonnen hat er die Sympathien seiner Zuhörer.


Quelle: Von Daniel Diekhans - Remscheider Generalanzeiger, 24.04.2012, http://www.rga-online.de




Profis für die Kleinstadt

Sofja Gülbadamova, Weltklassik am Klavier

Altena. Eine preisgekrönte Pianistin spielt vor einem kleinen Publikum. In einer Kleinstadt auf dem Land. So ganz aufgehen kann diese Rechnung nicht, weder für die Künstlerin, noch für die Agentur, die diese Konzerte organisiert. Sollte man meinen. Stimmt aber nicht.

Dieses Szenario kann man jeden dritten Sonntag im Monat in der Burg Holtzbrinck in Altena erleben. Dann gastiert dort ein junger Pianist im Rahmen der Konzertreihe „Klassik am Klavier“. Zuletzt spielte dort die gebürtige Russin Sofja Gülbadamova. Ein Erfolg, wie der begeisterte Applaus des Publikums verriet. Und das, obwohl mit 30 Besuchern nur knapp die Hälfte der Stühle im Burgsaal besetzt waren. Das Ziel des „Weltklassik am Klavier“- Konzepts ist nämlich ein ganz anderes als volle Säle.

  Sofja Gülbadamova
   Sofja Gülbadamova

In Altena organisiert der Kulturring die Konzerte. Seit drei Jahren bekommt die Stadt so hochkarätigen musikalischen Besuch. „Wir sind jedes Jahr froh, dabei zu sein“, sagt Geschäftsführerin Barbara Langos. Mittlerweile habe sich ein festes Stammpublikum gebildet. Nicht zuletzt ist die Konzertreihe für die Stadt Altena auch eine Möglichkeit, ihr kulturelles Programm zu erweitern. Um als Standort für ein Weltklassik-Konzert infrage zu kommen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein, erklärt Kathrin Haarstick, die die Reihe ins Leben gerufen hat: „Die Spielorte sind von einer schönen Atmosphäre geprägt – bestes Beispiel: Burg Holtzbrinck in Altena. Noch wichtiger ist natürlich, dass ein guter, möglichst sehr guter Flügel dort steht.“

Kathrin Haarstick ist die Mutter von „Weltklassik am Klavier“. Seit ihrer Kindheit spielt sie selbst Klavier. Vor zwölf Jahren gab sie ihren Job in der Wirtschaft auf und zog nach Ostfriesland. Dort fanden in der Scheune ihre Hofes die ersten Piano-Konzerte statt. Der Kontakt zu den Pianisten entstand und entsteht über Professoren an Musikhochschulen. Haarsticks Idee fand auch in anderen Städten Anklang, mittlerweile gastieren die Künstler in 30 Orten in Deutschland. 2012 veranstaltet „Weltklassik am Klavier“ 450 Konzerte. Mit ihrer Konzertreihe möchte Haarstick „die großartigen Werke unserer klassischen Musikkultur dauerhaft erhalten“. Dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche für diese Musik begeistert werden, auch wenn beim letzten Konzert in Altena kein einziger junger Zuhörer anwesend war. Für Gäste bis 18 Jahren ist der Eintritt daher frei. Erwachsene zahlen 20 Euro, Studenten 15. Finanziell trägt sich die Konzertreihe selbst, es gibt keine öffentlichen Subventionen.

Auf die Frage, was sie an einem Auftritt vor einem so kleinen Publikum reizt, antwortet Sofja Gülbadamova etwas überrascht: „Jedes Publikum ist reizvoll.“ Am vergangenen Sonntag spielte sie zum ersten Mal in Altena. Bei „Weltklassik am Klavier“ ist sie erst seit einem Jahr, erst ab Anfang 2012 gibt sie aber auch Konzerte. Vor Publikum spielt die 31-Jährige aber schon seit 20 Jahren. Sie hat unter anderem in Paris Musik studiert und zahlreiche Wettbewerbe gewonnen, 2008 sogar zwei internationale. Kleine, intime Konzerte wie in Altena seien teilweise sogar schwieriger als große meint sie. „Man hört jedes Husten. Aber das ist auch ein gutes Training.“ Auch Kathrin Haarstick weiß, warum es so viele Pianisten – momentan 70 – zu „Weltklassik am Klavier“ zieht: „Ein Pianist will vor Publikum spielen. Und da gibt es eben keine andere Konzertreihe in Deutschland, in der man sich an über 30 verschiedenen Orten vor Publikum zeigen kann. Das stärkt die Bühnenpräsenz.“

Bei kaum einem Konzert hat man die Möglichkeit, den Pianisten so nah zu sein, wie in diesem Rahmen. „Das hier ist ein toller Platz, hier kann man ihr auf die Finger schauen“, sagte eine Besucherin von Sofja Gülbadamovas Konzert, die sich einen Stuhl ganz nah am Bechstein-Flügel gesichert hatte. „Klavierkonzerte waren immer schon für einen kleinen und intimen Rahmen bestimmt. Die Schubertiaden vor 200 Jahren haben genauso ausgesehen; betrachten Sie historische Gemälde, mit Liszt, oder Schubert: Da sitzen die Gäste sogar zu seinen Füßen“, erklärt Haarstick. Der Gast möchte eben nicht nur etwas zu hören, sondern auch etwas zu sehen bekommen.

Quelle: Pia Mester - DER WESTEN, 22.03.2012 , http://www.derwesten.de/staedte/luedenscheid/profis-fuer-die-kleinstadt-id6487953.html





Weltklassik am Klavier" mit Chiyan Wong

(dad). Remscheid. Noch bevor Chiyan Wong ins Rampenlicht tritt, zieht er Blicke auf sich. Rot leuchtet sein Pullover, und mit großen Schritten eilt er auf die Bühne. Dass sein Herz für Schumann und Liszt schlägt, sieht man dem jungen schlaksigen Mann mit der Beatlesfrisur nicht sofort an.Aber Popmusik ist wirklich nicht seine Sache. In den letzten zehn Jahren hat sich Wong als reifer Interpret klassischer Klaviermusik einen Namen gemacht.

  Chiyan Wong
   Chiyan Wong
In Hongkong geboren, studiert der 23-jährige inzwischen an der Royal Academy of Music in London. Von dort aus stattete er am vergangenen Sonntag der Lenneper Klosterkirche einen gefeierten Besuch ab. Mit Schumanns "Kreisleriana" und Liszts "Sonate h-Moll" stehen zwei Gipfelwerke der Romantik auf dem Programm. Auch die weniger bekannten "Hexaméron-Variationen" von Liszt stellen die Fähigkeiten jedes Pianisten auf die Probe.

Doch nach seinem forschen Sprint auf die Bühne kommt Wong zur Ruhe und stellt sich der schwierigen Aufgabe. Er atmet kurz durch, greift in die Tasten und liefert beim ersten Satz der "Kreisleriana" ("Äußerst bewegt") eine erste Kostprobe seines Könnens. In Anlehnung an die Figur des exzentrischen Kapellmeisters Kreisler bei E. T. A. Hoffmann, die beständig zwischen Hochstimmung und Schwermut schwankt, kombiniert Schumann in den "Kreisleriana" rastlose Stücke in Moll mit Idyllen in Dur.

Wong nimmt diese Vorgabe ernst und radikalisiert sie noch. Mit weichen, vom Pedal abgedämpften Tönen in den langsamen Sätzen, verhilft Wong dem Klavierpoeten Schumann zu seinem Recht. Wie ein Bildhauer modelliert der Interpret die melodischen Feinheiten heraus, dehnt die Tempi, lässt die Töne perlen. Die schnellen Stücke hingegen werden mit Verve, die sich fast bis zur Rücksichtslosigkeit steigert, gebracht. Doch trotz aller romantischen Glut verliert Wongs Spiel nichts von seiner Eleganz.

Stilsicher ist auch seine Paraphrase der "Héxameron-Variationen". Basis der Lisztschen Variationen ist Bellins Marsch "Suoni la tromba" (Lasst die Trompeten schallen). Großes Drama zwischen Triumph und Untergang Wong entwirft seine Variationen als großes Drama zwischen Triumph und Untergang. Unter heftigem Donnergrollen entfaltet sich langsam das siegesgewisse Marsch-Thema, das immer wieder von rasanten Einlagen konterkariert wird.
Wongs Ausdeutung ist von einer Konsequenz, die die Zuhörer schon vor der Pause mit ersten "Bravo!"-Rufen quittieren. Eigene Wege geht der Pianist auch bei Liszts großer "Sonate h-Moll". In einem bewegenden Arrangement macht sich Wong die komponierten Solokadenzen zu eigen und erfüllt sie mit seinem phantasiereichen Spiel.
Beeindruckt lauscht man und ahnt, dass sich Virtuosität und Poesie keinesfalls ausschließen müssen. Bei Chiyan Wong bedingen sie sich sogar.

Quelle: Remscheider Generalanzeiger, 20.03.2012 - http://www.rga-online.de/rga_107_109993957-2-_Weltklassik-am-Klavier-mit-Chiyan-Wong.html





„Die Zauberflöte“ und weitere Ouvertüren

KULTUR Klavierduo am Sonnabend im Fuhrmannshof

Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom spielen in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ in Rysum. Das Konzert beginnt um 17 Uhr.

RYSUM - Das Duo Chie Tsuyuki & Michael Rosenboom gastiert in der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ am kommenden Sonnabend ab 17 Uhr im Rysumer Fuhrmannshof mit seinem Programm „Die Zauberflöte und weitere Ouvertüren zu vier Händen“. Es spielt eine Auswahl einzigartiger, bekannter Ouvertüren komponiert für das Klavier.

  Duo Chie Tsuyuki & Michael Rosenboom
   Chie Tsuyuki stammt aus Japan, Michael Rosenboom aus Emden

Den Auftakt bildet Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte, an die sich Mendelssohn-Bartholdys bekannte Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ anschließt. Der erst siebzehnjährige Mendelssohn komponierte ein fantastisches Werk, das den Zuhörer die geheimnisvolle Welt der Elfen und Kobolde erahnen lässt – auch wenn er Shakespeares literarische Vorlage nicht kannte. Zum Abschluss der ersten Konzerthälfte gibt es Robert Schumanns Ouvertüre seines Opus 52, die mit einer langsamen Einleitung beginnt und sich beschwingt und heiter fortsetzt.

Nach der Pause eröffnet das Duo das weitere Programm mit Liszts „Les Préludes“, einer so genannten symphonischen Dichtung. Den krönenden Abschluss bildet Liszts Transkription der allseits bekannten und klangvollen Ouvertüre zum „Tannhäuser“.

Die Japanerin Chie Tsuyuki und der aus Emden stammende Michael Rosenboom spielen zwar erst seit 2009 als professionelles Klavierduo zusammen, konnten jedoch in dieser kurzen Zeit schon bei großen internationalen Wettbewerben die Jurys mit ihrem harmonischen Zusammenspiel begeistern. Beide legten ihr Konzertexamen – mit Bestnote – an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover ab und gewannen zahlreiche Preise als Solopianisten.

Karten für das Konzert kosten 20 Euro, Studenten zahlen 15 Euro und Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Reservierungen sind möglich unter 0 49 27 / 18 79 49, info@weltklassik.de oder www.weltklassik.de.

Quelle: Vorankündigung OZ-Online, 21.03.2012, Seite 14





Heiter -beschwingte Rhythmen im Hahnerhof

RATINGEN (gan) Die schmalen Hände der jungen Chinesin flogen über die Tasten und entlockten dem Flügel in atemberaubendem Tempo flirrende Töne. Mit der späten Sonate Nummer 30 E-Dur von Beethoven führte Miao Huang die Besucher von „Weltklassik am Klavier im Hahnerhof“ an die Nahtstelle von Klassik und Romantik.

  Miao Huang
   Miao Huang

Das lebhafte „vivace“ mit dem ausdrucksvollen „adagio espressivo“ des ersten Satzes standen in deutlichem Gegenüber zum temperamentvollen, starken „prestissimo“ des zweiten Satzes. Den dritten Satz, den Beethoven „gesangvoll, mit innigster Empfindung“ gespielt wissen wollte, brachte die Künstlerin zum Ausdruck. In diesem Variationenandante über ein Gesangsthema berührte die liedhafte, innige Form in ihrer wunderbaren Schlichtheit.

Musik hören und sehen

In den Räumen der alten Hahnerhof-Villa sitzen die Gäste im größeren Halbkreis um die jungen Künstler herum und können im wahrsten Sinne des Wortes Musik hören und sehen. Konzentration, Haltung und Bewegung teilen sich unmittelbar mit.

So führte Miao Huang mit den Klavierstücken Opus 118 von Johannes Brahms in eine Wunderwelt der stimmungsbetonten Ballade, der Romanze und der Intermezzi. Diese Stücke eignen sich besonders für den Rahmen der gepflegten Hausmusik. Trotzdem werden hohe Anforderungen an die Spieltechnik der Pianisten gestellt. Terzen-, Sexten- und Oktavengänge, Akkordbrechungen, Sprünge, Übergreifen, motivisches Gegenspiel beherrschte Huang vollkommen. Als Solistin spielte sie bereits mit sämtlichen großen Sinfonieorchestern Europas in Konzert- und Funkhäusern.

Klangmalerei der Romantik

Das Allegretto aus der „Barcarolle Fis-Dur“ von Frédéric Chopin bezauberte durch seine heiter-beschwingten Rhythmen, nachempfunden den Bewegungen venezianischer Gondeln. Die Klangmalerei der Romantik fand in dem Tonbild von Mondschein, Wellen und Booten seinen Ausdruck. Ebenso fantastisch erklang von Chopin die Sonate Nr. 3 h-moll, die in vier Sätzen, die ungehemmte Musizierlust auf der einen und strenge, technische Disziplin auf der anderen Seite vereinte. Der Reiz der Volkslieder des polnischen Komponisten spiegelte sich in der Darbietung der jungen Künstlerin, die an der Hochschule Hannover lernte.

Begeisterter Beifall und Blumen belohnten den Auftritt.

Quelle: Erscheinungsdatum: 14.03.2012 - Zeitung: RP





Cloppenburg: Lieder ohne Worte und Bilder einer Ausstellung!

Das dritte Konzert der Reihe "Weltklassik am Klavier" in der Katholischen Akademie Stapelfeld bestritt am Sonntag Nachmittag der im In- und Ausland bereits sehr gefragte russische Konzertpianist Mikhail Mordvinov. Der 34-jährige wurde bekannt als Sieger des Robert-Schumann-Wettbewerbs Zwickau 1996 und des Franz-Schubert-Wettbewerbs Dortmund 1997. Im Alter von 6 Jahren begann seine musikalische Ausbildung an der Gnessin-Musikschule, später studierte er an der renommierten Gnessin-Akademie in seiner Heimat. An der Hochschule für Musik und Theater in Hannover verfeinerte er seine großartige Virtuosität und gibt sein Können nun bereits in Meisterkursen weiter.

  Mikhail Mordvinov
   Mikhail Mordvinov
Vor seinem begeisternden Auftritt in Stapelfeld begrüßte Heiko Fabig aber zum erstenmal Frau Kathrin Haarstick aus Rysum, die diese Konzertreihe ins Leben rief. Sie berichtete den staunenden Zuhörern - unter ihnen auch mehrere Kinder und Jugendliche, die bis 18 Jahre freien Eintritt haben -, dass "Weltklassik am Klavier" inzwischen an über 30 Orten mit etwa 450 Konzerten im Jahr vertreten sei. Ziel sei es, bekannte Werke der klassischen Klavierliteratur der nächsten Generation nahe zu bringen, und zwar in einer kleinen intimen Salon-Atmosphäre, wie das in Stapelfeld der Fall sei.. Zudem sollen hierdurch junge Nachwuchspianisten aus aller Welt gefördert werden.

Nun begann Mikhail Mordvinov sein Konzertprogramm mit einer Auswahl aus dem Zyklus "Lieder ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847/op.62 und op.67), in denen der Komponist, da er Worte als oft unzureichend und unpräzise empfand, auf wunderbare Weise tiefe Gedanken und Empfindungen ausdrückte. Diese Stücke wirken schlicht, stellen aber hohe musikalisch-technische Anforderungen. Mordninov meisterte sie durch seine zupackende, dynamische, bis ins pianissimo intensive Anschlags- und ausgefeilte Pedaltechnik mit Bravour. Er verstand es, Melodie, Charakter und Aussage auf eine für die Zuhörer faszinierende Art herauszuarbeiten, besonders fiel das auf beim "Venezianischen Gondellied", beim sog. "Frühlingslied" und beim "Spinnerlied", wo seine z.T. ineinander- greifenden Hände dem Flügel rasant perlende Töne entlockten. Vom ersten Klang an und während des gesamten Konzertes hatte man den Eindruck, dass der Pianist sein "Arbeitsgerät" nicht nur "voll im Griff" hatte, sondern regelrecht mit ihm verwachsen war! Im "Rondo capriccioso" op. 14 vom selben Komponisten zeigte er vor der Pause noch einmal enorme technische Brillanz und musikalisch-dynamische Ausdrucksstärke und hatte spätestens jetzt die Herzen seiner kleinen und großen Zuhörer gewonnen.

Im zweiten Teil des Konzertes, - in der Pause konnte man eine von ihm eingespielte CD erwerben -, ließ Mikhail Mordvinov mit den bekannten "Bildern einer Ausstellung" seines Landsmannes Modest Mussorgski (1839-1881) ein weiteres romantisches Meisterwerk erklingen, zu dem der Komponist durch zehn Zeichnungen des Architekten und Malers Viktor Hartmann inspiriert wurde. Durch das ausdrucksstarke, brillante, ja fulminante Spiel des Pianisten erstanden "Das alte Schloss", "Der Ochsenkarren", "Die Katakomben von Rom" oder "Die Hütte der Hexe Baba-Jaga" direkt vor den Augen der Konzertbesucher. Wer bis dahin nur die spätere Orchesterfassung von Maurice Ravel (1875-1937) kannte, dürfte sehr beeindruckt gewesen sein. So hörte man denn auch nach dem letzten Bild "Das Heldentor von Kiew", in dem der Pianist sogar große und kleine Glocken zum Klingen brachte und alle klanglichen Möglichkeiten des kleinen Flügels ausschöpfte, kurz vor Ausbruch des lang anhaltenden begeisterten Beifalls ein bewunderndes "Unglaublich!" aus dem Publikum. Mordvinov bedankte sich, indem er ankündigte, er wolle "noch etwas Kleines" spielen, und es erklang das lebhafte, spritzige, vielen Klavierschülern gut bekannte "Moment musical" in f-moll von Franz Schubert, womit dieser wunderbare Abend seinen Abschluss fand.

Die oben erwähnte Initiatorin dieser Konzertreihe und auch die Verfasserin dieses Artikels würden sich wünschen, dass zu den nächsten Terminen (15. April und 10. Juni) noch mehr Kinder und Jugendliche solche "Tastenbezwinger/Innen" hautnah erleben können.

Quelle: Maria Lipski, Cloppenburg, 11.03.2012





Ein Reigen der großen Gefühle

KONZERT die junge Klaviervirtuosin Sofja Gülbadamova beeindruckt bei „Weltklassik am Klavier“ in der Klosterkirche.

Remscheid. Sanft gleiten Finger über glänzendschwarzes Holz. Mit zärtlicher Geste nimmt Sofja Gülbadamova Abschied von dem Flügel, der ihr zwei Stunden lang so treue Dienste geleistet hat. Schnell verschwindet sie hinter den Vorhang. Doch tosender Applaus holt sie zurück auf die Bühne der Klosterkirche.

  Sofja Gülbadamova
   Sofja Gülbadamova

Der Jubel gilt einer preisgekrönten jungen Virtuosin. Gülbadamovas kraftvolles Spiel entfacht in ihrem aktuellen Programm „Balladen der Romantik“ ein leidenschaftliches Feuer, dem sich die Zuhörer nicht entziehen können. Leidenschaften bilden denn auch das heimliche Thema der Stücke, die die Pianistin an diesem Sonntagnachmittag in Lennep präsentiert.

Den Reigen der großen Gefühle eröffnet Liszts „Ballade Nr. 2“. Mit rein musikalischen Mitteln wird hier die antike Liebesgeschichte von Hero und Leander nacherzählt. In den tiefen Registern tobt und braust das Meer, das Leander durchqueren muss, um zu seiner Geliebten zu gelangen. Stakkatohafte Bassakkorde deuten sein tragisches Schicksal an. Das helle Allegretto-Thema steht für Heros vergebliches Sehnen und Bangen. Mit kräftigem, fast aggressivem Anschlag erweckt Gülbadamova ie entfesselte Natur zum Leben, um dann wieder in lyrische Gefilde einzutauchen.

Dem Tastenlöwen Liszt folgt sein Antipode Johannes Brahms. Ihm gehört die „Besondere Liebe“ der Pianistin. Sie reizt der Kontrast zwischen der Ausgelassenheit der späten „Ballade g-Moll“ und dem Ernst und der Reife der frühen „Vier Balladen“. Diesem radikalen Wechsel der Stimmungen widmet sie sich mit Verve und großer Innigkeit.

Der zweite Teil ist von der französischen Klavierschule geprägt. Die komplizierte polyphone Anlage und orchestrale Klangfülle von Faurés „Ballade Fis-Dur“ ist eine Herausforderung, der sich Gülbadamova stellt, und mit der sie weithin überzeugt. Debussys selten gespielte „Ballade slave“ ist nicht nur eine Hommage an die russische Musik, sondern auch ein Stück, mit dem der Pianistin hinreißende Arpeggi und Triller gelingen. Einen heiteren Ausklang findet der Abend mit Liszts „Ballade Nr. 1“, in dem das marschähnliche Thema des zweiten Teils Anlass ist für beidhändiges Spielen über Kreuz. Selbst diese Herausforderung meistert Gülbadamova auf dem Instrument, für das sie ihre Leidenschaft entdeckt hat.

Quelle: Remscheider Generalanzeiger vom 22.02.2012, Artikel von Daniel Diekhans





Die Neunte für Klavier zwischen Reiz und Limitierung

Dennis Proshayev und Nadja Mokhtaki interpretierten in der Reihe "Weltklassik am Klavier" Beethovens 9. Sinfonie zu vier Händen.

LAHR/OFFENBURG. Es ist ein merkwürdiges Werk, diese Transkription von Beethovens Neunter für ein Klavier und zwei Pianisten von Franz Liszt. Am Wochenende in Lahr und Offenburg bei den jüngsten Konzerten der Reihe "Weltklassik" stand es im Zentrum. Merkwürdig deshalb, weil sich der klangliche Charakter des vierten Satzes mit seinen Chören völlig verändert in der Klavierbearbeitung.

  Dennis Proshayev und Nadja Mokhtaki
   Dennis Proshayev und Nadja Mokhtaki

Die Kontrabässe, die den Satz zunächst charakterisieren, die wilden Tuttiblitze, welche die Melodie zerreißen – das funktioniert auf dem Pianoforte bestens. Dennis Proshayev, Klavierprofessor aus Weimar und schon mehrfach in der Reihe zu hören, schleudert die Blitze, Nadja Mokhtaki liefert die sanglichen Bässe, und sie phrasiert auch die Bariton-Einleitung, ehe der Chor einsteigt. Das ist bis dahin stimmig. Dann kommt die Passage mit dem Chor-Tutti, eben das jubelnde "Freude, schöner Götterfunken". Und das klingt auf dem Klavier halt nur nach Rumms-Rumms, Rumms-Rumms. Zwar wird jede Achtel-Note zugleich von acht bis zehn Fingern angeschlagen, im Forte versteht sich, aber Kehlen und Orchestermusiker entfalten halt die Klangkraft anders als ein Bösendorfer und vier Hände.

In der Folge spielt Beethoven mit dem Klang, mit unterschiedlichen Arten des Ausdrucks: bald verhalten, bald innig, bald fordernd, bald erregt, bald mit Pathos. Mit Chor, Solisten und Orchester ist das prägnant. In dieser Liszt’schen Fassung wirkt das manchmal nahezu parodistisch. So hört sich die rasche freudig erregte Passage kurz vor dem Schluss eher wie ein Strauß-Galopp an, der in die Parodie eines Verdi-Opernschlusses übergeht.

Auch Satz eins hat seinen Reiz und seine Limitierung. Die irrlichternden Orchesterrufe, dieses "Da geistert etwas Neues durch die Luft und will Wirklichkeit werden" – das vermittelt im Klavier eine Ahnung vom originalen Werk. Der Rest ist Rhythmus. Immer wieder: Tutti-Schläge, kraftvoll befeuernde Passagen, die in ahnungsvolle Wendungen münden. Weil das Klavier einen Ton nicht lange halten kann, wird hier vor allem der Rhythmus von Beethovens Neunter offengelegt – und das ist durchaus interessant. Zumal das prachtvoll gespielt ist, virtuos, expressiv, explosiv. Liszt scheint um die Problematik gewusst zu haben, weshalb er diese 1851 entstandene Transkription später für zwei Klaviere umänderte. Freunde des Virtuosentums an den Tasten kamen auch bei der alten Fassung auf ihre Kosten.

Etwas merkwürdig war auch der Titel des Programms: "Piano: Best of Beethoven – Freude schöner Götterfunken!" Da gab es keinen "Mondschein", keine Appassionata, keine Waldstein-Sonate. Die Liste wäre fortsetzbar. Und den "Gotterfunken" gab es via Liszt. Nötig wäre solche Angeberei nicht gewesen, denn auch Teil eins des Abends, wiewohl nicht "Best of Beethoven", bot mit der Sonate Nr. 4 ein ausgezeichnetes Werk, virtuos, lebendig und mit Sinn gespielt von Proshayev, der allerdings im Adagio-Satz allzu viel Bedeutung suchte.

Quelle: 09.02.2012 - Badische Zeitung - www.badische-zeitung.de





Eine Pianistin der leisen Töne

Konzert mit Anna Tyshayeva.

SULZBURG-LAUFEN. Premiere feierte jüngst die Reihe "Weltklassik am Klavier" im Hofgut Güntert im Sulzburger Ortsteil Laufen.

Neben dem Hauptthema "Ave Maria" war "Faust" das Motto, unter das die junge Piansitin Anna Tyshayeva das Programm ihres Klavier-Rezitals gestellt hatte, aber gänzlich unfaustisch begann es: Mit dem ersten Präludium des wohltemperierten Klaviers, von Tyshayeva so subtil artikuliert, dass man das allzu berühmte Stückchen gleichsam neu kennen lernen durfte.

  Anna
   Anna Tyshayeva

Auch in Johann Sebastian Bachs Fantasie und Fuge a-Moll zeigte Tyshayeva ihre Fähigkeit zur nuancierten Durchsichtigkeit fern jeden oberflächlichen Effekts. Überhaupt erwies sie sich als Pianistin der leisen Töne in einem Programm, dessen Schwerpunkt ausgerechnet der "laute" Komponist Franz Liszt ausmachte.

Schon in dessen Liedbearbeitungen nach Schubert und Schumann vertraute Anna Tyshayeva ganz der poetischen Welt der Originale; die Lisztschen Girlanden durften Ornament sein, aber überwucherten nie die Substanz. Nachdem Tyshayeva auch die beiden vorhergehenden Schubert-Impromptus (Es-Dur, Ges-Dur) völlig überzeugend von der lyrischen, nicht von der "modern" zerrissenen Seite her aufgefasst hatte, konnte man auf die Lisztschen Schlachtrösser des Abends gespannt sein, den Ersten Mephisto-Walzer und die h-Moll-Sonate. Und in der Tat blieb Tyshayeva auch hier ihrem Ansatz treu. Statt greller Akkord-Blitze, donnernder Oktavkaskaden, konzentriertem Testosteron vernahm man elegante Brillanz und konnte gut balancierte Klangschichtungen durchhören, und zu stillen ergreifenden Höhepunkten gerieten gerade die ruhigen Themen – kurz: Tyshayeva interpretierte Liszt nicht wie üblich aus der Perspektive Rachmaninovs, sondern aus der Chopins.

Mit drei Zugaben (Stölzel, Bach, Liszt) bedankte sich Tyshayeva für den Applaus des ungewöhnlich konzentrierten Publikums in der vollbesetzten Scheune des Gutshof Güntert. Und neben der Künstlerin wurde dieser sorgsam neu restaurierte und exquisit gestaltete Raum, in dem ein erstes Konzert stattfand, zum zweiten legitimen Sieger des Abends. Der Reihe "Weltklassik am Klavier" kann man zu dieser neuen Bleibe nur gratulieren, den Künstlern und dem Publikum sowieso.

Quelle: Dienstag, 31. Januar 2012 - Badische Zeitung - www.badische-zeitung.de





Virtuoser Auftritt: Sofja Gülbadamova interpretierte Liszt, Brahms, Debussy und Fauré

Balladen – von düster und verhangen bis heiter und harmonisch

Osnabrück. Balladen – da denkt man in der Musik wohl zuallererst an Frédéric Chopin. Doch den hatte Sofja Gülbadamova trotz des Titels „Balladen der Romantik“ nicht auf ihr Programm im Ameos-Klinikum gesetzt.

  Sofja Gülbadamova
   Sofja Gülbadamova

Sie beginnt ihr Konzert in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ gleich mit Franz Liszt, und das erweist sich als kluger Einstieg. Mit der enorm virtuosen Ballade Nr. 2 in h-Moll zeigt sie nicht nur, wie mühelos sie mit technischen Schwierigkeiten fertig wird, sondern kostet auch die lyrischen Episoden intensiv aus und nimmt so schnell für sich ein.

Gleich fünf Balladen von Johannes Brahms folgen, darunter die vier Balladen op. 10. Alle sehr bekannt, doch zumindest im Konzert eher selten als kompletter Zyklus aufgeführt.

Das hat seinen Grund, denn er ist schwere Kost. Die einzelnen Stücke eher düster und verhangen, ist der gesamte Zyklus einigermaßen sperrig und daher schwer zu interpretieren. Sofja Gülbadamova wählt meist eher rasche Tempi und einen stets vorwärts drängenden Zugriff, um diesem Problem zu begegnen. Unterwegs beleuchtet sie dennoch viele Details. So glänzt der Mittelteil der dritten Ballade in mildem Licht, nachdem der Beginn zackig und eruptiv daherkam.

Der Schluss greift das Material des Anfangs wieder auf. Eindrucksvoll zeigt Sofja Gülbadamova, wie der Zorn und die Kraft, die den Anfang bestimmen, in sich zusammenfallen und schließlich der ausgeglichenen Ruhe der vierten Ballade weichen, die bei ihr in epischer Breite dahinströmt.

„Viel heiterer und harmonischer“ solle die zweite Hälfte des Konzerts werden, meint die Pianistin nach der Pause. Zunächst erklärt sie in einem starken Plädoyer, warum sie Gabriel Fauré für unterschätzt hält, und beginnt sogleich mit dessen sehr unbekannter Ballade Fis-Dur op. 19. Fauré, dem immer wieder mal dernicht sonderlich originelle Ehrentitel „französischer Brahms“ verliehen wird, erweist sich in diesem Werk viel sonniger als sein deutscher Kollege. Technisch ist die ziemlich lange Ballade kaum weniger virtuos angelegt als die Werke Liszts, dessen Lob sie auch ernte-te.

Liszts erste Ballade in Des-Dur bildet nach einem kurzen Frühwerk von Claude Debussy auch den Abschluss des Programms, sodass Sofja Gülbadamova in der zweiten Konzerthälfte noch einmal vor allem als Virtuosin glänzen kann.

Quelle: EMS-Zeitung - http://www.noz.de/lokales/60440593/balladen--von-duester-und-verhangen-bis-heiter-und-harmonisch - 29.01.2012





Ein Konzertprogramm zum schwindelig werden im Birkenfelder Schloss

Birkenfeld - Einen fulminanten Auftakt zur Saisoneröffnung der diesjährigen Reihe "Weltklassik am Klavier" im Schloss Birkenfeld bot die Pianistin Sarah Soyeon Kim. Schon bei näherer Betrachtung des Konzertprogramms konnte einem schwindelig werden: Mit Ravels "Gaspard de la Nuit", Brahms Paganini-Variationen op. 35 und Liszts Dante-Sonate hatte sich die preisgekrönte Pianistin gleich drei hochvirtuose Stücke ausgesucht, die der Titel "Romantik pur" nicht unbedingt hätte erwarten lassen.

  Sarah Soyeon Kim
   Sie setzte Maßstäbe im Birkenfelder Schloss: Die südkoreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim spielte einige der größten Herausforderungen der Klavierliteratur mit Bravour und herausragender Technik. (Foto: Reiner Drumm)

Die 29-jährige gebürtige Südkoreanerin begann noch verhalten mit Franz Schuberts Impromptu op. 142 Nr. 3, auch bekannt als "Rosamunde-Variationen". Mit der Liszt‘schen Transkription des Schubert-Liedes "Auf dem Wasser zu singen" gewährte sie einen ersten Einblick in ihre virtuose Spieltechnik, wenngleich der geschulte Hörer wie schon im Impromptu eine prononciertere Darstellung einiger interessanter harmonischer Verbindungen vermisste.

Höhepunkt des ersten Teils war Maurice Ravels "Gaspard de la Nuit", das unter Pianisten als eine der größten Herausforderungen der Klavierliteratur gilt. Ravel hat mit der Komposition insbesondere des dritten Satzes "Scarbo" erklärtermaßen das schwierigste Solostück der Klaviermusik überhaupt schaffen wollen. Den ersten Satz "Ondine", benannt nach der mythologischen Nixe, prägt vor allem die Darstellung des in der Dämmerung glitzernden Wassers mit seinen schnellen unregelmäßigen Akkordtremoli, die nicht leise genug sein können. Sarah Soyeon Kim schaffte es, hier eine gespannte erwartungsvolle Atmosphäre im Saal zu erzeugen, die leider durch einen deplatzierten Applaus am Ende des Satzes etwas verloren ging. So dauerte es bis zur Mitte des "Le Gibet" - dem Galgen -, bis sie diese Stimmung wieder aufbauen konnte. Dem Publikum ist hier kein Vorwurf zu machen, denn das äußerst spärliche Programmheft ließ sowohl jeden erklärenden Hinweis auf die gespielten Werke als auch die Satzfolge des "Gaspard" vermissen.

In diesem zweiten Satz, der den Blick auf einen Erhängten im roten Sonnenuntergang eröffnet, wusste die Pianistin einen runden, typisch impressionistischen Sfumato-Klang zu erzeugen. "Scarbo", der gefürchtete dritte Satz, gelang ihr dank herausragender Technik bravourös, auch wenn man sich diesen umtriebigen, schlaflose Nächte bereitenden Kobold noch grotesker und unheimlicher hätte wünschen können.

Brahms‘ Paganini-Variationen op. 35, die von Clara Schumann auch als die "Hexen-Variationen" bezeichnet wurden, standen nach der Pause auf dem Programm. Die 2 mal 15 wahrlich teuflisch schweren Veränderungen der letzten Paganini-Caprice meisterte Kim mit technischer Brillanz und Leidenschaft und machte sie damit uneingeschränkt zum Höhepunkt des Abends. Das Publikum war zu Recht hingerissen, hätte aber danach eine kleine akustische Verschnaufpause gebraucht.

Kim hingegen war der direkt im Anschluss an dieses Hammer-Werk noch gespielten Fantasia quasi Sonata "Après une Lecture de Dante" von Franz Liszt - die sich auf Dante Alighieris "Divinia Commedia" bezieht - konditionell durchaus gewachsen. Auch hier konnte sie (abgesehen von der Einleitung, wo der bezeichnende Tritonus als Intervall des Teufels noch mehr Gewichtung verdient gehabt hätte) ebenso wie in der Zugabe - die Paganini-Etüde "La Campanella" von Franz Liszt - ihre überragende Virtuosität unter Beweis stellen. Das war ein Maßstäbe setzender Auftakt dieser anspruchsvollen Konzertreihe.

Quelle: www.rhein-zeitung.de - 17. Januar 2012 - Kathrin Isabelle Klein





Bewerbung zum "Tag der Norddeutschen"

Kathrin Haarstick reiste als Managerin durch die Welt. Nun hat sie sich ein anderes Leben in Ostfriesland aufgebaut. In ihrem Gutshof veranstaltet sie Klavierkonzerte.

Hier stellen wir euch einige der zahlreichen Bewerber für unser Projekt "Der Tag der Norddeutschen" vor.

Übrigens: Ab dem 16. Januar beginnt das Voting von NDR.de und NDR Kultur. Alle anderen Hörfunkprogramme sowie die Fernsehsendungen starten am 13. Februar.

Infos: NDR - Klavierkonzerte im Wohnzimmer unter:
http://www.ndr.de/unterhaltung/der_tag_der_norddeutschen/dasvoting/tdn247.html





Dynamisch, virtuos, emotional

Dynamisch, virtuos, emotional: Stehende Ovationen für Anna Tyshayeva - gelungene Premiere für "Weltklasse am Klavier" in der Orangerie von Schloss Velen.

VELEN. Die in vielen anderen deutschen Städten bereits eingeführte Reihe „Weltklassik am Klavier“ feierte am Sonntag Premiere im Sportschloss Velen mit der Pianistin Anna Tyshayeva, die in Odessa (Ukraine) geboren ist und in Frankfurt am Main lebt.

  Anna Tyshayeva
   „Weltklasse am Klavier“: Anna Tyshayeva spielte zum Auftakt der Reihe in Velen. (Foto: Schürmann)

„Weltklassik“ bedeutete hier: weltberühmte Komponisten und Werke, also durchaus Populäres, wie es auch der programmatische Titel des Konzerts „Schubert – Ave Maria!“ versprach.

Zum Auftakt hatte die junge Künstlerin Johann Sebastian Bachs Präludium C-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier“ gewählt, sowie Fantasie und Fuge a-Moll: etwas eigenwillig interpretiert, mit mehr Akzentuierungen als nötig.

Dann folgten die Impromptus Nr. 3 und 2 von Franz Schubert aus op. 90 (D899). Hier hörte man schon sehr deutlich Tyshayevas Faible für die Romantik, auch wenn der kleine Flügel mit ihrem herzhaften Anschlag vor allem im Bass etwas überfordert schien.

Mit seiner mehrstimmigen Bearbeitung von Schuberts weltberühmtem „Ave Maria“ für Klavier hat Franz Liszt durchaus eine Herausforderung für den Pianisten komponiert. Der Solistin gelang das Werk gleichsam spielend, immer sorgfältig auf die Klarheit der zentralen Melodie bedacht.

Auch Robert Schumanns Liedkomposition „Widmung“ hat Liszts Interesse gefunden, der daraus eine hochkomplizierte Bearbeitung geschaffen hat – für Anna Tyshayeva kein Problem.

Mit Liszts „Mephisto-Walzer“ endete der erste Teil des Konzerts: ein dynamischer, virtuoser, emotionaler Höhepunkt. Nicht verwunderlich der starke Beifall.

Nach der Pause bot Tyshayeva noch einmal Liszt, nämlich die Sonate h-Moll, einem ebenso großen wie typischen Werk des Komponisten und der romantischen Klaviermusik überhaupt, das höchste Ansprüche stellt. Sie wurden von der Pianistin souverän eingelöst. Immer blieb spürbar die innere Verbundenheit mit Liszts Komposition, die Selbstverständlichkeit der komplizierten Harmonik und Rhythmik, alles gelang Tyshayeva perfekt. So konnten die zahlreichen Zuhörer ihre Begeisterung mit stehenden Ovationen bekunden, für die sich Tyshayeva mit zwei weiteren kleinen Werken Liszts bedankte.

Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt für diesen neuen Versuch, noch mehr internationale Musik-Kultur ins Westmünsterland zu bringen.

Quelle: www.borkenerzeitung.de - 17. Januar 2012 - Autor: Birgit Jüttemeier





Wechsel vom Grandhotel ins familiäre Ambiente

"Weltklassik am Klavier" jetzt im Laufener Gutshof Güntert.

SULZBURG-LAUFEN (mps). "Weltklassik am Klavier" heißt seit vielen Jahren eine Konzertreihe mit Pianisten, die kurz vor dem Sprung an die Weltspitze stehen. Gaben sie ihr musikalisches Stelldichein bisher in Badenweiler, so wechselt nun der Veranstaltungsort ins beschauliche Laufen zum Gutshof Güntert. Das erste Konzert findet dort am 22. Januar statt.

  
   Organisieren Weltklassik-Klavierkonzerte in Laufen (von links): Albrecht Hofmeister mit Edda und Johannes Güntert. (Foto: Volker Münch)

Die Geburtsstunde der Reihe reicht rund zehn Jahre zurück. Damals organisierte Musikliebhaberin Kathrin Haarstick das erste Klavierkonzert in Norddeutschland. In den vergangenen fünf Jahren entwickelten sich daraus bundesweit Jahr für Jahr 450 Veranstaltungen. Damit die Qualität dem ambitionierten Motto "Weltklassik am Klavier" gerecht wird, haben namhafte Musikprofessoren wie Goetzke von der Hochschule Hannover und Raekallio von der Juillard School New York die Schirmherrschaft übernommen, die entsprechenden Talente für die bundesweite Reihe gesichtet und nach strengen künstlerischen Kriterien ausgesucht. "Das ist das Erfolgsgeheimnis unserer Konzerte", betonte der regionale Organisator Albrecht Hofmeister aus Lahr. Er selbst ist im Hauptberuf Facharzt für innere Medizin und ein begeisterter Fan exzellenter Klaviermusik. Die Förderung junger Talente, die auf dem Sprung auf die Bühnen der Welt sind, liege ihm ebenso wie Kathrin Haarstick am Herzen.

Bisher fanden die Konzerte im Hotel Römerbad in Badenweiler statt. Aus verschiedenen Gründen – unter anderem war man auf der Suche nach einer intimeren Atmosphäre – entschied sich Hofmeister für den Gutshof Güntert in Laufen. "Ein ausgezeichnetes Instrument, die tolle Atmosphäre in der aufwändig restaurierten Scheune und das Engagement des Ehepaars Güntert haben mich überzeugt", sagt Hofmeister mit Vorfreude auf die Premiere in dem stilvollen Konzertsaal, in dem etwas mehr als 100 Zuhörer Platz finden werden.

"Die Klaviermusik passt hierher", betont Edda Güntert. Die fast familiäre Atmosphäre wird ihrer Überzeugung nach den zehn geplanten Konzerten eine besondere Note verleihen. Schon die Betreuung der Künstler wird sehr persönlich und umfassend sein. Aber auch Zuhörer, die vorab Plätze reserviert haben, finden ihre Namen auf den Programmen.

Zur Premiere wird die ukrainische Pianistin Anna Tyshayeva im Guthof Güntert erwartet. Sie wird unter anderem ihr aktuelles Schubert-Programm präsentieren. Ferner gibt es Bachs C-Dur Präludium und Liszts h-Moll-Sonate zu hören. Die ukrainische Pianistin studierte am Musikgymnasium für Hochbegabte und am staatlichen Konservatorium in Odessa bei Professor Nikolaj Kryzhanovsky. In Deutschland setzte sie ihre musikalische Ausbildung an den Musikhochschulen in Frankfurt, Nürnberg und Trossingen fort. Ihr Können zeigte sie bei zahlreichen Konzerten, renommierten Wettbewerben, Konzertreihen und Festivals. Dafür erhielt sie ausgezeichnete Kritiken.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de - 14. Januar 2012 - von: mps





Konzerteihe "Weltklassik am Klavier" beginnt Sonntag, den 15.01.2011, in Velen

Die Pianistin Anna Tyshayeva wird am 15.01.2011 die Konzertreihe mit dem Programm "Schubert - Ave Maria" eröffnen. "Weltklassik am Klavier!" findet einmal sonntags im Monat um 17:00 Uhr in der Orangerie vom Sportschloss Velen statt.

   Anna Tyshayeva
   Anna Tyshayeva - Weltklassik am Klavier

Die kleine, aber feine monatliche Reihe von Klavierkonzerten gelangt inzwischen an 35 Standorten zur Aufführung. "Weltklassik am Klavier!" steht unter der Schirmherrschaft der Professoren Bernd Goetzke und Vladimir Krainev † von der im Fach Klavier weltweit führenden Hochschule für Musik und Theater Hannover. Die Pianisten, die bei "Weltklassik am Klavier!" auftreten, zeichnen sich durch gewonnene internationale Wettbewerbe und besondere Persönlichkeit aus. Sie kommen u.a. aus China, Deutschland, England, Israel, Japan, Korea, Italien, Polen, Russland, Südafrika und der Ukraine. Bevorzugt präsentiert werden Klavierwerke des Barock, der Klassik und der Romantik. Komponisten wie Bach, Beethoven, Chopin, Haydn, Liszt, Mendelssohn, Mozart, Schumann und Schubert stehen im Vordergrund.

Weitere Informationen zu den Konzerten und den Künstlern finden Sie unter:

www.weltklassik.de oder www.sportschlossvelen.de

Eintritt Erwachsene: 20.00 Euro; Studenten: 15.00 Euro;
Kinder / Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei
Den Eintritt bezahlen Sie direkt an der Tageskasse,
Reservierung unter 04927 / 18 79 49 oder info@weltklassik.de.


Stefan Wiemann - www.velen.de - 13.01.2012





Elfentrippeln zu vier Händen

Orchestermusik für Klavier

LAHR/OFFENBURG. In den Jahrzehnten um 1900 waren Transkriptionen bekannter Orchesterwerke für Klavier beliebt. Im Gegensatz zu heute wurde man damals nicht bei jeder Gelegenheit mit Konserven-Musik zugedudelt. Musik hören war nur möglich, wenn jemand sie "live" spielte. Orchester spielten nun mal nicht alle Abende. Ein Klavier hingegen stand in vielen bürgerlichen Salons. Entsprechend en vogue waren Klavierbearbeitungen klassischer "Evergreens". Ein solcher ist die Ouvertüre von Mozarts Zauberflöte nach wie vor, und mit ihr begannen Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom ihr Programm bei den jüngsten "Weltklassik am Klavier"-Konzerten in Lahr und Offenburg. Die Sache machte Vergnügen, zeigte aber die Grenzen.

  Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom
   Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom (Foto: Archiv)

Die fugierenden Streicher der Zauberflöten-Ouvertüre sind wie geschaffen für Klavier zu vier Händen. Die filigranen pam-pam-pam-pam-Achtel huschen hin und her, das Duo – mehrfache Preisträger bei Vierhand-Wettbewerben – macht das toll, fein ziseliert, die Mozartsche Lebendigkeit springt einem geradezu entgegen. Problematisch wird es immer da, wo das Klavier Bläser "darstellen" muss. So bei den drei Fanfarenstößen des Beginns der Ouvertüre. Man schlägt die Tasten möglichst kraftvoll an und lässt den Ton ausschwingen – aber der ebbt halt ab. Bei der Zauberflöte klingt das trotzdem gut, und auch die Ouvertüre zu Mendelssohns "Sommernachtstraum" ist vergnüglich zu hören. Das Elfentrippeln, die grotesken Gnomentänze, auch die schwelgerischen Passagen – das klingt launig. Der Vergleich aus dem Gedächtnis mit dem Original sorgt für zusätzliches Vergnügen.

Bei Schumanns "Ouvertüre, Scherzo und Finale", opus 52, von 1841 – zu Lebzeiten des Komponisten eines seiner beliebtesten Werke überhaupt, hakt die Sache dann aber. Insbesondere im Finale schreitet das Werk mit Pathos und Tam-Tah in die Glorie. In der Klavierfassung dröhnen die Akkorde, aber es fehlen die Klangfarben, das Blech, welche das beabsichtigte Gefühl doch am ehesten zu transportieren vermag. Schwierig ist diesbezüglich auch Liszts "Les Preludes" mit seinen gewaltigen Fanfaren. Allerdings besteht dieses Liszt-Werk aus weit mehr, und da macht es wieder Spaß. Das Duo lässt Arpeggien rauschen, Bässe grollen, entfaltet Pathos und dunkle Ahnungen, dass es eine Lust ist. Zum Schluss dann die Tannhäuser-Ouvertüre, eine eigene Bearbeitung, mit fein herausgearbeiteten Stimmungen.

Quelle: Badische Zeitung - von: rob - 13.01.2012 - - http://www.badische-zeitung.de





Hand an Hand perfekt aufeinander abgestimmt

ESSLINGEN: Duo Tsuyuki und Rosenboom blättern bei „Weltklassik am Klavier“ die Welt der Oper auf

  Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom
   Mit Eleganz und Charme präsentierten Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom im Bürgersaal ein Konzert, das in sich stimmig war bis ins Detail, auch was die Kombination und Dramaturgie der ausgewählten Stücke betrifft. Foto: Eberle

Vor rund fünf Jahren gründete Kathrin Haarstick die Reihe Weltklassik am Klavier. Gespielt wird mittlerweile an 35 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Pro Jahr kommen mehr als 400 Konzerten zusammen. Jeden ersten Freitag im Monat finden auch im Alten Rathaus in Esslingen diese Weltklasse-Konzerte statt. Im Bürgersaal gastierte am Freitagabend das Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom. Die beiden Pianisten blätterten mit brillantem Spiel und bekannten Ouvertüren die Welt der Oper auf.Erst seit dem Jahr 2009 spielen die Japanerin Chie Tsuyuki und der aus Emden stammende Michael Rosenboom als Duo zusammen. Sie sind miteinander verheiratet und überzeugten bereits bei mehreren internationalen Wettbewerben. Ausgezeichnet wurden sie etwa bei der Londoner International Music Competition und der International Pianoduo Competition in Tokio. Sie legten beide außerdem ein Konzertexamen als Solo-Pianisten an der Musikhochschule in Hannover ab. Und sie engagieren sich in der Nachwuchsförderung als Dozenten an der Musischen Akademie in Braunschweig. Auch als Juroren sin sie gefragt beim Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Zum Auftakt spielten sie die Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“. Schon in diesem ersten Stück zeigten sie die Brillanz und Ausgewogenheit ihres differenzierten Spiels. Ihr Zusammenspiel ist nahezu perfekt aufeinander abgestimmt, ihre Interpretationen sind frisch, und sie spielen die unterschiedlichen Tempi und Themen mit sicherer Prägnanz und gleichzeitig zauberhafter Leichtigkeit. Dramaturgische Spannungsbögen fächern sie gekonnt auf, und Brüche inszenieren sie mit großer Eleganz. Gelegentlich übertrafen sie mit ihrer Virtuosität allerdings die Möglichkeiten des Konzertflügels.Beim zweiten Stück, Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“, zeigten sie mit den klar herausgearbeiteten, feinen Nuancen auch interpretatorisches Gespür und Geschick.
Die Ouvertüre zum Opus 52 von Robert Schumann inszenierten sie nicht wuchtig, sondern sanft perlend, mit feinen Staccato-Klängen, getragen von einer inneren Dynamik und einem perfekten Spannungsbogen. Nicht umsonst entlockte das „Scherzo“ mehreren Zuhörern ein begeistertes „schön“. Nach der Pause zeigten sie mit „Les Préludes“ von Franz Liszt und vor allem mit der Ouvertüre zu Richard Wagners „Tannhäuser“ noch einmal ganz andere Facetten von Weltklasse-Musik, pracht- und prunkvoller, aber nicht weniger differenziert.

Freier Eintritt für Kinder

Ein Feuerwerk war vor allem der „Tannhäuser“, er forderte höchste Virtuosität vor allem von Tsuyuki. Aber auch hier begeisterte das Miteinander der beiden Pianisten, getragen von beeindruckender und vollkommener Harmonie. Mit Eleganz und Charme präsentierten die beiden ein außergewöhnliches Konzert, in sich stimmig bis ins Detail, auch in der Kombination und Dramaturgie der ausgewählten Stücke.

Eines ihrer Ziele, so erläuterte Haarstick vor einiger Zeit in einem Interview, sei es, Kinder und Jugendliche wieder mehr an die klassische Klaviermusik heranzuführen. Deshalb ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zu diesen Konzerten auch prinzipiell frei.
Informationen zum Jahresprogramm unter www.weltklassik.de.


Quelle: Von Elke Eberle - Artikel vom 09.01.2012 © Eßlinger Zeitung




Tastenkönigin spielt Weltklassik

Mit einem Klavierkonzert der internationalen Klasse beginnt das neue Stiftskonzerte-Jahr.

  Anna Tyshayeva
   Anna Tyshayeva

Die ukrainische Konzertpianistin Anna Tyshayeva aus Odessa ist am Sonntag, 5. Februar, um 18 Uhr im Konzertsaal des Stiftsgebäudes, Kirchplatz 2, zu Gast. Die in Frankfurt lebende Pianistin ist eine international konzertierende Solistin. Von der Presse wurde sie als „ Tastenkönigin“ mit „vollendeter Darbietung“ gelobt.

In der Reihe „Weltklassik am Klavier“ bestritt sie in Osnabrück das Silvesterkonzert 2011. Mit der technisch extrem anspruchsvollen Sonate h-moll von Franz Liszt ließ sie es an Silvester richtig krachen. Anna Tyshayeva ist regelmäßig Gast renommierter Konzertreihen und Musikfestivals. Sie gewann den 1. Preis beim Internationalen „A. Scriabine“ Wettbewerb in Paris und den ersten Preis und Publikumspreis beim Wettbewerb der „Da Ponte“ Stiftung.


Quelle: Hellweger Anzeiger - 04.01.2012 - www.hellwegeranzeiger.de




Weltklassik am Klavier mit Kathrin Haarstick

Ein Beitrag für KulturZeit MK von Thomas Brenck (4.1.2012)

Brenck: Heute Kathrin Haarstick, Klaviermusik in Altena auf Burg Holtzbrinck 12-mal Sonntag um 17 Uhr. Ich spreche mit der Organisatorin, die die Saiten für dieses Jahresprogramm aufzieht. 12-mal Klassik am Klavier. Herzlich willkommen Frau Haarstick. Wie kann man so was machen, 12- mal Musik in Altena und - wenn man genau hinschaut - nicht nur in Altena, an anderen Orten auch.

  Kathrin Haarstick
   Kathrin Haarstick

Haarstick: An erster Stelle steht natürlich die Liebe zur Klaviermusik. Weltklassik am Klavier ist aus der Idee geboren, Spitzenpianisten, die noch bezahlbar sind, in die Erreichbarkeit von jedermann zu bringen, also auch in kleinere Orte und dort auch Kinder und Jugendliche anzuziehen.

Brenck: Wenn Sie Ihr Programm machen, brauchen Sie Verbindungen, Sie brauchen Ideen für Programme, Sie brauchen aber vor allem Ideen, welche Künstler, welche Künstlerin lade ich ein. Wo finden Sie Ihre Solistinnen und Solisten?

Haarstick: Es gibt auf der Welt viele Pianisten und Hochschulen für Klavier. Es gibt allerdings drei Spitzenuniversitäten. Die sind in Moskau, New York und Hannover. Ich habe begonnen mit der Reihe, indem ich Kontakt aufgenommen habe zu Hannover und mir dort einen der weltweit führenden Professoren der Soloklasse Klavier, Herrn Professor Bernd Goetzke, als Schirmherr zu gewinnen und Herr Professor Goetzke und auch Herr Professor Raekallio an der Juilliard School in New York helfen mir bei der Auswahl der Pianisten. Es bewerben sich pro Woche ca. 2 Pianisten bei mir.

Brenck: Wir sitzen jetzt nicht in einem Büro in einem Hochhaus, in einer großen Konzertagentur oder am Marktplatz in Hannover, sondern wir sitzen hinter einem Stall, hinter einer Scheune in Rysum und den Hörerinnen und Hörern kann man sagen, das ist ein kleiner Ort auf einer Warft auf Krummhörn, ganz im Nordwesten Deutschlands. Wie sind Sie hierher gekommen? Wie kann man von hieraus ein Programm für so viele Spielorte organisieren?

Haarstick: Ich bin ganz bewusst hier an das Ende der Welt gegangen - in einem Kilometer Entfernung ist die Nordsee zur einen und zur anderen Seite ist es die Ems - um zu beweisen, dass man mit diesem Niveau an klassischer Klaviermusik Publikum regelmäßig anzieht und in meiner kleinen Scheune, die Sie kennen, ist es eben jeden Monat mit ca. 100 Personen ausgebucht. Ich selber bin hierher gegangen, nachdem ich 20 Jahre die steile Karriere verfolgt habe, mit 80 Stunden die Woche und in Paris, London, New York und Chicago gewohnt habe und mir dann einfach gesagt habe: so jetzt machst du ein zweites Leben und da das Klavier in der Scheune stand, hatte es dann auch was mit Klavier zu tun.

Brenck: War Ihr Interesse an Musik oder insbesondere an Klaviermusik schon früh entwickelt?

Haarstick: Ich habe mit 5 Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Ich spiele allerdings nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber wir sind mit unseren Eltern regelmäßig in Bayreuth und regelmäßig in Salzburg gewesen. Bei uns lief den ganzen Tag Wagner - wissen Sie: auf diesem Plattenstapel, der dann so endlos runterkracht - und der wurde dann gewendet, sodass ich heute eigentlich noch nicht weiß, was ist aus Lohengrin und was ist aus Parzival. Aber wir sind sehr frühzeitig mit Musik in Kontakt gekommen, und deshalb lege ich auch so viel Wert darauf, dass Kinder in unser Konzert kommen. Deshalb haben wir Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Brenck: Sie haben in Altena einen sehr schönen Ort gefunden für Ihre Klavierreihe um 17 Uhr an jedem 3. Sonntag in jedem Monat des Jahres ohne Sommerpause. Und der Rahmen - fast eines englischen Landhauses - mit einer Grünfläche hinter dem Haus hat schon einen besonderen Reiz. Dazu die Schlichtheit des Raums, der auch eine gute Akustik zu bieten hat. Sie haben aber viele andere Orte gesucht.

Haarstick: Altena ist übrigens einer der Orte in der Burg Holtzbrinck, der aus Pianistensicht zu einem der Besten gehört. Natürlich ist auch die Klavier-Qualität an den einzelnen Orten unterschiedlich. Die sind natürlich alle besser als das, was Mozart und Beethoven je kennen gelernt haben, aber das Anspruchsniveau ist natürlich unglaublich gestiegen. Die Pianisten spielen heute alle besser als die 5 Stars vor 40 Jahren. Die anderen Orte sind genau so schön. Sie kennen die Scheune hier in Rysum (den Rysumer Fuhrmannshof), Burg Holtzbrinck in Altena, es gibt die wunderschöne kleine Klosterkirche in Remscheid, es gibt das alte Rathaus in Esslingen.
Die Reihe zeichnet sich also eigentlich dadurch aus, dass wir die Spitzenkonzerte haben in kleinem Rahmen. Es sollen wenige Gäste sein. Es geht uns nicht um die Quantität. Es geht um das Strahlen in den Augen der Gäste, vor allen Dingen aber auch der Kinder. Und was die Menschen auch lieben ist das Ambiente, ein schöner, ein besonderer Ort und das Persönliche. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass wir unsere Gäste immer mit Handschlag begrüßen und wenn möglich auch ein kleines Kerzchen anzünden, bevor wir sie begrüßen. Es soll einfach angenehm und schön sein. Wir sind das Gegenteil von einem Callcenter.

Brenck: Kathrin Haarstick heute zum Thema Weltklassik am Klavier in Altena auf Burg Holtzbrinck. Ich spreche mit ihr über die Konzertreihe und ich muss Sie jetzt einfach mal fragen: Frau Haarstick warum machen Sie sich die Mühe, Pianisten in so ein altes Gebäude zu bringen? Die Leute können sich doch zuhause ohne weiteres 'ne CD auflegen, das gibt es doch alles - wunderbar eingespielt.

Haarstick: Also, wer perfekte Musik möchte, der soll genau das bitte tun, denn bei uns gibt es Live-Konzerte zum Anfassen. Da ist auch mal ein Kind dabei. Kinder haben übrigens noch nie gestört, wenn etwas gestört hat dann waren das hustende Erwachsene.
Ich habe ein Anliegen und das Anliegen bezieht sich auf das Glück in den Augen der Gäste. Also für mich ist es das Schönste, wenn ich am Ausgang stehe und sage jedem mit Handschlag auf Wiedersehen und sehe dann wirklich, dass sie bewegt sind, gerührt sind und dankbar sind, ob es kleine Kinder sind oder ältere Damen. Also das Glück der Gäste ist das eine Anliegen. Das andere Anliegen ist aber, diese Hochkultur zu erhalten, die besteht aus Bach, Beethoven, Mozart, Brahms, Schumann, Schubert, Chopin, Liszt. Wir spielen keine Moderne, weil ich persönlich da allergische Reaktionen habe. Wir spielen - wie ich sage - nur diese Höhepunkte der Musik. Es ist ein wenig wie in der Literatur: Es ist unbestritten, dass auf einem ganz großen Berg von literarischen Werken Goethe als Spitze thront von einigen anderen großen Klassikern umgeben und daran hat auch gar keiner Zweifel und in der Musik ist das genau so ja. Ein Bach ist auch nicht aus dem Nichts entstanden, sondern aus einer 100-köpfigen Familie, die alle musiziert haben, eben der große Meister - wie wir heute sagen - das alte Testament der Musik.
Wenn Sie sich die heutige Musik anhören, man kann die mögen oder nicht mögen, aber den Respekt vor der unglaublichen kompositorischen Leistung aus Barock, Wiener Klassik und Romantik, den kann eigentlich niemand verleugnen. Nur, wir müssen ihn erhalten und dafür müssen wir etwas tun, um das zu erhalten. Es gibt teilweise Schulen, an denen das überhaupt nicht mehr gelernt wird; Kinder, die nicht mehr wissen, wie man Mozart buchstabiert, das ist mein zweites Anliegen.
Noch ein drittes - wenn Sie soviel Zeit haben: Das sind die Pianisten. Diese Pianisten durchlaufen eine unglaublich harte und perfektionistische Schule mit ganz wenigen Zukunftsaussichten. Wie viele große Hallen gibt es denn auf der Welt? Kann man an einer Hand abzählen oder zwei. Wenn wir aber ganz viele kleine Orte haben, wo es überall einen schönen Flügel gibt, ja dann haben die ganz viele Spielmöglichkeiten! Ich weiß nicht, ob Sie wissen, was beispielsweise ein Pianist macht, um ein Konzertprogramm von einer Stunde, 2 mal 'eine halbe Stunde, zu erarbeiten, wenn er noch relativ jung ist, selbst wenn er schon Wettbewerbe gewonnen hat, von den renommierten. Nur diese Pianisten nehmen wir, die in den vielleicht 20 weltweit bekanntesten Wettbewerben reüssieren. Wenn sie ein neues Programm erstellen, dann müssen sie 10 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, 3 Monate üben…. wie im offenen Strafvollzug: Also ich sag mal, da steht ein Flügel, da ist eine Wand drum herum, da ist ein Raum drum herum. Es ist nicht so, dass es dunkel ist, aber es ist wirklich was anderes als gemütlich Betriebswirtschaftslehre im Garten zu lesen. Sie arbeiten und sie dürfen keinen Fehler machen. Sie sind absolut perfekt. Und um diesen jungen Pianisten Spielmöglichkeiten zu geben, deshalb veranstalte ich Weltklassik am Klavier!

Brenck: Kathrin Haarstick zur Reihe Weltklassik am Klavier und das ja jeden Monat in Altena. Frau Haarstick wie kann das klappen, wenn man Konzerte macht mit einer Publikumserwartung, die zwischen 40 und 80 Personen liegt, was ja ein Kammerkonzert ist, keine Veranstaltung in einem großen Haus. Wie kann so was überhaupt hinhauen?

Haarstick: Der Magnet für die Pianisten, bei uns zu spielen, ist nicht die Größe des Saals oder die Anzahl der Gäste. Es ist hauptsächlich die Gelegenheit, sich vor Publikum in der Bühnenpräsenz zu üben oder es ist auch ganz allgemein Erfahrung im Konzertieren zu sammeln oder sich vorzubereiten auf große Wettbewerbe. Bei 450 Konzerten im Jahr können die Pianisten bei uns auch an den verschiedenen Orten das gleiche Programm spielen. Das ist natürlich auch ökonomisch, weil es weniger Vorbereitungszeit ist.
Ansonsten leben wir alle, alle Beteiligten, die Pianisten, die Paten und Weltklassik, die Programmgestaltung, die Werbung macht, Internet macht, leben wir alle nur vom Strahlen der Augen der Gäste. Das heißt: Wenn viele Gäste kommen und die Gäste zufrieden sind, dann gibt es viel Einkommen und aus den Erlösen eines Abends beziehen wir alle drei Beteiligten unser Einkommen. Das schafft einen klaren Fokus auf die Zufriedenheit des Publikums, dass man auch Stücke auswählt, von denen man weiß, das Publikum möchte das gerne hören: eine Campanella, eine Mondscheinsonate oder Clair De Lune.
Da muss man sich sehr auf den Kunden fokussieren und das gefällt mir ganz besonders gut aus einem weiteren Grunde: Ich bin vollkommen unsubventioniert. Es gibt niemanden der uns irgendwie Geld schenkt und trotzdem rechnet sich das, rechnet sich diese Reihe. Das wollte ich auch ganz gerne beweisen, dass es auch ohne "Stütze" geht, dass diese fantastische Musik tolles Produkt genug ist.
Ich halte ja immer eine ganz klitzekleine Rede wenn ich mein Publikum begrüße: Herzlich willkommen bei Weltklassik am Klavier. Letztes Mal habe ich erzählt, ich bin fremdgegangen. Ich war in Baden- Baden. Ich habe mir ein Klavierkonzert angehört von Zimermann, Christian Zimermann, er hat wunderschön Chopin gespielt und ich sag´ mal, was der Unterschied war: Erstmal waren die Karten 5 mal so teuer wie bei mir, zweitens habe ich nachgerechnet, die Gäste ca. 20mal so weit weg von dem Pianisten und seinem wunderschönen Spiel gesessen, drittens klatschen die Leute in die Sätze (das anspruchsvolle Publikum bei Weltklassik nicht mehr), viertens kam das Bravo vor dem letzten Ton, fünftens sind dann etwa zwei Drittel der Gäste aufgesprungen und ins Parkhaus gelaufen und sechstens, die wir noch fleißig bis zum Ende applaudiert haben, weil er wunderschön gespielt hat, standen dann eine Stunde lang im Parkhaus bis wir draußen waren.

Brenck: Eine Geschichte zum Thema Pianisten, Umgang und Erfahrung:

Haarstick: Plötzlich klingelte vor dem letzten Ton der Pathétique, natürlich im langsamen Satz, ein Handy. Und der Pianist Denys Proshayev, ein absoluter Profi, Gewinner des ersten Preises des ARD Wettbewerbes, drehte sich um zu dem Gast und sagte: "Gehen sie ruhig dran, es ist sicher wichtig!"

Brenck: Kathrin Haarstick, Weltklassik am Klavier und ihre Erfahrung mit jungen Pianistinnen und Pianisten, die bei ihr ein Podium gefunden haben.

Haarstick: Die große Freude ist natürlich, dass sie uns gefallen und wir ihnen auch. Sie kommen wieder und wieder und wieder und möchten überall und auch im nächsten Jahr wieder bei uns spielen. Aber es gibt natürlich auch einige, die uns verlassen und zwar aus erfreulichem Grunde. In einem Fall Claire Huanci, sie spielte bei der Olympiade-Eröffnung in China, vor dem amerikanischen Präsidenten und danach eben in den großen Häusern, oder Frau Professor Gesa Lücker habe ich hier in Rysum als weibliches Küken kennen gelernt, inzwischen Professor an der Uni Köln und weitere Pianisten wie Yi Van Chang werden Professor in Taiwan und Motoi Kawashima in Tokio. Das sind ganz erfreuliche Abschiede, die wir dann haben.

Brenck: Weltklassik in Altena liegt im Alphabet ganz vorne, ist aber nicht der einzige und auch nicht der erste gewesen. Wie kommen Sie an die inzwischen über 35 Spielorte an denen Weltklassik am Klavier zu hören ist.

Haarstick: Eigentlich ist es Mund- zu- Mund- Beatmung. Es ist immer so gewesen: bei allen Orten, die sich entwickelt haben, das sind innerhalb von 4 Jahren 35 , dass ein Gast im Konzert war und sagt: Oh, ist das schön, ich hätte das doch auch so gerne bei mir zuhause. Und dann war unsere Antwort immer: Nennen Sie uns einen Raum mit Flügel und wir bringen Ihnen Weltklassik am Klavier vor die Tür- und so ist es entstanden.

Brenck: Herzlichen Dank, Kathrin Haarstick, und viel Erfolg mit Weltklassik am Klavier!

Haarstick: Ich bedanke mich bei Ihnen, Herr Brenck.

Quelle:
Tobias Brenck - www.radio-iserlohn.de - 04.01.2012





"Weltklassik am Klavier" jetzt auch in Velen

Leidenschaftlich und sensibel

„Weltklassik am Klavier“: Neue Konzertreihe in der Orangerie von Schloss Velen. Zur Premiere am Sonntag, 15. Januar, 17 Uhr, gastiert die Pianistin Anna Tyshayeva.

   Anna Tyshayeva
   Spielt bei der Premiere der Konzertreihe in der Orangerie von Schloss Velen: Anna Tyshayeva.

VELEN (pd/git). Musikalische Qualität, bekannte Werke berühmter Komponisten, familienfreundliche Eintrittspreise und Aufführungsorte fast vor der Haustür: Vor allem diese Bausteine haben der „Weltklassik am Klavier“ zum Erfolg verholfen. Jetzt öffnet Schloss Velen seine Türen für die kleine, aber feine Reihe exzellenter Klavierkonzerte. Was in 35 Orten deutschlandweit bereits regelmäßig nicht nur ausgewiesene Klassik-Fans erfreut, ist auch in der Orangerie geplant: Zwölf klassische Klavierkonzerte, die künftig am zweiten Sonntag des Monats ab 17 Uhr stattfinden.

Zur Premiere am 15. Januar präsentiert die ukrainische Pianistin Anna Tyshayeva ihr aktuelles Programm „Weltklassik am Klavier – Schubert – Ave Maria“.

In der Pressemitteilung heißt es: „Leidenschaft und Fantasie zeichnen das Spiel von Anna Tyshayeva aus.“ Das beweise sie in der ersten Konzerthälfte mit ihren Interpretationen von Bachs C-Dur Präludium und Schuberts Impromptu in Ges-Dur – oft mit dem Begriff „Ave Maria“ assoziiert – und dem allseits bekannten Lied „Ave Maria“ von Schubert, das Liszt für Klavier bearbeitet hat.

In der zweiten Programmhälfte erklingt Liszts h-Moll Sonate – ein Meisterwerk der Romantik von kompositorischer und musikalischer Komplexität.

Anna Tyshayeva stammt aus Odessa/Ukraine. Zunächst studierte sie dort am Musikgymnasium für Hochbegabte und am staatlichen Konservatorium bei Prof. Nikolaj Kryzhanovsky. In Deutschland setzte sie ihre künstlerische Ausbildung an der Frankfurter Musikhochschule in der Klasse von Prof. Irina Edelstein fort. Nach ihrem Abschluss war sie Studentin der Fortbildungsklasse an der Musikhochschule Nürnberg bei Prof. Wolfgang Manz und der Solistenklasse bei Leonid Dorfman an der Musikhochschule Trossingen.

Für die Intensität ihres Ausdrucksvermögens, ihre natürliche Musikalität und spieltechnische Eleganz wurde Tyshayeva laut Pressemitteilung sowohl von Kritikern gelobt als auch von Jurys renommierter Wettbewerbe ausgezeichnet. Die Pianistin sei eine international konzertierende Solistin und Kammermusikerin und regelmäßig Gast bei Konzertreihen und Musikfestivals.

Termin: 15. Januar, 17 Uhr; Kartenreservierungen: Tel. 04927/187949 oder per Email: info@weltklassik.de, www.weltklassik.de; Online-Kartenvorverkauf: www.reservix.de. Preis: 20 Euro; Studenten: 15 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren: Eintritt frei.

Quelle: Birgit Jüttemeier - 03.01.2012 - 16:08 Uhr - mobil.borkenerzeitung.de - 03.01.2012





Klassischer Jahresausklang in Stadtoldendorf

„Weltklasse am Klavier“ im Alten Rathaus begeistert die Zuhörer

Stadtoldendorf (jbo). Einen anspruchsvolleren Jahresausklang hätten sich die Freunde Klassischer Klavierkonzerte in Stadtoldendorf nicht wünschen können. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Weltklasse am Klavier – Romantik pur“ spielte die Südkoreanische Pianistin Sarah Soyeon Kim Werke von Schubert, Liszt, Brahms und Ravel. Eine erfreulich große Anzahl Klassikliebhaber hatten, trotz des bevorstehenden Jahreswechsels, den Weg ins Alte Rathaus nach Stadtoldendorf gefunden, um den Darbietungen der jungen Künstlerin zu lauschen.

  Sarah Soyeon Kim
   Sarah Soyeon Kim überzeugte im Alten Rathaus durch ihr virtuoses Spiel mit höchstem technischen Können. Foto: jbo

Das außergewöhnliche Talent der in Seoul geborenen Sarah Soyeon Kim wurde bereits sehr früh entdeckt. Im Alter von 16 Jahren wurde sie als jüngste Studentin an der Royal Academy of Music in London akzeptiert. Zahlreiche namhafte Preise und Auszeichnungen wurden ihr in den vergangenen Jahren zuteil. Derzeit besucht Kim die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und betätigt sich mit großem Erfolg als Solistin und Kammermusikerin Europaweit und in den Vereinigten Staaten. Mit ihrem virtuosen Spiel und höchstem technischen Können, zog sie auch die Zuhörer in Stadtoldendorf in ihren Bann.

Dem Thema des Abends „Romantik pur“ perfekt angelehnt, spielte sie unter anderem Variationen von Schubert und die Brahmschen Variationen über ein Thema von Paganini. Besonders beeindruckte Kim mit ihren Interpretationen von Ravels „Gaspard de la Nuit“ und Liszts „Apres une lecture de Dante“. Hatten in der Pause bereits viele Zuhörer anerkennende Worte für die erstklassige Leistung Kims gefunden, erntete sie am Ende des Konzertes lang anhaltenden Applaus und „Standing Ovations“.

Erst nach einer anspruchsvollen Zugabe entließ das Stadtoldendorf Publikum die junge Künstlerin.


Quelle: Täglicher Anzeiger / Kreis Holzminden / MONTAG, 2. JANUAR 2012




Weltklassik am Osnabrücker Gertrudenberg mit Anna Tyshayeva

Osnabrück. Das erste Feuerwerk gab es schon Stunden vor Mitternacht. Keine verfrühten Knallfrösche, sondern die Pianistin Anna Tyshayeva ließ es am Silvesternachmittag ordentlich krachen, und zwar mit Liszts monumentaler Sonate h-Moll.

  
   Ins Werk versunken: Pianistin Anna Tyshayeva aus Odessa.
Foto: Thomas Osterfeld
Anna Tyshayeva stammt aus dem ukrainischen Odessa, wie auch ihre großen Kollegen Emil Gilels und Schura Cherkassky, von denen die Liszt-Sonate häufig und hervorragend gespielt wurde. Man braucht deswegen keinen Vergleich heraufzubeschwören, aber vielleicht kann man darin ein gutes Omen für die junge Pianistin sehen, die das technisch und musikalisch extrem anspruchsvolle Werk trotz zierlicher Statur mit offenbar stahlharten Fingern aus dem Flügel schlug.

Zuvor warb sie auch mit warmen Worten – und ihrer persönlichen Sicht auf das Werk – für den Jubilar des nun vergangenen Jahres 2011.

Doch die Klaviersonate war nicht das einzige Werk, mit dem Anna Tyshayeva ihren letzten Beitrag zum Liszt-Gedenkjahr leistete. Der erste Mephisto-Walzer und einige Bearbeitungen fremder Werke standen in der ersten Hälfte neben Werken von Bach und Schubert auf dem Programm im Treffpunkt für Kunst und Kultur am Gertrudenberg.

Anna Tyshayeva bestritt in dem akustisch für ein Klavierrecital sehr angenehmen Raum das dritte Konzert der Reihe Weltklassik am Klavier. Ihr Johann Sebastian Bach ist herrlich unhistorisch und verströmt eine gewisse Ruhe durch die Klarheit der Struktur. Schubert nimmt sie in nicht übertriebenen, aber sehr freien und flexiblen Tempi, setzt starke, überraschende dynamische Akzente.

Das wirkt ausgesprochen lebendig, mag aber vielleicht etwas zu viel sein für die beiden Impromptus aus op. 90, ein wenig aufgesetzt und dafür nicht sanft und schlicht genug.

Diesen Eindruck wird man auch manchmal nicht ganz los, wenn Liszt Schuberts Lieder für Klavier allein bearbeitet. Anna Tyshayeva interpretiert diese etwas zweifelhaft, aber dennoch irgendwie genial umgedeuteten Werke allerdings äußerst intensiv und mit dem nötigen Gespür für Klangschattierungen.

Schumanns „Widmung“, Schuberts „Ave Maria“ und besonders sein „Auf dem Wasser zu singen“ klingen nicht nur technisch perfekt, sondern entwickeln und entfalten ihre Klänge in wohl- überlegtem Fluss.

Quelle: Autor: Jan Kampmeier - 01. Januar 2012 - 14:11 Uhr - www.noz.de





Virtuosität auf hohem Niveau

Altena. Etüden von Claude Debussy, Wolfgang Amadeus Mozart, Frederic Chopin und Robert Schumann standen beim letzten Konzert des Jahres in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ auf dem Programm, das die Chinesin Lin Chen vor 30 Zuhörern in der Burg Holtzbrinck gestaltete.

Eine Etüde ist in ihrem ursprünglichen Wortsinn ein Musikstück für ein Soloinstrument, das den Ausführenden zu größeren Fertigkeiten auf ihrem Instrument verhelfen soll. Diese „Übungen“ auf dem Klavier hat Lin Chen eigentlich nicht nötig, denn die Chinesin ist bereits eine Meisterin ihres Fachs. Umso leichter konnte sie an ihre Aufgabe, die Stücke einem fachkundigen Publikum darzubieten, herangehen.

  Lin Chen
   Die Pianistin Lin Chen beschloss den Reigen der „Weltklassik am Klavier" für 2011. Foto: Heinz Linke
Seit dem vierten Lebensjahr am Klavier

Die 30-jährige Chinesin spielt seit ihren vierten Lebensjahr Klavier und besuchte in diesen jungen Jahren bereits die Musikschule in Tianjin. 1993 erfolgte ihr Studium am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Seit 2005 studiert die Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe nun an der Hochschule für Musik in Hannover. Von dort kommen die meisten Solisten, die in der Reihe der „Weltklassik“ in der Burg Holtzbrinck über das Jahr auftreten. Lin Chen stand mit ihrer virtuosen Leistung auf dem hohen Niveau der anderen Pianisten , die bisher den Weg in die Burgstadt gefunden hatten. Erstmals stellte sich vor zwei Jahren den Zuhörerinnen und Zuhörern in der Burgstadt vor.

Zwölf Konzerte waren es wieder, die 2011 in der Veranstaltungsreihe stattfanden. Auch im neuen Jahr dürfen sich heimische Musikfreunde auf die Fortführung von „Weltklassik am Klavier“ in der Burg Holtzbrinck freuen. Altena ist einer von 33 ausgesuchten Orten in Deutschland, an denen diese Konzerte durchgeführt werden. Als Aufführungsort hat sich der Veranstalter dafür Burgen und andere historische Bauten ausgesucht.

Beim ersten Konzert in neuen Jahr unternimmt Aleksandra Mikulska einen Streifzug durch die Werke von Frederic Chopin.

Quelle: 20.12.2011 | 18:05 Uhr www.derwesten.de - Heinz Linke





Differenzieren statt protzen

Faszinierende Liszt-Bearbeitungen bei "Weltklassik am Klavier".

LAHR/OFFENBURG. Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Richard Wagner – das sind drei recht unterschiedliche Komponisten, in Stil, Absicht und Wirkung. Bei den jüngsten Konzerten der Reihe "Weltklassik am Klavier" am Wochenende in Lahr und in Offenburg waren sie Teil des Programms, allesamt in Bearbeitungen von Franz Liszt. Der nutzte die Werke von Kollegen gern als Steilvorlage, um seine geniale Art der Tastenbehandlung zu demonstrieren.
  Pianistin Katharina Treutler
   Pianistin Katharina Treutler (Foto: Weltklassik )



Umso überraschender ist es, seine Bearbeitung von Schuberts anmutig-schlichten "Ständchen" zu hören. Dessen Zartheit wird geradezu betont, und die ausgezeichnete Katharina Treutler am Klavier gewinnt den leisen Tönen klare Nuancen ab. Etwa wenn Liszt doch ein bisschen auf den Tasten zaubern muss und einen chromatischen Lauf aufblitzen lässt. Katharina Treutler hebt das dezent heraus. Oder sie betont angemessen eine kleine Dissonanz, zeigt bei einem kurzen Passagengang – Ta-ta-ta-ta-taa! eine Andeutung von schmetternder Fanfare. Es ist fast, als würde die Pianistin versuchen, das Original von Franz Schubert von der Bearbeitung durch Franz Liszt zu trennen.

Derlei Zierrat drängt sich großenteils in der letzten Strophe, doch auch dort rüttelt Liszt nicht wirklich an der Innigkeit, dem zarten Gefühl, der seelenvollen Stimmung. Es scheint, als würde er Schubert sehr mögen. Ganz anders ist die Musik von Giuseppe Verdi. Dessen "Rigoletto" strotzt vor Dramatik, Leidenschaftsausbrüchen, düsteren Absichten/Ahnungen und melodischem Schmelz – alles zusammengefasst im berühmten Quartett des Schlussakts. Und Liszt macht etwas draus, das Verdi gefallen hätte: Oktavendonner, chromatische Läufe, Sechzehntel schießen durch den Saal wie Funken in der Silvesternacht. Dann wieder hören wir feinste, vibrierende Trillerchen, als würde Liszt den Klang von Mandolinen auf dem Klavier imitieren wollen.

Das Gefühl durchschreitet diese Musik wie eine Schar Pilger

Begonnen hatte der Abend mit dem Liebestod aus Wagners "Tristan und Isolde", eine Bearbeitung, mit der Liszt die Werke seines Freundes Wagner bekannt machen wollte. Tremoli, wallende Arpeggien, weit gespannte Melodiebögen, unterlegt von kraftvollen Akkorden, vibrierende Bässe – das sind die Mittel, mit denen Liszt versucht, die Fülle des Orchesterklangs aus dem Klavier zu holen. Im Gegensatz um Rigoletto, wo es rauschhaft zugeht, ist der "Liebestod" eine ganz und gar emphatische Sache. Das Gefühl – überwältigend, innig, verklärt-sehnsüchtig – durchschreitet diese Musik wie eine Schar Pilger.

Originalen Liszt gab es auch: Teils andächtige, teils zerrissen-zerwühlte Impressionen zu Petrarca-Sonetten, und zum Schluss den Mephisto-Walzer. Treutler kann beides. Doch bleibt der Eindruck, das Ausdifferenzieren inniger Stücke bereite ihr mehr Freude als das Protzen. Die gefühlsstarken Werke waren die ganz besonders starken Momente dieses Konzerts.

Quelle: www.badische-zeitung.de - Dezember 2011





Pianistin spielte mit Charme und Brillanz

KULTUR Bravo-Rufe des Publikums nach dem Konzert von Katharina Treutler

Die Musikerin war am Sonnabend mit ihrem Programm „Lisztige Paraphrasen“ im Rysumer Fuhrmannshof zu Gast.

  Pianistin Katharina Treutler
   Pianistin Katharina Treutler

RYSUM - Immer wenn man glaubt, der musikalische Höhepunkt eines Klavierkonzerts im Rysumer Fuhrmannshof sei erreicht, dann kommt da jemand daher, spielt auf dem Flügel das Publikum mit Charme, Eleganz und Brillanz schwindlig und toppt alle bisherigen musikalischen Darbietungen an diesem heimeligen Ort in tiefster ostfriesischer Provinz. Die junge Pianistin Katharina Treutler, bereits mit etlichen internationalen Preisen bedacht, betörte das Publikum am vergangenen späten Sonnabendnachmittag geradezu. Es ist nicht die Mechanik am Flügel, die vielleicht mit Fingerfertigkeit und viel Übung erreichbar ist. Es ist wohl eher der Genius, den mit Talent zu umschreiben zu wenig wäre. Es ist die totale Hingabe zu diesem Musikinstrument, mit der die Künstlerin das Konzert bestreitet. Ohne Noten, quasi auswendig, spielte Katharina Treutler ein Programm, das in Auswahl und Reihenfolge einen interessanten Spannungsverlauf erkennen ließ.

„Liszt-ige Paraphrasen!“ hatte die Erfurter Künstlerin das Konzert genannt, und das war spannend. Die Paraphrasen von Liszt sind häufig Transkriptionen von verschmitzter Verspieltheit. In Richard Wagners „Isoldes Liebestod“ aus der Oper „Tristan und Isolde“ schüttet Liszt eine Menge Zorn aus, der ständig wechselt mit Trauer und – man höre – auch augenzwinkernder Verspieltheit. Die Pianistin schien nicht nur diese Passagen auszukosten, sich in diese Emotion musikalisch hineinzuleben. Auch die Rigoletto-Paraphrase nach Verdi lebte unter den Fingern der Tastenkünstlerin auf, so dass das Publikum sich hörbar begeistert zeigte.

Drei Liszt-Sonette rundeten einen temperamentvollen ersten Teil ab. Schuberts„Ständchen“, „Auf dem Wasser zu singen“ und „Gretchen am Spinnrade“ ließen mehr als nur ahnen, zu welchen Traumsequenzen gefühlvoller Melodien in Harmonie Katharina Treutler den Flügel bringen konnte.

Es war schon ein besonderes Erleben für das Publikum, wenn die Künstlerin mit ihren Händen und ihrem gesamten Körperspiel nahezu beschwörend hypnotisch dem Flügel Klangfolgen ent- lockte, die verzücken konnten. Wie Hämmer dann folgten die Tasten den Befehlen der energischen Hände bei dem „Mephisto-Walzer“. Da gab es noch mal ein furioses Donnerwetter, das umrahmt war von hörbaren Blitzen und fliegenden Fingern, und das schließlich mit Bravo-Rufen aus dem Publikum begeistert quittiert wurde. Eine kurze Zugabe beendete einen furiosen Nachmittag und entließ ein tief zufriedenes Publikum.

Quelle: VON WERNER ZWARTE - 28.11.2011 - Ostfriesen-Zeitung





Karten zu gewinnen
Weltklassik am Klavier

Eindrucksvoller Abend mit Gabriele Leporatti

Assmannshausen. (rf) – „Weltklassik am Klavier“ ist eine Veranstaltungsreihe, die am 19. November im Hotel Krone Assmannshausen begann und die das ganze Jahr 2012 begleiten wird. Damit trägt man dazu bei, die klassische Musikkultur dauerhaft zu erhalten. Unter der Schirmherrschaft von Professoren der Hochschule für Musik in Hannover und der Juilliard School New York finden sich in ganz Deutschland Orte, an denen begnadete junge internationale Ausnahmepianisten Ausnahmepianisten ihren Auftritt haben. Die historische Krone Assmannshausen ist dankbar, dazu zugehören.

  Gabriele Leporatti
   Eröffnete die Reihe „Weltklassik am Klavier“ in der historischen Krone Assmannshausen: Gabriele Leporatti.

Den Anfang der Konzerte machte Gabriele Leporatti mit Werken von Mozart, Janácek, Liszt und Schumann. Leporatti gilt als Meister der Romantik. Höchst sensibles Einfühlungsvermögen, gepaart mit einem nuancierten feinen Anschlag und technischer Brillanz vereinten sich in seinen Interpretationen und lassen sie so zu einem unvergesslichen Hörgenuss werden. Der Italiener führte seine Zuhörerinnen und Zuhörer im „Künstlersaal“ der Krone in ein Reich der Fantasien. Dort wo bereits berühmte Künstler vor vielen Jahren ihre großen Konzerte gaben, ließ nun Gabriele Leporatti mit Gefühl seine Hände über die Tasten des Flügels gleiten. Den Anfang machte Mozarts Fantasie d-Moll KV 397, gefolgt von einer Reihe, die Leos Janácek komponierte: aus „Auf verwachsenem Pfade“, „Unsere Abende“, „Die Friedecker Mutter Gottes“ oder „Sie schwatzten wie die Schwalben“ – von getragen bis heiter unterhaltend. Es folgte „Vallée d’Obermann“ von Franz Liszt und nach einer Pause Schumanns „Fantasie C-Dur op. 17.

Gabriele Leporatti begeisterte sich bereits im frühen Kindesalter für klassische Musik und das Klavierspiel. Inzwischen ist er Preisträger bei mehreren internationalen Wettbewerben.

Am 10. Dezember, um 17 Uhr an gleicher Stelle, darf man sich auf Aleksandra Mikulska freuen. Werke von Frédéric Chopin stehen auf dem Programm. Der Eintritt kostet 25 Euro, Studenten 15 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.

Karten für A. Mikulska

Das Rheingau Echo verlost 3 x 2 Eintrittskarten für das Konzert. Schicken Sie eine Postkarte an:

Rheingau Echo Verlag GmbH
Kennwort:
Weltklassik am Klavier
Industriestraße 22
65366 Geisenheim


Einsendeschluss: Dienstag, 29. November 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden veröffentlicht und stehen auf der Gästeliste der Krone Assmannshausen.


Quelle: Rheingau-Echo, 24.11.2011





Bach ohne Schnörkel und Firlefanz

  Sunghoon Simon Hwang
   Pianist Sunghoon Simon Hwang spielt Bachs Goldberg-Variationenohne Pause.

ISERNHAGEN F.B. Er spielt als Konzertpianist in großen Orchestern, hat viele internationale Preise gewonnen, gibt Meisterkurse am Klavier, und er unterrichtet dieses Instrument als Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim. Am Sonntagnachmittag war Sunghoon Simon Hwang im Isernhagenhof als Solopianist zu hören.

In der Reihe „Weltklassik am Klavier“ hatten etwa 100 Besucher die Gelegenheit, die Virtuosität des 35-Jährigen zu bewundern. „Goldberg- und andere Variationen“, so lautete der Titel des Konzerts. Die 30 Variationen wurden ohne Pause etwa 50 Minuten lang hintereinander gespielt – ohne Noten, wie dies bei Klavierkonzerten längst üblich ist.

Die Zuhörerin Elisabeth Jammel aus Großburgwedel hatte nach eigenerAussage zwar Schwierigkeiten, sich so lange zu konzentrieren, war aber voller Bewunderung für die Leistung Hwongs, der Bach ohne Schnörkel und Firlefanz so intensiv spielte, dass man meinen konnte, er gebäre jede einzelne Variation lust- und schmerzvoll.

Nach der verdienten Pause waren Werke von Mozart, Chopin und Brahms zu hören. Mozart beschreibt ein Menuett von Jean Pierre Duport, dem Hof-Violoncellisten Friedrich-Wilhelm II. Die neun Variationen sind sehr abwechslungsreich, die fünfte, äußerst humorvolle zum Beispiel, imitiert mit ihren Tonrepetitionen das Gegacker eines Huhns.

Die drei Werke, oft leicht und heiter, besonders die Paganini-Bearbeitungen des Romantikers Johannes Brahms, wurden vom Publikum freudig und begeistert aufgenommen, was Hwong zu zwei weiteren Zugaben animierte. zim

Quelle: J. Zimmer - HAZ, 08.11.2011





Hinterzimmer der Komposition

Gesa Lücker zaubert am Klavier.

LAHR. Die "Glöckchenetüde" von Franz Lizst war der Teilchenbeschleuniger, der am Samstag im Lahrer Pflugsaal das berühmte Campanella-Thema von Nicolo Paganini in seine Feuer stiebenden virtuosen Einzelteile zerlegte. Dass zwischen dem pianistisch gerade noch Möglichen, im Grenzbereich jeder Klaviermechanik viel, viel Musik im brausenden, schwungvollen Thema zu hören war, verdankte man der brillanten Gesa Lücker.

Gesa Lücker Die Professorin (Köln) konzertierte auf den Tag genau zum fünften Jahrestag der Reihe Weltklassik am Klavier im Pflugsaal. Schon bei Mozarts Sonate c-Moll KV 457 vertrat Gesa Lücker eine kräftige Architektur, die aber ein Ohr an die kleinen Räume und Hinterzimmer der Musik legte. Ihr Blick, der in Zäsuren und überraschenden Wendungen über den Flügel hinweg, fragend und suchend von einer spielerischen, sehr offenen Herangehens-weise zeugte, ruhte auch auf einem wunderbar einfühlsamem Adagio. Ein Fallenlassen in ein sehr freies und fühlendes Tempo, ohne auseinander zu fallen.

Diesem Weg blieb sie auch bei Liszts "Ave verum de Mozart", einer Transkription aus einem Chorsatz Mozarts und den "Les Jeux d éau à la Villa d’Este" treu. So, wie sie in der Moderation die spirituelle Seite von Liszts Kompositionen hervorhob, bildeten die fließenden Arpeggien im Glanz der tonmalerischen Komposition, quasi im Wassernebel eine Botschaft ab, wie es der Abbé Liszt in einem Bibelwort zur Partitur vermerkt hatte.

Das doppelbödige, hintergründige und übermütige Zirkustreiben, in dem Robert Schuhmann nicht nur seine damalige Verlobte Ernestine von Fricken sondern auch Clara Wieck, Chopin, Paganini, Tänzer, Harlekins und sich selbst in verschiedenen Persönlichkeiten, Eusebius und Florestan auftreten lässt, hatte bei Gesa Lücker ganz den Gestus eines spielerischen Geniestreichs. Sie spielte Schumanns Carnaval op. 9 kräftig, temperamentvoll und doch durchzogen von Geheimnissen (wie auch der Tonfolge A S C H, dem Heimatort von Ernestine von Fricken). Bei diesem Carnaval mit Tiefe, Melancholie und Selbstironie gelang Gesa Lücker ein Glanzstück, eine Charakterschau durch den besonderen Blickwinkel Schumanns. Große Begeisterung im Publikum. Ihre Virtuosität ließ Gesa Lücker als Zugabe ein brüchiges Kleinod aus Schumanns Waldszenen wählen. Im geheimnisvollen Licht: "Der Vogel als Prophet".

Quelle: spö - Badische Zeitung, 08.11.2011 - http://www.badische-zeitung.de/lahr/hinterzimmer-der-komposition--51461584.html





Zwei Virtuosen präsentierten Klassik-Knüller zum Zunge schnalzen

Rysum - Die Weltklassik-Konzerte am Klavier im gediegenen Ambiente des Rysumer Fuhrmannshofes haben sich zu einem Renner entwickelt. So war das Konzert mit dem Duo Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom am späten Sonnabendnachmittag restlos ausverkauft. Auf dem Programm standen allerdings auch Klassik-Knüller zum Zunge schnalzen. Wenn die dann noch vierhändig von zwei Virtuosen präsentiert werden, die weltweit Musikpreise abräumen, erstrahlt Ostfrieslands tiefe Provinz in hellem Licht am Konzerthimmel.

Mit Edvard Griegs "Peer Gynt Suite Nr. 1 op. 48" ging sogleich ein Strahlen über die Gesichter der erwartungsfrohen Zuhörer. Natürlich kannten alle das weltbekannte Motiv der Morgenstimmung, in der die Harmonien sich steigerten und die vier Hände aus der Schauspielmusik zu Ibsens "Peer Gynt" Emotionen des Wohlfühlens schufen. Auch bei Johannes Brahms Walzer op. 39 und den ungarischen Tänzen Nr. 1 bis 5 flogen die Finger in blindem Verständnis der beiden Künstler über die Tasten, um Stimmungen in all ihrer Bandbreite zu entfachen, mal hämmernd, mal streichelnd. Folklore und Natur vermischten sich in einer Weise, dass man vergessen mochte, welche Kunst am Flügel dazu erforderlich war.

Mendelssohn Bartholdys "Duett: Andante und Allegro Assai vivace op. 92" brachte etwas Ruhe in die emotionale Aufgewühltheit der vorangegangenen Stücke. Jetzt floss alles leicht, locker und anmutig, allerdings blieb es auch oberflächlich. Das lag nicht an dem Paar Tsuyuki und Rosenboom, sondern wohl daran, dass das Klavier nicht Mendelssohn Bartholdys Schwerpunkt bei Kompositionen gewesen ist. Ähnlich gemächlich war es bei Mau-rice Ravels Märchen "Dornröschen" und "Die Schöne und das Biest". Zu einfach und offensichtlich wirkte die Motivführung in beiden Stücken, war nicht wirklich mitreißend - aber gekonnt gespielt. Zum Finale dann das, worauf alle gewartet hatten: Smetanas "Die Moldau". Und selbst, wenn man weiß, was einen erwartet, da man es etliche Male gehört hat, so war man in diesem Konzert wieder einmal gefangen von diesem musikalischen Naturereignis. Diese einzigartige Komposition ist im Ursprung für das Klavier geschrieben worden. Die Kraft und Sentimentalität darin entlockte den Zuhörern Bravorufe und langen Applaus. Weltklassik am Klavier in Rysum ist etwas ganz Besonderes.

Quelle: Ostfriesen-Zeitung - Von Werner Zwarte - 31.10.2011